Team stark, Herausforderungen bei Führung und Organisation
Gut am Arbeitgeber finde ich
Kollegenzusammenhalt ist stark und das Team unterstützt sich gegenseitig.
• Abwechslungsreiche Aufgaben, gerade zu Beginn, bieten interessante Einblicke.
• Work-Life-Balance durch Homeoffice-Möglichkeiten grundsätzlich gegeben.
• Durchschnittliches Gehalt mit zusätzlichen Benefits wie BahnCard/Jobticket und monatlicher Gutschein-Card.
• Glasflaschen und Wasserspender tragen positiv zum Umweltbewusstsein bei.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
• Führung und Kommunikation sind verbesserungswürdig; Gespräche mit Vorgesetzten laufen teilweise nicht konstruktiv.
• Arbeitsbelastung hoch, Routinearbeit entsteht, Samstagsarbeit wird offiziell als freiwillig bezeichnet, ist aber häufig erwartet.
• Büroplätze stark begrenzt, Sitzplatzsystem kann künftig zu Konflikten führen.
• Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten sind begrenzt, außer durch Führungsverantwortung.
• Gleichberechtigung und Aufgabenverteilung wirken teilweise nicht fair.
• Urlaubsplanung im Sommer kann für Mitarbeitende ohne Kinder schwierig sein.
• Umwelt- und Sozialbewusstsein im Büro könnte stärker umgesetzt werden (Mülltrennung fehlt).
Verbesserungsvorschläge
Verbesserungsvorschläge aus meiner Sicht:
Das Unternehmen könnte die Einarbeitung deutlich strukturierter gestalten – sowohl für neue Mitarbeitende als auch für neue Führungskräfte. Hier sollte mehr Zeit und Unterstützung investiert werden, damit alle schnell die nötigen Abläufe und Verantwortlichkeiten kennenlernen und sicher arbeiten können.
Zudem wäre es sinnvoll, dass die HR-Abteilung frühzeitig und regelmäßig mit neuen Führungskräften zusammenarbeitet, um ein konstruktives und wertschätzendes Führungsverhalten zu fördern. Situationen, in denen Mitarbeitenden Kommentare zu Gesundheit oder Karriere nahegelegt werden, sollten vermieden werden; stattdessen wäre ein respektvoller und unterstützender Umgang wünschenswert.
Transparente Kommunikationswege, eine fairere Aufgaben- und Urlaubsgestaltung sowie eine flexiblere Handhabung von Homeoffice würden ebenfalls dazu beitragen, die Arbeitsatmosphäre und Motivation zu verbessern. Auch die Themen Gleichberechtigung, Büroorganisation und Arbeitsbelastung könnten durch klare Regeln und strukturierte Prozesse positiv beeinflusst werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich in den letzten Monaten leider deutlich verschlechtert. Veränderungen innerhalb des Teams und der Führung haben dazu geführt, dass sich viele Mitarbeitende nicht mehr wirklich wohlfühlen.
One-to-One-Gespräche werden offiziell als freiwillig dargestellt, praktisch jedoch häufig einfach als Termine eingestellt, wodurch ein gewisser Druck entsteht. Zudem ist die Bürosituation schwierig: Durch den begrenzten Platz gibt es kaum freie Platzwahl. Man sitzt oft dort, wo gerade ein Platz frei ist, unabhängig davon, ob man sich dort wohlfühlt oder konzentriert arbeiten kann. Wenn man versucht, sich zeitweise in ein ruhigeres Büro zurückzuziehen, wird dies teilweise kritisch kommentiert, was die Situation zusätzlich unangenehm macht.
Insgesamt wäre hier mehr Verständnis für unterschiedliche Arbeitsweisen sowie eine offenere und wertschätzendere Führungskultur wünschenswert
Image
Nach außen hin wirkt das Unternehmen professionell und gut organisiert. Das Image nach außen ist daher insgesamt positiv.
Intern zeigt sich jedoch ein etwas anderes Bild: Herausforderungen in Führung, Kommunikation, Aufgabenverteilung und Büroorganisation sorgen dafür, dass der Arbeitsalltag für viele Mitarbeitende deutlich belastender ist, als es das äußere Image vermuten lässt. Wer sich für eine Position interessiert, sollte sich daher nicht nur auf das äußere Erscheinungsbild verlassen, sondern auch einen Blick auf die internen Abläufe und die Teamdynamik werfen.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist grundsätzlich gut. Durch die Möglichkeit zum Homeoffice und eine gewisse Flexibilität lassen sich private Termine meist gut in den Arbeitsalltag integrieren. Auch kurzfristige Termine können in der Regel wahrgenommen werden, was sehr positiv ist.
