Kurzer Gastauftritt. Loyalität ist keine Einbahnstraße.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Wenn es um das Drumherum geht und mit Geld zu tun hat, dann braucht man nicht mit einem Veto rechnen. Dort ist man bereit zu investieren, was sonst ja eher unüblich ist. Raum zum Austausch wird geschaffen, allerdings unstrukturiert angegangen. Also unter'm Strich finde ich gut, dass die Unternehmenskultur Möglichkeit zur Entwicklung gibt, nur dann leider unzureichend umsetzt.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bauchpinselei (habe nie darum gebeten) bei gleichzeitiger Geringschätzung. Nehme ich gerne an wenn ich nur 99% bringe, nicht aber wenn ich durchpowere - sogar krank mit Bedarf zur Bettruhe.
Verbesserungsvorschläge
Viele. CC-Verbote wären ein Anfang und prägnantes Transportieren von Infos ohne viel Blabla und Romane in E-mails. Welche größere Firma kommuniziert so?? Holt euch jemand von außen, der euch ehrlich aufzeigt wo ihr gerade steht wenn es um Strukturen (diverse) geht, damit ihr euch punktuell verbessern könnt und dem gewachsen seid, was ihr vorhabt. Es ist einfach nur wild und wirr und niemand hat Zeit für sowas.
Emotional intelligente in Balance zu zielorientierter Führung wäre angebracht, Highperformer jedenfalls werden es euch danken und aus 200% gleich 300 machen. Da geb' ich euch Brief und Siegel drauf.
Arbeitsatmosphäre
Despektierliches Verhalten ggü. mir als Betriebsleitung, als auch beiden Stellvertretern von Seiten des Teams vor Ort. Man wird im operativen Geschäft - wenn's gut läuft - nur durch die Gegend geschubst, ansonsten reißen manche Mitarbeiter Schubladen neben dir auf, dass du die blauen Flecke deines Lebens zur Schau tragen kannst. Meine Stelli hat den Schmuck auch nach 2 Tagen abbekommen. "Nice". Zustände, die du dir nich ausdenken kannst.
Gaslighting.
Rufschädigung/Lüge durch Mitarbeiter, du würdest Tip veruntreuen und dir sind die Hände gebunden.
Gerade erst hat ein Kollege aus dem HQ/Buchhaltung verlauten lassen, dass man mich besser mal auf Strecke bringen solle (paraphrasiert...), da ein Lieferschein nicht gescannt war, der zugehörig zu einer Order plus Lieferdatum war bevor ich einen Vertrag mit der Firma hatte. Lächerlichkeitslevel: exorbitant.
Ein COO, der mir ständig ins Wort fällt.
Ein Produktionsleiter, der an meinem ersten Tag nach !1 Woche! Onboarding sagt ich "solle nun endlich mal Verantwortung für die Bestellungen übernehmen".
Führt alles zum Schleudertrauma durch Kopfschütteln bei mir. Unprofessionell und unmenschlich.
Manche Kollegen fetzen allerdings!
Image
Glaube ganz gut, das Produkt und die Philo dahinter sind - theoretisch - wert daran zu glauben und für Fast Food/Systemgastro ist der Servicegedanke ausgesprochen hoch. Sauberkeit hat einen enormen Stellenwert!
Work-Life-Balance
1 Woche Arbeit zwischen 38 und 39° Fieber, wenn man deshalb um Hilfe bittet bei gleich mehreren Tasks passiert nix und am Ende war das dann "wohl ein Missverständnis respektive Kommunikationsfehler".
7 Tage die Woche sind (nahezu) okay für mich, dass man sogar mit fetter Grippe noch zum Antanzen angehalten wird ist hingegen untragbar. Ein Danke? Fehlanzeige. Loyalität und Wertschätzung verkörpern sich anders.
Karriere/Weiterbildung
Worte darüber gibt es viele. In wenigen Monaten sind die aber bisher nur leere Worthülsen für mich. Kann natürlich sein, dass das tatsächlich möglich ist.
Gehalt/Benefits
Im mittleren Management ist es normal zu arbeiten wie Ackergaul ohne mit Mehrwert entlohnt zu werden. Jedoch nicht in diesem Umfang mit Druck nach Leistung, die du nicht erbringen kannst weil die Einarbeitung unzureichend war und der Tag nur 24h hat. Alles, einfach alles nimmt dadurch Zeit und Nerven in Anspruch, obwohl es so easy sein könnte. Das Gehalt sollte nie gefühlt Schmerzensgeld sein... Und ich gehe eigentlich nicht für's Geld arbeiten, sondern für den Erfolg.
