Ich habe hier mal wirklich gerne gearbeitet. Das ist leider Vergangenheit.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Mein Team: Hier erlebe ich eine Arbeitsatmosphäre, die von Vertrauen, gegenseitiger Unterstützung und fachlicher Weiterentwicklung geprägt ist.
Die Aufgaben sind oft herausfordernd und motivierend, was für mich ein wichtiges Kriterium für eine gute Arbeit ist.
Auch die technische Ausstattung sowie die Möglichkeit, schnell Verantwortung zu übernehmen, zähle ich zu den positiven Aspekten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Kommunikation und Entscheidungsfindung im oberen Management wirken auf mich oft abgehoben und wenig transparent. Gerade bei strategischen Themen fehlt mir häufig das Gefühl, dass die Perspektive einfacher Mitarbeitender ernsthaft berücksichtigt wird. Auch die Homeoffice-Politik empfinde ich als weder zeitgemäß noch rational begründet und lässt aus meiner Sicht (und auch aus der Sicht vieler Kollegen, mit denen man über das Thema spricht) das Vertrauen in eine langfristige Planbarkeit schwinden.
Darüber hinaus gibt es auch keinen Betriebsrat oder eine vergleichbare Interessenvertretung der Mitarbeitenden. Dadurch fehlt aus meiner Sicht eine neutrale Instanz, die strukturiert und verbindlich die Perspektive der Mitarbeitenden gegenüber der Geschäftsführung vertreten könnte.
Verbesserungsvorschläge
Ich würde mir wünschen, dass das Unternehmen die positive, kollegiale Atmosphäre in vielen Teams nicht durch eine zunehmend rückwärtsgewandte Präsenzkultur aufs Spiel setzt. Vertrauen und Leistung sollten mehr zählen als bloße Sichtbarkeit im Büro.
Auch beim Thema Weiterbildung wäre mehr Transparenz hilfreich: Welche Angebote gibt es konkret? Wer hat Anspruch? Wer entscheidet über Teilnahme? Aktuell wirkt das auf mich wenig greifbar, schade.
Was ich mir ebenfalls wünschen würde: Mehr kritische Selbstreflexion im oberen Management. Weniger Filterblase, deutlich mehr Bodenhaftung. Entscheidungen wirken dort für mich oft abgekoppelt vom Arbeitsalltag derjenigen, die sie umsetzen sollen. Wer in den Stellenanzeigen mit "Start-up Flair" und einem "lockeren Arbeitsumfeld" wirbt, sollte die Perspektive der einfachen Angestellten nicht nur kennen, sondern sehr ernst nehmen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre im Team selbst ist kollegial und wertschätzend, hier fühlt man sich oft gut aufgehoben. Auch mein direkter Vorgesetzter hat stets ein offenes Ohr und begegnet mir auf Augenhöhe.
Allerdings empfinde ich die Stimmung ab einer gewissen Führungsebene darüber hinaus deutlich distanzierter. Wertschätzung, Fairness oder auch nur eine ehrliche Kommunikation wirken auf mich dort oft eher wie leere Phrasen.
Image
Das Image ist sehr gut, da C24 bei externen Tests meist in den Spitzenplätzen vertreten ist. Dennoch ist der Bekanntheitsgrad noch ausbaubar, gerade bei dem Produkt, das ich ebenfalls als sehr überzeugend finde.
Work-Life-Balance
Was die Arbeitszeiten betrifft, habe ich persönlich bislang wenig auszusetzen. Innerhalb meines Teams wird auf private Belange Rücksicht genommen und ich konnte bisher eine gesunde Balance aufrecht erhalten.
Allerdings wirkt sich die aus meiner Sicht zunehmend rigide Haltung der Bank zum Thema Homeoffice stark auf meine bisherige Planungssicherheit aus. Die Signale, z. B. durch neu ausgeschriebene Stellen, in denen die bisherigen Homeoffice-Möglichkeiten von 2 Tagen pro Woche gar nicht erwähnt werden, lassen aus meiner Sicht kaum Zweifel daran, dass mittelfristig eine komplette Rückkehr zur Präsenz beabsichtigt ist. Das empfinde ich als deutlichen Rückschritt.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen sind definitiv vorhanden, wenn man gute Leistungen zeigt. Zumindest bis ins untere Management. Verantwortung bekommt man schnell übertragen, wenn man sich engagiert und sichtbar macht.
Im oberen Management hingegen wirkt der Karriereverlauf auf mich häufig eher durch persönliche Vernetzung oder (besonders bei Neueinstellungen) durch eine Consulting-Vergangenheit geprägt als durch objektive Eignung oder gezielte interne Entwicklung. Auch interne Beförderungen erscheinen mir auf dieser Ebene nicht immer klar leistungsbasiert.
