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Communardo 
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Bewertung

TopCompany6 Jahre

Teilweise nicht beratungsgerechte Strukturen, unkollegiales Verhalten und unprofessionelle Führungskräfte

2,6
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr bei Communardo GmbH in Dresden gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Die Mehrheit der Kolleg:innen bei Communardo schätzte ich. Ich arbeitete mit ihnen sehr gerne zusammen. Mit einige von ihnen halte ich auch nach meinem Austritt aus dem Unternehmen weiterhin privat Kontakt.

Die Unternehmensleitung und den Finanzvorstand finde ich weiterhin fachlich und menschlich sehr stark. Beide Personen waren Faktoren für meinen Eintritt ins Unternehmen und für mein langes Zögern im Hinblick auf die Kündigung.

Bei Communardo machte ich in mehreren Projekten gute Erfahrungen, teilweise mit sehr guten Rückmeldungen von Kolleg:innen und Kunden.

Die fachlichen Themen und die Art der Projekte bei Communardo empfand ich als interessant und fordernd. Ich hatte die Chance, zusammen mit Kolleg:innen und Kunden spannende digitale Transformationen zu begleiten.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Führungskräfte verschiedener Standorte lästern gerne übereinander. Das hat meine Arbeit nie direkt behindert, aber es war auffällig.

Bestimmte Führungskräfte einzelner Standorte setzen die Interessen „ihrer“ Mitarbeiter:innen gegen Mitarbeiter:innen anderer Standorte durch. In einem Projekt drückte eine Teamleiterin darauf, einer ihrer Mitarbeiterinnen sollte die Leitung des Teams übernehmen. Ein erfahrener Kollege eines anderen Standorts, der das Projekt verkauft hatte, solle sich im Gegenzug aus dem Projekt zurückziehen und nur noch bei Bedarf als Mentor agieren. Das Projekt stammte aus einer etablierten, vertrauensvollen Kundenbeziehung. Die Interessen „ihrer“ Mitarbeiterin durchzusetzen war dieser Teamleiterin aber wichtiger als die Kundenbeziehung oder die Interessen des erfahrenen Kollegen aus dem „fremden“ Standort. Es war nicht das einzige irritierend aggressive Hineingrätschen der Teamleiterin in Projekte, die sie nicht verkauft hatte. Weil bei Communardo klare Strukturen fehlen, wer über Projektbesetzungen entscheidet, konnte sich die Teamleiterin damit durchsetzen.

Eine Teamleiterin besetzte ein Projekt bei einem Neukunden mit einem jungen Mitarbeiter, der noch nie ein Projekt geleitet hatte. Er war derart unerfahren, dass er in den ersten zwei Monaten nicht die Vertragsdokumente und die Vertriebspräsentation mit den vereinbarten Projektleistungen und Meilensteinen las. Stattdessen wartete er ab, ließ sich und das Team vom Kunden treiben. Das Projekt scheiterte und der Neukunde war für Communardo verloren. Der Kollege war am Boden zerstört. Er verließ bald darauf das Unternehmen. Ich sprach einige Mal mit ihm über die missliche Situation. Meinem Eindruck erhielt er über den gesamten Zeitraum von seiner Teamleiterin keine Unterstützung. Das tat mir sehr leid für ihn.

Dieselbe Teamleiterin torpedierte einen Vertriebsprozess mit einem externen Partner. Der Aufbau dieses Vertriebsprozesses war mit einigem Aufwand verbunden gewesen. In einem Termin erklärte die Teamleiterin dann, sie und ihre Mitarbeiterinnen stünden nun nicht mehr zur Verfügung. Damit war der Vertriebsprozess gestorben. Es gab keine anderen verfügbaren Ressourcen bei Communardo, die übernehmen konnten. Eine Begründung lieferte die Teamleiterin nicht. Mein Eindruck war, ihre Mitarbeiterinnen hatten fachlich kein Interesse. Wirtschaftliche Unternehmensziele waren für die Teamleiterin anscheinend nicht relevant. Das ereignete sich in einer Phase, in der wir dringend Neukundengeschäft benötigten.

Communardo verkaufte in meiner Zeit im Unternehmen mehrfach Nachwuchskräfte als erfahrene Berater. Ein Kunde war clever, rief noch während der Vertriebsbesprechung die öffentlichen Profile der betreffenden Kolleg:innen auf und fragte dann, was das solle; warum würden ihm diese Menschen ohne Berufserfahrung überhaupt angeboten.

Communardo verkaufte in meiner Zeit im Unternehmen mehrfach Kleinstprojekte, die so knapp kalkuliert waren, dass ich routinemäßig vor Leistungsbeginn eine Planung vornahm, wie viel Freizeit ich investiere müsse, um den vereinbarten Leistungsumfang erbringen zu können.