Es gibt ein Bonussystem, das bis heute für mich nicht transparent ist und zumindest mein Konto hat noch keine Bekanntschaft damit gemacht. Womöglich also gut, vielleicht aber auch nicht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ich denke, dass der Firma wichtig ist diesbezüglich mit Verantwortung zu handeln, aber die Akteure sind nicht fähig das Ganze umzusetzen.
Kollegenzusammenhalt
Gruppen und Ebenen halten zusammen. Im mittleren Management bist du per se der Sündenbock für alle, das liegt in der Natur der Position, aber bei BM (vor allem Leipzig) potenziert sich das normale Maß in krasse Dimensionen. Gesund ist das nicht.
Umgang mit älteren Kollegen
Bin sicher einer der ältesten dort. Gibt MAs, die sich zu benehmen wissen, auch ungeachtet des Alters. Aber: siehe Rest/s.o.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe keine Angst vor Vorgesetzten, ich mache Fehler, gebe sie zu, lerne sofort daraus, werde kontinuierlich besser. Kritik lässt mich nicht zittern, sondern hält mich dazu an die Beste zu werden. Arbeitgeber sollten das zu schätzen wissen. Hier hingegen arbeitet niemand mit einem, alles muss auch nach popligen 5 Tagen Einarbeitung im externen Store sitzen. "Da, Großbaustelle. Wir wollen sofort maximale Verbesserung sehen". Ersucht man - mehr als nötige - Kündigungen, die erst von oben finalisiert werden müssen (was soll das eigentlich?? Einfach nur Stuss.), hört man: "wenn XY gefeuert wird gehen gleich 4 oder 5 Leute mit". OK, klare Entscheidung also gegen mich und meine Expertise. So führt man kein Unternehmen. Einfach unklug.
Arbeitsbedingungen
Auf Pausenzeiten wird geachtet, das Equipment ist vorwiegend gescheit oder kein Fehler der Firma, sofern's nicht rund läuft. Freie Mahlzeit pro Schicht, was man ordern möchte bzw. benötigt bekommt man auch. Dahingehend werden einem keine Steine in den Weg gelegt.
Kommunikation
Die Firma braucht dringend Unterstützung von außen. Bin über JAHRE in Führung und daher Kommunikation ausgebildet, aber sowas war bis vor Kurzem unvorstellbar für mich. Wichtige Aufgabe -> hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit nötig. Tage mit Nachfragen von der Gegenseite um am Ende wieder am Anfang zu landen ist Standard im HQ. Viel Gequatsche, statt JETZT nach einer Lösung oder zumindest einem Ansatz zu suchen. Auf allen Ebenen, in allen Abteilungen. Sogar im operativen Geschäft null Lösungskompetenz, dafür viel Kaffeekranz.
Man braucht starke Nerven und viel Geduld.
Gleichberechtigung
Die ist tatsächlich gegeben, Mitarbeiter mit dahingehend justiziablem Verhalten werden immerhin ohne mit der Wimper zu zucken zum Ausgang begleitet. Frauen stehen den Männern in der männlichen Domäne "Management" in nichts nach, auch wenn sie aktuell unterrepräsentiert sind.
Interessante Aufgaben
Toilettenputzen, Tische abwischen, mit frechen Lieferdienstfahrern umgehen müssen, sich von Mitarbeitern drangsalieren lassen und die Zähne zusammenbeißen sollen, abschätziges Verhalten vom Top Management als logische Konsequenz aus zuvor genanntem Punkt...
Halt, warte! Nicht eine einzige^^ Hab die besten Schulen und Unis besucht um am Ende mehrfach am Tag die täglichen Geschäfte fremder Menschen zu beseitigen, weil das Team eine Akkumulation aus falschen "hirings" von Seiten des AG, misslungener Einarbeitung, grottiger Leistungsbeurteilung und fehlendem Feuern ist. Und dann einfach nicht tut was getan werden muss, denn dann macht es ja diejenige, die am Ende den Kopf für's Erledigen hinhält/ die Verantwortung trägt.
Wer keinen Selbstwert hat, der kann hier (ich spreche vom Standort Leipzig unter derzeitigen Umständen) jedoch sicher glücklich werden.