Beim Thema Weiterbildung sehe ich hingegen noch Luft nach oben: Gerade externe Weiterbildungsangebote sind aus meiner Sicht nicht klar genug kommuniziert, oder schlicht zu selten (ich habe jedenfalls noch keinen Kollegen gesehen, der zu einer externen Weiterbildung gefahren ist). Es kann gut sein, dass es hier mehr gibt, als man auf den ersten Blick mitbekommt, aber das ist dann auch wieder eine Frage der internen Transparenz.
Gehalt/Benefits
Im Gegensatz zu anderen hier kann ich mich in Bezug auf das Gehalt absolut nicht beklagen. Aus meiner Sicht wird gute Leistung hier durchaus gut vergütet. Bislang kam auch jede Gehaltszahlung pünktlich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Hier habe ich bislang weder besonders positive noch negative Eindrücke gesammelt. Vielleicht passiert hier mehr im Hintergrund, aber für Mitarbeitende ist das aus meiner Sicht nach außen hin kaum erkennbar.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb meines direkten Teams sehr stark: Man unterstützt sich gegenseitig, begegnet sich mit Respekt und zieht in herausfordernden Situationen an einem Strang.
Teamübergreifend habe ich hingegen öfter den Eindruck, dass viele Bereiche eher nebeneinander (oder sogar gegeneinander) als miteinander arbeiten. Das erschwert aus meiner Sicht eine konstruktive, unternehmensweite Zusammenarbeit.
Umgang mit älteren Kollegen
Es gibt recht wenig ältere Kollegen, aber aus meiner Sicht werden sie genauso respektvoll behandelt wie alle anderen auch.
Vorgesetztenverhalten
Mein direkter Vorgesetzter begegnet mir auf Augenhöhe, gibt regelmäßig konstruktives Feedback und zeigt in meinen Augen echtes Interesse an der Weiterentwicklung des Teams. Für mich persönlich war das ein zentraler Grund, warum ich mich über lange Zeit mit der Bank identifizieren konnte.
Ganz anders nehme ich jedoch das Verhalten auf höheren Führungsebenen wahr: Entscheidungen wirken dort für mich oft nicht nachvollziehbar und mehr durch Politik getrieben, Kritik wird selten aufgenommen und auf berechtigte Anfragen, selbst wenn sie sachlich und lösungsorientiert formuliert sind, erfolgt teilweise überhaupt keine Reaktion. Wertschätzung und Dialogkultur bleiben aus meiner Sicht hier deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung empfinde ich als sehr gut: Man kann zwischen leistungsfähigen MacBooks oder Windows-Geräten wählen, dazu kommen große Monitore und höhenverstellbare Schreibtische. Aus meiner Sicht wird hier auf moderne Arbeitsmittel geachtet, was ich sehr begrüße. Auch im Sommer ist das Büro an den allermeisten Tagen gut klimatisiert.
Kritisch sehe ich aber die Lärmpegel in den Großraumbüros. Trotz vereinzelter Raumtrenner ist der Geräuschpegel aus meiner Sicht stellenweise eine echte Herausforderung, vor allem in der Nähe der Kaffeeküchen oder stark frequentierter Durchgangsbereiche.
Kommunikation
Innerhalb meines direkten Teams funktioniert die Kommunikation meist zuverlässig. Herausforderungen entstehen meiner Ansicht nach jedoch häufig bei teamübergreifenden Themen: Viele Bereiche arbeiten aus meiner Sicht in klar voneinander abgegrenzten Silos, was Informationsfluss und Zusammenarbeit spürbar erschwert.
Die Kommunikation von der oberen Führungsebene empfinde ich persönlich als nicht ausreichend transparent oder greifbar.
Gleichberechtigung
Im alltäglichen Miteinander nehme ich grundsätzlich einen respektvollen und gleichwertigen Umgang zwischen Frauen und Männern wahr. Ich habe in meinem Umfeld weder Belästigungen noch sexistische Kommentare erlebt.
Allerdings fällt auf, dass mit zunehmender Hierarchieebene der Anteil weiblicher Führungskräfte stark abnimmt, bis hin zu einer ausschließlich männlich besetzten Geschäftsführung. Hier sehe ich noch etwas Luft nach oben.
Interessante Aufgaben
Die Aufgabenverteilung ist in meinem Team sinnvoll strukturiert, die Zeit vergeht meistens wie im Flug, was ich als Zeichen dafür werte, dass man zügig Fortschritte sieht und sich im eigenen Themengebiet entfalten kann.
Auch die Möglichkeit, sich fachlich weiterzuentwickeln oder neue Themen im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv mitzugestalten, empfinde ich nach wie vor als eine der Stärken. In meinem Arbeitsalltag habe ich selten das Gefühl, einfach nur Zeit abzusitzen, und das ist für mich ein wichtiges Qualitätsmerkmal.