Etwas schwierig gestaltet sich allerdings die Urlaubsplanung, insbesondere in der Sommerzeit. Mitarbeitende mit Kindern haben hier verständlicherweise häufig Vorrang, was grundsätzlich nachvollziehbar ist. Gleichzeitig führt das in der Praxis jedoch dazu, dass Mitarbeitende ohne Kinder in dieser Zeit oft nur eingeschränkt Urlaub nehmen können oder ihre Planung stark anpassen müssen. Hier wäre eine ausgewogenere Lösung wünschenswert, damit alle Mitarbeitenden faire Möglichkeiten bei der Urlaubsplanung haben.
Karriere/Weiterbildung
Die Möglichkeiten für Karriere- oder Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens sind begrenzt. Tatsächlich eröffnen sich neue Perspektiven oft erst durch eine Führungsposition. Für Mitarbeitende ohne Führungsverantwortung gibt es nur wenige Angebote für Weiterbildung oder Aufstieg, sodass die langfristige berufliche Entwicklung eingeschränkt ist.
Eine transparentere Förderung von Weiterbildung und Karrierepfaden für alle Mitarbeitenden könnte hier die Motivation und Bindung an das Unternehmen deutlich erhöhen.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt im Durchschnittsbereich; natürlich wünscht man sich als Mitarbeitender immer etwas mehr. Im Vergleich zu anderen Arbeitgebern gibt es hier durchaus noch Luft nach oben.
Positiv sind jedoch die Zusatzleistungen: Die Kosten für die BahnCard bzw. das Jobticket werden übernommen, und Mitarbeitende erhalten monatlich eine Spende- oder Gutschein-Card im Wert von 50 Euro. Diese Benefits tragen zusätzlich zum Gesamtpaket bei.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Beim Thema Umwelt- und Sozialbewusstsein gibt es noch Verbesserungspotenzial. Im Büro wird aktuell keine Mülltrennung durchgeführt, sodass der gesamte Abfall gemeinsam entsorgt wird.
Positiv ist jedoch das neue Wasserspender-Gerät am Wasserhahn, das kaltes, Sprudel- und kochend heißes Wasser bereitstellt. Es trägt dazu bei, Einwegflaschen zu vermeiden, auch wenn beim Umgang mit heißem Wasser Vorsicht geboten ist. Insgesamt könnte Nachhaltigkeit im Büro noch stärker berücksichtigt werden.
Kollegenzusammenhalt
Der Kollegenzusammenhalt im Team ist sehr gut. Die Mitarbeitenden unterstützen sich gegenseitig bei Problemen und versuchen, gemeinsam Lösungen zu finden. Gerade im Arbeitsalltag merkt man, dass viele bereit sind zu helfen, wenn jemand Unterstützung braucht.
Auch außerhalb der direkten Arbeit ist das Miteinander angenehm, häufig wird gemeinsam Mittag gegessen oder sich kurz ausgetauscht. Das trägt trotz mancher Herausforderungen im Arbeitsumfeld zu einer insgesamt positiven Teamdynamik bei.
Umgang mit älteren Kollegen
Zum Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen kann ich persönlich nur begrenzt etwas sagen, da ich hier keine besonderen negativen oder positiven Erfahrungen gemacht habe.
Grundsätzlich könnte das Thema Wertschätzung von Erfahrung und langjähriger Betriebszugehörigkeit jedoch noch stärker in den Fokus rücken, da ältere Mitarbeitende oft viel Wissen und Praxis mitbringen, von dem Teams profitieren können
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten von Vorgesetzten empfinde ich teilweise als schwierig und wenig wertschätzend. In Gesprächen entsteht mitunter der Eindruck, dass persönliche Situationen oder gesundheitliche Themen nicht immer ernst genommen werden. Kommentare oder Einschätzungen darüber, wie es Mitarbeitenden angeblich gehen sollte, wirken dabei eher unangebracht.
Auch im Umgangston kommt es gelegentlich zu Vorwürfen oder kritischen Bemerkungen, die nicht immer konstruktiv formuliert sind. Das führt dazu, dass Gespräche mit Führungskräften teilweise eher unangenehm als lösungsorientiert wahrgenommen werden.
Besonders irritierend war für mich persönlich eine Situation, in der mir indirekt nahegelegt wurde, mich beruflich anderweitig umzusehen. Solche Aussagen tragen nicht gerade zu Vertrauen oder Motivation bei und werfen Fragen hinsichtlich der internen Abstimmung zwischen Führungskräften, HR und Unternehmensleitung auf.