Gespräche mit Führungskräften und Personalabteilung zu Kritik an einigen nicht beratungsgerechten Strukturen und unprofessionellem Führungsverhalten versandeten ergebnislos. Ich zog einen externen Karriereberater zu Rate. Dieser sagte mir nach seiner Analyse der Situation: „Geben Sie auf. Sie werden hier kein Recht bekommen. Diese Führungskräfte haben kein Interesse daran, sich mit ihrer Kritik auseinander zu setzen. Halten Sie sich ab jetzt taktisch zurück und kündigen Sie, sobald Sie können.“

Dieser externe Berater beschrieb seinen Eindruck der Kultur bei Communardo wie folgt: „Ich sehe das bei anderen Unternehmen auch, die sich Freundlichkeit und Kommunikation auf Augenhöhe auf die Fahnen geschrieben haben, weil es für das Unternehmensmarketing gut klingt. Was ich in meiner Beratungstätigkeit aber mehrfach gesehen habe: Sobald Führungskräfte kritisiert werden spielt diese marketinggerechte Augenhöhe keine Rolle mehr und die Führungskräfte spielen doch - und dann sogar noch rücksichtsloser als in eher hierarchischen Organisationen - die Macht ihrer Positionen aus, um Kritik zu unterdrücken.“

Weiterhin sagte der externe Karriereberater: „Die problematischen Strukturen bei Communardo werden nicht gelöst werden, weil das würde bedeuten, dass sich mehrere Führungskräfte den eigenen Unzulänglichkeiten stellen müssten. Als Sie Kritik übten, gingen die Führungskräfte deshalb gegen Sie vor. Sie können hier nur verlieren. Deshalb: Seien Sie opportunistisch. Stellen Sie jede Kritik ein. Bieten Sie keine Angriffsfläche mehr, indem Sie Kritik üben. Und kündigen Sie, sobald Sie in einer guten Position dazu sind.“

Ich bin froh, dass mir nach meiner Kündigung bei Communardo der Wechsel zurück in ein professionelles Umfeld gelang, das mich beflügelt und weiterbringt.

Verbesserungsvorschläge

Meine Hauptkritikpunkt sind teilweise nicht beratungsgerechte Strukturen, teilweise unkollegiales Verhalten und einige unprofessionelle Führungskräfte.

Mitarbeiter:innen kommen mit unkollegialem Verhalten durch, weil sie von ihren Führungskräften protegiert wurden. Einzelne Führungskräfte verhielten sich in ihrer Rolle im Hinblick auf Teamführung und Kundenorientierung unprofessionell. Die Personalabteilung setzt bei Kritik die Interessen der etablierten Führungskräfte durch. Kritik wird in diesem System abgewürgt.

Die Personalabteilung ist stärker damit beschäftigt, Communardo öffentlich gut aussehen zu lassen, als sich um interne Angelegenheiten zu kümmern. Ein Beispiel: Vor meiner Kündigung kontaktierte ich die Personalabteilung. Ich erhielt nach eineinhalb Wochen einen Termin. Dieser Termin dauerte zehn Minuten. Er versandete ergebnislos.

Solange bei Communardo die gleichen Kräfte in Führungspositionen und Personalabteilung wirken, werden sich die Strukturen nicht verändern.

Es gibt etwas, das schlimmer ist als eine toxische Kultur: eine toxische Kultur, die vorgibt, freundlich zu sein.

Arbeitsatmosphäre

Die meisten Kolleg:innen, mit denen ich in meiner Zeit bei Communardo zusammenarbeitete, waren freundlich. Einige von ihnen waren sogar ein inspirierendes Vorbild.

Marketing und Personalabteilung betonen sowohl öffentlich als auch intern den großen Stellenwert, den kollegialer Zusammenhalt für Communardo hat.

Gleichzeitig ist meine persönliche Erfahrung, dass üble Nachrede und verdeckte Konflikte fester Bestandteil der Unternehmenskultur sind. Meinem Eindruck nach gibt es Rivalitäten zwischen verschiedenen Standorten oder Abteilungen. Auch unter den Mitarbeitenden gibt es Tendenzen zur Grüppchenbildung. Alles ist von einem unsichtbaren Netz durchzogen, zwischen welchen Kolleg:innen es Spannungen gibt und wer besser nicht in bestimmte Abstimmungen einbezogen werden sollte.

Mit meinen vorherigen beiden Arbeitgebern war ich sehr zufrieden. Bei meinem nächsten Arbeitgeber machte ich ebenfalls gute Erfahrungen. Im Vergleich erlebte ich die Arbeitsatmosphäre bei Communardo insgesamt als deutlich weniger kollegial. Unwirsche Reaktionen, Meckern und Mauscheleien habe ich nur bei Communardo in dieser Form erlebt.

Kommunikation

Informationen über Veränderungen im Unternehmen werden in der Regel rechtzeitig und effektiv an die Mitarbeiter:innen kommuniziert. Communardo bezieht Mitarbeitende außerdem wenn möglich in Entscheidungen ein. Hier macht die Organisation aus meiner Sicht vieles sehr gut.

