Im Bewerbungsprozess zu viele Unwahrheiten erzählt bekommen (02/2024) nach 11 Tagen habe ich gekündigt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Fixgehalt in Ordnung mit Provision und das als Angestellter.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
5 Tage Einarbeitung in Frankfurt ohne das erste Gehalt bezahlt zu bekommen. Ich habe sehr viel Geld für Essen ausgegeben, weil das Unternehmen dafür nicht gesorgt hat. Remote ist nicht gleich Remote wenn du "nah genug" an Frankfurt wohnst. Wie andere Standorte sind, weiß ich nicht.
Verbesserungsvorschläge
Remote auch wirklich bei Remote lassen. Einarbeitung ist nicht 5 Tage Frankfurt Büro und Videos anschauen und bisschen Live etwas erzählen lassen. Wenn der Recruiter von 3-5 Wochen spricht, dann anständig die Zeit nutzen. Mitarbeiter besser behandeln. Die Fachkraft existiert auch ohne die Existenz des Unternehmens. Das Unternehmen existiert jedoch nicht ohne seine Mitarbeiter.
Arbeitsatmosphäre
Die angenehmen Kollegen retten auf drei Sterne. Selbst die Überflieger sind/waren nicht arrogant, was für die Branche eine extreme Seltenheit ist. Gleiches gilt für Führungskräfte nicht.
Kommunikation
Bei Einstellung hieß es, Einarbeitung 3-5 Wochen. Nach 6 Tagen wollte man, dass ich mindestens 150 Calls am Tag mache und direkt Termine vereinbare und anfange zu verkaufen ohne mit den Softwares vertraut zu sein. Meine Führungskraft habe ich zufällig am 6. Tag kennengelernt, als er ein Notfallteammeeting auf Teams berufen hat und weinend vor der Kamera verkündet hat, dass er gehen muss obwohl er es nicht möchte. Es hieß, die neue Führungskraft ist X. Und ich so... wer ist X??? Es hat 3-4 Tage gedauert, bis ich endlich wusste wer es sein soll. Bei meinem aller ersten Gespräch mit ihm machte er mir sofort Verkaufsdruck und zwingt zu verbindlichen morgentlichen Gesprächen täglich um 07:50 Uhr. Nachdem ich das 1-2 mal mitgemacht habe, habe ich gekündigt.
Kollegenzusammenhalt
Sehr angenehmes Miteinander untereinander. Sind während der Einarbeitung (von 5 Tagen statt 3-5 Wochen haha) zusammen Essen gegangen, sehr entspannte Zeit im Büro verbracht, abends gemeinsam Bier getrunken aber Feierabend war trotzdem nicht (meistens um 21-22 Uhr herum). Erfahrenere Kollegen waren sehr hilfsbereit.
Work-Life-Balance
Absolut unmöglich zu planen. Meiner Beobachtung nach fallen etwas die Hälfte der Termine täglich aus. Es werden teilweise 8-10 Termine pro Tag erwartet. Verstreut über den Tag fällt die Hälfte aus. Zwischendurch macht man Calls. Man ist normalerweise beschäftigt von 8-9 Uhr bis in den (sehr) späten Abend. Manche Kollegen habe ich täglich von 8 bis 23 Uhr im Büro gesehen. 23 Uhr weil ich noch nie länger geblieben war und es waren trotzdem noch welche da.
Vorgesetztenverhalten
Ich habe für eine 100% Remote-Stelle unterschrieben. Als die Führungskräfte herausgefunden haben, dass ich "nur 45min mit dem Zug entfernt" wohne, hieß es plötzlich "Dann kannst du ja jeden Tag ins Büro kommen" Nein. Einfach nein. Sehr starker Verkaufsdruck ohne anständige Einarbeitung und Zeit, die Systeme alle kennenzulernen und so vertraut zu sein, dass im aktiven Kundengespräch alles geschmeidig läuft. Man möchte einem Akademiker eine PKV verkaufen und weiß nicht einmal wie die Präsentation funktioniert. So eine Nummer war das.
Interessante Aufgaben
Was soll man großartig dazu sagen. Bei der Einarbeitung sah es aus, als wäre der Alltag abgesehen von den stumpfen 150-200 Calls relativ vielseitig da Kundenkontakt usw.
Gleichberechtigung
Nicht vorhanden. Als ein neuer Kollege waren meine Leads 4-6 Jahre alt. Ich habe täglich mindestens 150 Leute anrufen sollen, die nicht mal mehr wussten, dass Clark ihre Nr. hat. Neue Leads, Anfragen die aktiv ein bestimmtes Produkt beraten oder gleich abschließen wollen, waren exklusiv für ältere Kollegen. Wenn man schon so 1-2 Jahre oder länger da ist und gewisse Zahlen vorzuweisen hat kriegt man bessere Leads. Zum Zeitpunkt meiner Einstellung hat es sich als absolut unmöglich angefühlt, überhaupt da hinzukommen. Man ist neu, kriegt nur Müll, von Müll kommt nichts raus, arbeitet weiter mit Müll. Ich hatte das Gefühl, dass dieser Kreislauf nie enden würde. Wollte ich nicht mitmachen und habe gekündigt.
Umgang mit älteren Kollegen
Haben allerlei Privilegien gehabt. Die neuen Kollegen haben absolut nichts bekommen.
Arbeitsbedingungen
Technik etwas älter, jedoch funktioniert alles. Räume groß usw alles ok.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Alles digital. Keinen besonderen Lob wert.
Gehalt/Benefits
Das Fixgehalt fand ich in Ordnung für eine (theoretische) Remote-Stelle. Im Büro waren viele Früchte, Snacks und viele Getränke vorhanden, was über einen einfachen Obstkorb weit hinausgeht.
Image
Nach Außen eher schlecht. Meine Leads waren nur Leute, die vor 4-6 Jahren mal die App probiert haben und nie wirklich genutzt haben. Eine sehr solide 99% Quote für "Kein Interesse, bitte rufen Sie nicht nochmal an".
Karriere/Weiterbildung
Bei der Einstellung hat man mir fälschicherweise erzählt, ich könnte nach Bestehen der Probezeit direkt in eine interne Führungskräfte-Ausbildung. Als ich tatsächlich eingestellt war und in der Einarbeitung dieses Thema angesprochen hatte, wurde mir etwas von mindestens 3-4 Jahren Zugehörigkeit und hohen Umsätzen erzählt. Die Führungskräfte, die ich in meiner Einarbeitung kennengelernt hatte, waren super Menschen. Haben jedoch nicht den Eindruck gemacht, in Vergangenheit als Verkäufer Überfliegen gewesen zu sein.