Insgesamt wäre hier ein respektvollerer Umgang, mehr Sensibilität im Gespräch mit Mitarbeitenden und eine konstruktivere Feedbackkultur wünschenswert.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen sind teilweise herausfordernd, insbesondere durch den begrenzten Platz im Büro. Eine freie Sitzplatzwahl ist meist nicht möglich, sodass man häufig dort sitzen muss, wo gerade ein Platz verfügbar ist. Seit einiger Zeit gibt es zudem ein Buchungssystem für Sitzplätze. Teilweise sind Plätze jedoch schon im Voraus blockiert, was bei dem ohnehin vorhandenen Platzmangel künftig eher zu zusätzlichen Diskussionen führen könnte.
Zudem sind aktuell nur zwei Tage Homeoffice pro Woche vorgesehen. Grundsätzlich wird erwartet, dass man möglichst im Büro arbeitet. Wenn man häufiger von zu Hause aus arbeiten möchte, werden teilweise schnell kritische Rückfragen gestellt. Eine etwas flexiblere Handhabung könnte hier möglicherweise zur Entlastung beitragen und den Arbeitsalltag angenehmer gestalten.
Kommunikation
Die interne Kommunikation ist ausbaufähig. Informationen werden teilweise nicht klar oder nur unvollständig weitergegeben, was zu Missverständnissen führt.
Auch bei Problemen gestaltet sich die Situation schwierig. Zu Beginn wird häufig darauf verwiesen, dass man sich bei Anliegen an die HR-Abteilung wenden kann. In der Praxis wird man dort jedoch häufig wieder an die direkte Klärung mit der betreffenden Person oder der Führungskraft verwiesen. Gerade wenn es um Themen mit Vorgesetzten geht, empfinden viele Mitarbeitende diesen Weg als nicht besonders hilfreich.
Hier wäre eine neutralere und aktivere Unterstützung bei Konflikten sowie eine transparentere Kommunikation zwischen Teamleitungen und Mitarbeitenden wünschenswert.
Gleichberechtigung
Das Thema Gleichberechtigung empfinde ich als schwierig. Teilweise entsteht der Eindruck, dass bestimmte Mitarbeitende stärker bevorzugt werden als andere. Einige erhalten häufiger zusätzliche oder interessantere Aufgaben, während andere überwiegend sehr repetitive Tätigkeiten übernehmen.
Dadurch wirkt die Aufgabenverteilung nicht immer ganz ausgewogen. Wenn man sich die tatsächlichen Arbeitsinhalte und Verantwortlichkeiten genauer anschaut, entsteht teilweise das Gefühl, dass Leistung und Einsatz nicht bei allen gleich bewertet werden.
Eine transparentere Aufgabenverteilung sowie klarere Kriterien dafür, wer welche Verantwortlichkeiten oder zusätzlichen Aufgaben übernimmt, würden hier vermutlich zu mehr Fairness und Motivation im Team beitragen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben sind grundsätzlich abwechslungsreich und bieten Einblicke in unterschiedliche Themen und Kunden. Gerade zu Beginn kann die Arbeit dadurch interessant und vielseitig wirken.
Mit der Zeit entsteht jedoch zunehmend der Eindruck von Routinearbeit. Neue Aufgaben oder Entwicklungsmöglichkeiten kommen nur selten hinzu, wodurch die Tätigkeit teilweise sehr repetitiv wird. Gleichzeitig wächst das Arbeitsaufkommen durch die Aufnahme vieler neuer Kunden stetig, was den Arbeitsalltag sehr dicht und teilweise belastend macht.
Durch die hohe Menge an Arbeit und vorhandene Rückstände wirkt das Team insgesamt stark ausgelastet. Viele Mitarbeitende sind entsprechend erschöpft, da das Arbeitspensum dauerhaft hoch ist. Zusätzlich finden regelmäßig Samstageinsätze statt, die offiziell als freiwillig gelten, bei denen jedoch häufig erwartet wird, dass möglichst viele aus dem Team teilnehmen.
Zwar werden neue Mitarbeitende eingestellt, allerdings ist es im schnellen Tagesgeschäft oft schwierig, ausreichend Zeit für eine strukturierte Einarbeitung zu finden. Dadurch verteilt sich ein Teil der Arbeit weiterhin auf bestehende Teammitglieder, was den Druck zusätzlich erhöhen kann.