Viel Potenzial in den Aufgaben – leider zu wenig Kommunikation und Begleitung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Aufgabenbereich und die inhaltliche Ausrichtung meiner Stelle fand ich wirklich spannend. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich dort langfristig sehr gut hätte einbringen und mit eigenen Ideen einen echten Mehrwert schaffen können.
Positiv finde ich außerdem den grundsätzlichen Ansatz, Mitarbeitende nicht nur zu beschäftigen, sondern aktiv etwas für Mitarbeiterbindung und deren Entwicklung zu tun. Die Idee dahinter hat mich sehr angesprochen. Aufgrund meiner kurzen Zeit im Unternehmen kann ich allerdings nur eingeschränkt beurteilen, wie stark dieser Anspruch im Arbeitsalltag tatsächlich umgesetzt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Für mich war vor allem der Umgang während der Einarbeitung schwierig. Ich hätte mir deutlich mehr Austausch mit meiner direkten Führungskraft, klarere Erwartungen und die Möglichkeit gewünscht, Unsicherheiten frühzeitig zu klären.
Besonders enttäuschend fand ich, dass mir viele Kritikpunkte und Beschwerden erst gebündelt im Zusammenhang mit der Beendigung des Arbeitsverhältnisses genannt wurden. Dadurch hatte ich aus meiner Sicht kaum die Chance, daraus zu lernen, Missverständnisse zu klären oder mein Verhalten anzupassen.
Auch die Kommunikation in schwierigen Situationen habe ich teilweise als sehr konfrontativ und wenig wertschätzend erlebt. Hinzu kam bei mir der Eindruck, innerhalb des Teams nicht immer gleich behandelt und vollständig eingebunden worden zu sein.
Gerade weil ich motiviert war und mich gerne langfristig eingebracht hätte, fand ich es schade, dass aus meiner Sicht so wenig Raum für Entwicklung und Korrektur während der Einarbeitungszeit geblieben ist.
Verbesserungsvorschläge
Gerade während der Einarbeitung wären aus meiner Sicht regelmäßige Gespräche mit der direkten Führungskraft wichtig. Ich habe mehrfach versucht, Rückfragen zu klären und abzustimmen, woran ich arbeite und welche Vorgehensweisen gewünscht sind. Mit klareren Zuständigkeiten und mehr Gelegenheit zum Austausch hätte ich Erwartungen besser verstehen und mein Verhalten entsprechend anpassen können.
Kritik oder Beschwerden über Mitarbeitende sollten außerdem möglichst frühzeitig und konkret angesprochen werden. Wenn mehrere Kritikpunkte erst gesammelt in einem abschließenden Gespräch genannt werden, fehlt die Möglichkeit, daraus zu lernen und etwas zu verändern. Besonders während der Einarbeitung sollte Raum dafür bestehen, die Arbeitsweise, Kommunikation und ungeschriebenen Regeln eines Unternehmens erst kennenzulernen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre habe ich anfangs grundsätzlich als angenehm erlebt. Im weiteren Verlauf wurde sie für mich jedoch zunehmend von Unsicherheit geprägt, da Erwartungen und Kritik aus meiner Sicht garnicht oder kaum kommuniziert wurden. Dadurch fiel es mir schwer einzuschätzen, woran ich tatsächlich war.
Image
Das Unternehmen habe ich als stark wirtschaftlich und finanzorientiert wahrgenommen, was für eine Holding grundsätzlich nicht ungewöhnlich ist. Bereits vor meinem Einstieg hatte ich unterschiedliche, teilweise auch kritische Eindrücke gehört. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass man sich verbessern möchte – insbesondere darin, mehr für die eigenen Mitarbeitenden zu tun und deren Bedürfnisse stärker in den Blick zu nehmen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance war grundsätzlich in Ordnung. Flexible Arbeitsmöglichkeiten waren vorhanden, allerdings haben sich Unsicherheiten und die unklare Kommunikation für mich auch auf das persönliche Belastungsempfinden ausgewirkt.
Karriere/Weiterbildung
Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass Weiterbildungsmöglichkeiten vorhanden sind. Entwicklungsmöglichkeiten im Sinne eines klassischen Aufstiegs erschienen mir dagegen eher begrenzt. Aufgrund meiner kurzen Beschäftigungszeit kann ich diesen Bereich allerdings nur eingeschränkt beurteilen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt empfand ich als in Ordnung. Die angebotenen Benefits konnte ich aufgrund meiner kurzen Beschäftigungszeit kaum nutzen, daher kann ich diese nur eingeschränkt bewerten.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Grundsätzlich hatte ich den Eindruck, dass auf das Wohl der Mitarbeitenden und auf soziale Aspekte viel Wert gelegt wird. Meine persönliche Erfahrung innerhalb des eigenen Teams war davon teilweise abweichend, insgesamt habe ich das Sozialbewusstsein des Unternehmens aber positiv wahrgenommen.
Kollegenzusammenhalt
Den Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen habe ich unterschiedlich erlebt. Teilweise war die Zusammenarbeit angenehm und unterstützend, gleichzeitig hatte ich nicht immer das Gefühl, wirklich ins Team eingebunden zu sein.
Umgang mit älteren Kollegen
Dazu kann ich aus meiner eigenen Erfahrung keine verlässliche Einschätzung geben.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten meiner direkten Führungskraft habe ich insbesondere in schwierigen Situationen als wenig wertschätzend und teilweise sehr konfrontativ erlebt. Kritik und Erwartungen wurden aus meiner Sicht nicht frühzeitig oder garnicht angesprochen, sodass mir kaum die Möglichkeit blieb, darauf zu reagieren oder mein Verhalten entsprechend anzupassen.
Arbeitsbedingungen
Die Einarbeitung war aus meiner Sicht nur sehr eingeschränkt möglich. Die zuständige Kollegin hat sich dabei viel Mühe gegeben und mich im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt. Insgesamt fehlten jedoch aus meiner Sicht die nötigen Strukturen und Rahmenbedingungen für eine gute und vollständige Einarbeitung.
Kommunikation
Die Kommunikation habe ich häufig als unklar und wenig transparent erlebt. Gerade bei Erwartungen, Zuständigkeiten und Kritikpunkten hätte ich mir eine deutlich frühere, offenere und direktere Kommunikation gewünscht.
Gleichberechtigung
Ich habe Unterschiede in der Behandlung innerhalb des Teams wahrgenommen. In vergleichbaren Situationen hatte ich mehrfach den Eindruck, anders behandelt zu werden als weibliche Kolleginnen. Das habe ich als wenig gleichberechtigt empfunden.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren abwechslungsreich und inhaltlich interessant. Besonders positiv fand ich die Möglichkeit, mich mit unterschiedlichen Themen auseinanderzusetzen und eigene Ideen einzubringen. Jedenfalls dachte ich das.

