Gut für den Anfang, nicht gut fürs Bleiben
Gut am Arbeitgeber finde ich
- flexible Arbeitszeitgestaltung (allerdings wurde es insgesamt zunehmend egaler, welche Mitarbeitenden überhaupt entsprechend ihrer vertraglich festgelegten Arbeitszeit auch arbeiteten - kommen und gehen wie man will, Minusstunden wurden nirgends kontrolliert)
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
- dankbares Nutzen der Fähigkeiten von Mitarbeitenden ohne entsprechende Wertschätzung (Ausnutzen)
- keinerlei Diskussionskultur oder Bereitschaft/Raum zur Verbesserung
- Teamleitung machte keinerlei Anstalten, auch tatsächlich ihren Job entsprechend auszuführen
- Teamleitung erschien unangemeldet abends um halb 10 bei mir Zuhause (grenzüberschreitend und missachtend, keinerlei Weitsicht)
- kein Betriebsrat!
Zusammenfassung: Arbeitgeber war gut, um einen Start ins Berufsleben zu bekommen. Aber die fehlenden Benefits und keinerlei attraktiven Aufstiegsmöglichkeiten reichen nicht, um einen dort zu behalten. Im Bewerbungsprozess danach und bei meinem neuen Arbeitgeber merke ich an jeder Ecke, wie es stattdessen auch sein kann (viel viel besser).
Arbeitsatmosphäre
- Wertschätzung der Mitarbeitenden ist quasi nicht gegeben
- Atmosphäre unter den Kolleg:innen ist angenehm und bestärkend, das gilt aber nicht für die Teamleitung u.ä.
- in den einzelnen Büros angenehm. Allerdings sind 4-5 Personen pro Büro zu viel (Telefonate fast unmöglich)
Image
Die positiven Rückmeldungen hier auf Kununu kann ich mir höchstens durch die verschiedenen Standorte erklären. In Bielefeld passt das Image eher zu "Bildungsträger" - und das im Negativen.
Work-Life-Balance
- viele Freiheiten bei der Arbeitszeitgestaltung
- wenn die Arbeit erledigt wurde, konnte man im Prinzip machen was man wollte (und wenn die Teamleitung einen mochte)
- negativ: Erwartung, dass man das Diensthandy mit nach Hause nimmt und sich im Krank selbst um Terminabsagen kümmert oder Berichte schreibt
Karriere/Weiterbildung
- Aufstiegsmöglichkeiten höchstens zur Teamleitung, aber ohne gerechte Zusatzbezahlung
- Fortbildungen wurden angeboten, aber oft unattraktiv, da durch andere (nicht unbedingt dafür qualifizierte) Mitarbeitende durchgeführt
Kollegenzusammenhalt
- im Kollegium überwiegend sehr angenehm und positiv
- Einigkeit über schlechte Arbeitsbedingungen und fehlende Kompetenz der Teamleitung
Umgang mit älteren Kollegen
- keine Unterschiede aufgrund des Alters
- längere Betriebszugehörigkeit gibt keine Benefits
Vorgesetztenverhalten
- Teamleitung hat diesen Titel nur auf dem Papier.
- Teamleitung hat keine Leitungskompetenzen (trotz Führungskräfteseminar). Kritikunfähig.
- Teamleitung wollte immer lieber eine Kollegin sein und keine Vorgesetzte (lieber Austausch über Privates und Vernachlässigen von Aufgaben einer Teamleitung)
- Teamleitung höchst unprofessionell: private Informationen von Mitarbeitenden wurden teilweise in den wöchentlichen Teamsitzungen weitergegeben (Schwangerschaft, Krankheitsgeschichte). In einem Mitarbeitergespräch wurde über eine andere (nicht anwesende) Mitarbeiterin hergezogen.
- Teamleitung hat kein Nähe/Distanzverständnis. Teilnehmende kamen und gingen, wie sie wollten. Sie redete höchst unangemessen von den Teilnehmenden ("der Schönling")
- Teamleitung: ließ einen Teilnehmenden an ihrem Computer arbeiten (nutzte seine IT-Kenntnisse) - extremer Verstoß gegen den Datenschutz.
- Geschäftsbereichsleitung: Versprechen werden nicht eingehalten (Jobticket sollte kommen, Zuschuss zum Fitnessstudio - nichts ist passiert)
- Geschäftsbereichsleitung: keine angenehme Diskussionskultur (sie hat immer Recht. Andere Meinungen werden nicht akzeptiert, sondern versucht, diese zu entkräften)
Arbeitsbedingungen
- jahrelang die gleichen Bürostühle, wurden nie ausgetauscht
- Bildschirme nicht höhenverstellbar
- Teppichboden, der nie richtig gereinigt wurde
- Klimaanlage vorhanden, aber nicht funktionsfähig
- Mitarbeitende haben sich selbst dafür eingesetzt, Ventilatoren am Arbeitsplatz zu erhalten
- Heizung fiel jedes Jahr aus, dauerte Wochen bis zur Reparatur
- Serverumstellung sorgte für wochenlange Probleme bei der täglichen Arbeit
Kommunikation
- Informationen zur täglichen Arbeit werden bedingt weitergegeben. Teamleitung hat oft selbst keine Ahnung (kommt unvorbereitet in die Teamsitzung)
- Kommunikation im Kollegium ist vorhanden und produktiv/wertschätzend.
- Kommunikation seitens der Teamleitung ist selten professionell und eher auf Privates bezogen.
- Kommunikation seitens der Geschäftsbereichsleitung oft von oben herab und wenig reflexiv (keine Fehlereingeständnisse)
Gehalt/Benefits
- Auszahlung pünktlich
- kein Tarifvertrag
- Gehalt entspricht nicht den Qualifikationen
- Fortbildungen werden nicht gesondert entlohnt
- keine Sonderzahlungen (Weihnachtsgeld o.ä., Zuschüsse, nichts)
- kleines Sommerfest (Grillen und Getränke), Weihnachtsfeier im GOP, sonst nichts
Gleichberechtigung
- keine Geschlechterunterschiede
- Mitarbeitende in der Wiedereingliederung wurden in komplett anderen Maßnahmen eingesetzt als vor ihrer Krankheit
- Mitarbeitende mit Kopftuch wurden scheinbar geschützt, indem sie in getrennte Büros gesetzt wurden
Interessante Aufgaben
- Aufgaben können sich zum Teil selbst gesucht werden (bspw. Durchführung von Gruppenangeboten)
- keine gerechte Aufgabenverteilung. Einige Mitarbeitende haben sehr viel mehr als andere geleistet (ohne entsprechende Wertschätzung oder Entlohnung). Die Teamleitung hat sich dankend darauf ausgeruht und entsprechend ihren Job noch weniger gemacht.
- wenn einem der Job Spaß macht, rettet das erstmal über einiges - aber nicht über alles.