Fachlich interessant, Führung problematisch
Gut am Arbeitgeber finde ich
Besonders positiv habe ich den starken Zusammenhalt im Team erlebt. Wir haben uns gegenseitig unterstützt und konnten uns aufeinander verlassen.
Auch die grundsätzliche Flexibilität durch Homeoffice und Arbeitszeitgestaltung war ein klarer Pluspunkt.
Die Aufgaben an sich waren fachlich interessant und haben mir grundsätzlich Spaß gemacht.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Am meisten belastet hat mich der Umgang auf Führungsebene. Kommunikation fand aus meiner Sicht nicht auf Augenhöhe statt, Entscheidungen waren häufig nicht nachvollziehbar und fachliche Einschätzungen wurden kaum berücksichtigt.
Ich hatte oft das Gefühl, dass weniger zählt, wie gut man seine Arbeit macht, sondern eher, wie gut man ins Bild passt.
Zusätzlich habe ich die Diskrepanz zwischen dem, was nach außen dargestellt wird, und dem tatsächlichen Arbeitsalltag als deutlich empfunden.
Verbesserungsvorschläge
Aus meiner Sicht braucht es vor allem mehr Ehrlichkeit im Umgang miteinander. Probleme sollten klar angesprochen werden, statt indirekt zu kommunizieren.
Führung sollte Entscheidungen nachvollziehbar treffen und die Personen einbeziehen, die fachlich verantwortlich sind.
Außerdem wäre es wichtig, dass Feedback keine Einbahnstraße ist, sondern auch andere Sichtweisen ernsthaft gehört werden.
Darüber hinaus sollten Arbeitsbelastung und Erwartungen realistisch dargestellt werden. Wenn Entwicklung gewünscht ist, sollten Weiterbildungen auch tatsächlich ermöglicht und nicht komplett auf die Mitarbeitenden abgewälzt werden.
Arbeitsatmosphäre
Angespannt und belastend. Ich bin nicht gerne morgens aufgestanden um "zur Arbeit zu gehen". Wertschätzung hat mir persönlich oft gefehlt. Die tollen Kolleg*innen haben mir oft den Tag gerettet.
Kommunikation
Offene und ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe hatte ich nicht. Vieles lief indirekt oder wurde gar nicht klar ab- bzw. angesprochen. Ich war oft auf inoffizielle Informationen angewiesen, um in meinem Zuständigkeitsbereich überhaupt auf dem aktuellen Stand zu sein.
Auch die monatlichen Updates der Geschäftsführung habe ich eher als beschönigend wahrgenommen und nicht immer im Einklang mit dem tatsächlichen Arbeitsalltag.
Kollegenzusammenhalt
Ohne meine Kolleginnen und Kollegen hätte ich die Zeit dort vermutlich nicht so lange durchgehalten.
Work-Life-Balance
Durch die Möglichkeit von Homeoffice und flexibler Arbeitszeitgestaltung (in Abstimmung mit dem Vorgesetzten) waren die Rahmenbedingungen grundsätzlich gut.
Da ich allein für meinen Bereich zuständig war, kam es zu bestimmten Zeitpunkten, insbesondere zu festen Deadlines, zu erhöhter Arbeitsbelastung, was für mich grundsätzlich in Ordnung war. Allerdings empfand ich es als widersprüchlich, dass hierfür jedes Mal eine gesonderte Genehmigung erforderlich war, obwohl die zeitlichen Abläufe wiederkehrend waren.
Vorgesetztenverhalten
Feedback- bzw. One-on-One-Gespräche fanden zwar statt, jedoch hatte ich häufig den Eindruck, dass keine andere Sichtweise außer die meiner Führungskraft zählte. Unsere Gespräche waren mehr eine Einbahnstraße.
Entscheidungen wurden aus meiner Sicht häufig getroffen, ohne die notwendige fachliche Grundlage oder ohne Einbindung der zuständigen Verantwortlichen. Verbesserungsvorschläge wurden selten aufgegriffen.
Zudem wirkten Aussagen und Entscheidungen nicht immer konsistent, was die Zusammenarbeit für mich unnötig erschwert hat.
Zusätzlich habe ich meinen Vorgesetzten als wenig selbst reflektiert erlebt. Mehrere Male stand, er auch nicht hinter mir und mich sogar vor anderen Teammitgliedern in unangenehme Situationen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben an sich waren spannend und ich hatte offiziell viel Verantwortung. In der Praxis blieb davon jedoch wenig übrig, da zentrale Entscheidungen anderweitig getroffen wurden.
Gleichberechtigung
Grundsätzlich habe ich keine klassische Benachteiligung erlebt. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass persönliche Sympathien eine größere Rolle gespielt haben, als sie sollten.
Umgang mit älteren Kollegen
Hier habe ich keine negativen Unterschiede wahrgenommen.
Arbeitsbedingungen
Die Rahmenbedingungen waren insgesamt gut. Homeoffice war problemlos möglich und bot viel Flexibilität.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war in Ordnung, allerdings nichts Besonderes. Benefits (Nettolohnoptimierung) gab es nicht.
Image
Das nach außen vermittelte Bild entspricht aus meiner Sicht nicht vollständig der Realität im Arbeitsalltag. Zwischen Außendarstellung und interner Wahrnehmung besteht eine deutliche Diskrepanz.
Karriere/Weiterbildung
Weiterbildung wurde weder finanziell unterstützt noch durch Freistellung ermöglicht, was ich sehr schade fand.