Gleichzeitig wuchern bei Communardo niedrigschwellige Aggressionen unter einer oberflächlichen Fassade von Augenhöhe und Freundlichkeit. Communardo behauptet gerne von sich, offene Kommunikation auf Augenhöhe zu leben, aber das Gegenteil ist der Fall: Macht ist auf etablierte Führungskräfte konzentriert. Grüppchenbildung ist verbreitet. Kritik wird unterdrückt.

Diese konstante, verdeckte Spannung bei Communardo zwischen bestimmten Kolleg:innen war anstrengend, auch wenn es mich nicht direkt betraf.

Kollegenzusammenhalt

Mit der überwiegenden Mehrheit der Kolleg:innen bei Communardo arbeitete ich gerne zusammen. Ich schätze sie und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg in ihren Tätigkeiten.

Einzelne Kolleg:innen verhielten sich manchmal unkooperativ oder unfreundlich. Das konnten sie meiner Wahrnehmung nach deshalb so ausleben, weil sie von ihren jeweiligen Führungskräften protegiert wurden. Kritik an Verhalten wurde abgeblockt. Eine Führungskraft sagte mir wörtlich, er würde meine Kündigung akzeptieren, wenn mir das Verhalten einer Kollegin nicht gefalle.

In der ersten Woche bei Communardo nahm mich ein Kollege beiseite, der schon lange für die Organisation arbeitete. Bei Communardo könne ich nicht die gleiche Professionalität wie bei meinem vorherigen Arbeitgeber erwarten. Dann gab er mir Namen von vertrauenswürdigen Kolleg:innen, mit denen ich die Zusammenarbeit suche solle. Bei anderen solle ich vorsichtig sein.

Vorgesetztenverhalten

Es gibt bei Communardo mehrere Führungskräfte, die ich sehr schätze und mit denen ich weiterhin Kontakt halte. Da wir nach meinem Austritt für konkurrierende Unternehmen arbeiten, gibt es kaum Chancen zu weiteren gemeinsamen Projekten, privat halten wir aber Kontakt.

Auf der anderen Seite erlebte ich in meiner Zeit bei Communardo mehrere Führungskräfte, deren Verhalten ich als teilweise unprofessionell einstufe. Konkrete Beispiele dazu nennne ich in den anderen Abschnitten.

Eine Unternehmenskultur, in der ein solches Verhalten toleriert wird, ist fatal - sowohl für die Mitarbeitenden als auch für den langfristigen Erfolg des Unternehmens.

Gehalt/Benefits

Der Wechsel zum nächsten Arbeitgeber brachte mir eine Gehaltssteigerung um etwa 30.000 EUR.

Die Sozialleistungen von Communardo sind hervorragend. Hier investiert die Personalabteilung viel Energie, um mehr zu bieten als konkurrierende Unternehmen.

Image

Die Marketingabteilung von Communardo erzeugt seit Jahren ein gutes Image. Communardo hat sich durch Werbung, Publikationen und Veranstaltungen ein starkes Netzwerk aufgebaut. Der Ruf des Unternehmens ist gut bis sehr gut.

Andere Unternehmen, die mit denselben Technologien und Projekten arbeiten, sind deutlich größer und bieten mehr Möglichkeiten als Communardo. Gleichzeitig empfinde ich Communardo in Relation zur Unternehmensgröße als stark.


Work-Life-Balance

Interessante Aufgaben

Karriere/Weiterbildung

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Arbeitgeber-Kommentar

Verena Schumann-Mühl, Director People & Culture
Verena Schumann-MühlDirector People & Culture

Vielen Dank für dein offenes Feedback und die Zeit, die du dir für diese Bewertung genommen hast. Rückmeldungen ehemaliger Kolleginnen und Kollegen sind für uns ein wichtiger Impuls zur Reflexion – auch dann, wenn sie kritisch ausfallen.

Wo Menschen zusammenarbeiten, treffen unterschiedliche Erwartungen, Perspektiven und Erfahrungen aufeinander. Das kann zu Spannungen und Unstimmigkeiten führen, die wir ernst nehmen und intern reflektieren. Gleichzeitig halten wir es für wesentlich, dass konkrete Anliegen – wann immer möglich – über die vorgesehenen Feedback- und Eskalationswege adressiert werden. Diese Kanäle sollen Transparenz schaffen und ermöglichen es uns, Sachverhalte zeitnah, differenziert und konstruktiv zu bearbeiten.

Die pauschalen Bewertungen zur Unternehmenskultur und zum Führungsverhalten decken sich in dieser Form nicht mit unserem Selbstverständnis und dem Feedback, das wir von Mitarbeitenden über persönliche oder anonyme Kanäle wie kununu erhalten. Dennoch verstehen wir diese Hinweise als Anlass, unsere gelebte Praxis kritisch mit unserem Anspruch abzugleichen und weiterzuentwickeln.

Für die von dir ebenfalls genannten positiven Aspekte danken wir dir ausdrücklich und wünschen dir alles Gute!

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Puls

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.