Wer jetzt über eine Kündigung nachdenkt, sollte es tun.
Verbesserungsvorschläge
Bitte arbeitet an eurer Fehlerkultur.
Arbeitsatmosphäre
Stark abhängig von Dienststelle und Dienstgruppe. In meinem Bereich war die Atmosphäre teilweise von Misstrauen, Grüppchenbildung und einer ausgeprägten „Wer nicht ins Bild passt, hat es schwer“-Mentalität geprägt.
Besonders problematisch empfinde ich die teilweise vorhandene Fehlerkultur. Man kann lange zuverlässig arbeiten und gute Leistungen bringen, in Erinnerung bleibt im Zweifel trotzdem der eine Fehler. Teilweise entsteht der Eindruck, dass geradezu nach Fehlern gesucht wird, statt gute Arbeit wahrzunehmen. Das führt irgendwann dazu, dass Beschäftigte nicht mehr versuchen, besonders viel zu leisten, sondern vor allem möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten.
Gerade in Bereichen mit sehr repetitiven Tätigkeiten, beispielsweise an der Grenze oder am Flughafen, hatte ich teilweise den Eindruck, dass fehlende Auslastung und Abwechslung zusätzlich dazu führen, dass man sich übermäßig mit den eigenen Kollegen beschäftigt. Statt gemeinsam einen Auftrag zu bewältigen, wird dann teilweise beobachtet, bewertet und weitergetragen.
Image
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Die PR vermittelt Bewerbern ein völlig falsches Bild dieser Behörde. Nach außen wird eine moderne, vielseitige Polizei verkauft, während die Realität oft anders aussieht.
Gleichzeitig versucht die Bundespolizei gefühlt gerne, „die Welt zu retten“, selbst dort, wo sachlich oder örtlich eigentlich andere Behörden zuständig sind. Auf der anderen Seite hält man an alten, maroden Strukturen und überholten Traditionen fest beispielsweise an der Schirmmütze in geschlossenen Bereichen wie Flughäfen oder Bahnhöfen.
Bei manchen Landespolizeien sorgt so etwas eher für Kopfschütteln oder Spott. Wer sich für diesen Verein entscheidet, sollte sich daher vorher dringend genauer mit dem tatsächlichen Behördenalltag beschäftigen und sich nicht von der Hochglanz-PR blenden lassen.
Work-Life-Balance
Schichtdienst und dann mit Ende 50 den Löffel abgeben. Dienstliche Belange soll man über private Dinge stellen. Ansonsten wird man als unflexibel abgestempelt.
Karriere/Weiterbildung
Wenn man beim Chef… jeder weiß was hier stehen muss
Gehalt/Benefits
Ist wahrscheinlich das Einzige, wo man auch mit einem einfachen Schulabschluss finanziell wirklich gut dastehen kann.
Umso trauriger, dass der Steuerzahler einen solchen Haufen auch noch mitfinanzieren mit finanzieren muss.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Marode Fahrzeuge etc.
Kollegenzusammenhalt
Sehr stark davon abhängig, wo und mit wem man arbeitet. Es gibt definitiv hervorragende Kollegen, auf die man sich verlassen kann. Gleichzeitig habe ich aber auch Missgunst, Ellbogenmentalität, Konkurrenzdenken und teilweise regelrechtes Intrigantentum erlebt. Spätestens wenn es um Beurteilungen, Beförderungen oder persönliche Vorteile geht, kann der viel beschworene „Kollegenzusammenhalt“ erstaunlich schnell enden.
Umgang mit älteren Kollegen
Werden entweder für voll oder als abgeschrieben wahrgenommen.
Vorgesetztenverhalten
Teilweise von oben herab, geprägt von unterschwelligen Sticheleien und persönlichen Befindlichkeiten. Berufliche Veränderungen oder Bewerbungen in andere Bereiche werden schnell als persönlicher Angriff verstanden, obwohl einem vorher noch „Unterstützung“ zugesichert wurde.
Meiner Erfahrung nach wirkt sich hier auch das Defizit eines nicht akkreditierten Hochschulabschlusses bei Teilen der Führungsebene deutlich auf das Führungsverhalten aus. Fachliche Qualifikation und tatsächliche Führungskompetenz sind eben zwei verschiedene Dinge. Professionelle Mitarbeiterführung sollte anders aussehen.
Arbeitsbedingungen
Arbeitsbedingungen
Ausstattungstechnisch liegt die Bundespolizei teilweise 5–7 Jahre hinter gut ausgestatteten Landespolizeien zurück , von Einsatzmitteln bis hin zur Büro- und IT-Ausstattung.
Auch bei den Liegenschaften zeigt sich der Zustand deutlich: Etwa jede zweite Dienststelle gilt als marode oder sanierungsbedürftig. Gleichzeitig ist selbst im Jahr 2026 die zukünftige Bodycam-Ausstattung weiterhin nicht abschließend geklärt, da die bisherige Lösung ausläuft und bislang keine nahtlose Nachfolgelösung sichergestellt wurde, letztlich auf Kosten der Sicherheit der Vollzugskräfte.
Der Anspruch einer modernen Sicherheitsbehörde und die tatsächlichen Arbeitsbedingungen liegen damit teilweise Jahre auseinander.
Kommunikation
Informationen kommen teilweise spät, unvollständig oder über mehrere Ecken. Noch problematischer ist die Kommunikation bei persönlichen oder dienstlichen Problemen. Über Beschäftigte wird teilweise mehr gesprochen als mit ihnen.
Eine offene Kommunikation auf Augenhöhe habe ich insbesondere gegenüber IL/DGLs vermisst. Kritikfähigkeit wird von Beschäftigten selbstverständlich erwartet. Umgekehrt scheint Kritik an Entscheidungen oder Führungsverhalten deutlich schwieriger zu sein.
Gleichberechtigung
Der Frauenanteil liegt bei der Bundespolizei weiterhin deutlich unter dem der Männer. Gleichzeitig können Frauen bei gleicher Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben bevorzugt berücksichtigt werden. Gleichberechtigung fühlt sich für mich anders an.
Überspitzt gesagt: Wer als Frau zur Bundespolizei kommt, hat bei bestimmten Auswahlentscheidungen damit bereits einen nicht ganz unwesentlichen Vorteil. Ob das noch dem eigenen Verständnis von Gleichbehandlung entspricht, muss jeder selbst beurteilen.
Interessante Aufgaben
Interessante Aufgaben
Die Bundespolizei ist im Kern nach wie vor der ehemalige Bundesgrenzschutz und damit eine Sonderpolizei mit einem klar begrenzten Aufgabenspektrum. Wer mit dem Traum startet, klassische Polizeiarbeit zu erleben, Streife zu fahren und täglich abwechslungsreiche Einsätze zu haben, landet schnell hart in der Realität: Pässe stempeln am Flughafen oder stundenlang an der Autobahn stehen.
Natürlich gibt es interessante Spezialverwendungen, sie bilden aber nicht den Alltag der Masse ab. Aus meiner Sicht war bereits die Umbenennung eine Fehlentscheidung – „Bundesgrenzschutz“ würde das tatsächliche Aufgabenprofil bis heute wesentlich ehrlicher und treffender beschreiben.