Mit Cherry ist nicht (mehr) gut Kirschen essen...
Verbesserungsvorschläge
- Einen Mittelständler mit knapp 300 Mitarbeitern nicht führen, als wäre es ein Weltkonzern
- Der bestehenden Belegschaft mehr Vertrauen geben und diese fördern. Die Förderung und das Vertrauen in die bestehende Belegschaft stellen eine sinnvollere Alternative zur Anwerbung der kostenintensiven "alten Freunde" dar
Arbeitsatmosphäre
Der Aktienkurs spiegelt das Unternehmen und dessen Schicksal der letzten 4 Jahre exakt wieder. Eine extrem hohe Fluktuation (einige wenige Abteilungen ausgeschlossen) und nicht enden wollende Umstrukturierungen führen in der gesamten Belegschaft zu Misstrauen und gedrückter Stimmung. Schon kleinste Erfolge werden von der Geschäftsführung glorifiziert und den Mitarbeitern als die Kehrtwende verkauft, nur um wenig später von der nächsten Ad-Hoc Meldung ausgebremst zu werden. Der Großteil der fähigen Mitarbeiter hat das Unternehmen ohnehin bereits verlassen, mit welchen ein großer Teil des Know-Hows und Arbeitsleistung ebenfalls wegbrachen.
Image
Hier ist sogar ein Stern zu viel. Vom viel versprechenden Mittelständler ist nur wenig geblieben. Durch die Entlassungen 2022 in der Produktion und 2023 im gesamten Unternehmen hat sich das Image sowohl in der Region als auch überregional massiv verschlechtert. Ständige Umsatzkorrekturen nach unten und Ad-Hoc Meldungen führen hier nicht gerade zu einer Besserung.
Work-Life-Balance
30 Tage Urlaub, sehr lockere Homeofficeregelungen und Gleitzeit führen außer in Zeiten des Quartals- bzw. Jahresabschlusses zu einer angenehmen Work-Life-Balance
Karriere/Weiterbildung
Für den "kleinen" Mitarbeiter gibt es so gut wie keine Karrieremöglichkeiten (mehr). Stellen mit Führungsverantwortung wurden anders als früher alle, bis auf einige wenige Ausnahmen, mit neuen Mitarbeitern von außen besetzt. Auf organische Wachstum im Bereich Personal setzt das Unternehmen ohnehin nicht.
Kollegenzusammenhalt
Je nach Abteilung sehr unterschiedlich. Gerade in Abteilungen, die seit Jahren fast unverändert bestehen und viele regionale Kräfte binden, ist der Zusammenhalt (und die Atmosphäre) nach wie vor sehr gut. Der Versuch, die Stimmung innerhalb der Belegschaft durch aufwändige Workshops wieder zu bessern, zeigte zum Zeitpunkt meines Austrittes keinen Effekt.
Umgang mit älteren Kollegen
Durch die Entlassungen in den letzten Jahren ist der Altersdurchschnitt bedingt durch den Sozialplan ohnehin sehr hoch. Die meisten der älteren Kollegen sind schon seit Jahrzehnten in Haus, wodurch untereinander noch ein gewisser Zusammenhalt und "Durchhaltewille" besteht.
Vorgesetztenverhalten
Informationen wurden oft spärlich oder gar nicht weitergegeben. Entscheidungen wirkten intransparent und man fühlte sich als Mitarbeiter oft im Unklaren gelassen. Häufig fehlte es an klaren Zielen, einer inspirierenden Vision und der Fähigkeit, ein Team effektiv zu führen und zu motivieren.
Arbeitsbedingungen
Höhenverstellbare Tische an jedem Arbeitsplatz und kleine Büros für max. 6 Personen sind die Regel. Da sich ein Großteil der Mitarbeiter meist im Homeoffice befindet, ist das Headquarter in Auerbach dementsprechend meist aber eher nur sporadisch besetzt.
Kommunikation
Gut gemeinte Versuche aus der obersten Führungsetage, wie etwa einen internen Messenger oder einen monatlichen "Blog" zu etablieren, werden schon nach wenigen Wochen wieder eingefroren. Infos werden sonst fast ausschließlich durch gelegentliche Betriebsversammlungen oder im Glücksfall durch die Führungskraft verbreitet.
Gehalt/Benefits
Das ohnehin solide Grundgehalt wird durch Weihnachts- und Urlaubsgeld ergänzt. Bedingt durch die wirtschaftliche Lage konnte zusätzliches Engagement unter dem Jahr bei der Mitarbeiterbeurteilung aber kaum beachtet werden.
Gleichberechtigung
Gezielt wurden Stellen mit Führungsverantwortung in den letzten Jahren mit weiblichen Mitarbeitern besetzt. Leider haben sich für vorhandene Mitarbeiterinnen hier trotz eines Female-Talent Programmes so gut wie keine Chancen ergeben.