Man war hier doch nur 'ne Nummer - habe mich vom professionell und damals grün wirkenden Marketing täuschen lassen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Im Zweifel die Qualität der Arbeit. Leider den falschen Mentor erwischt. Parallel neben mir der Solution Architekt war da 'pädagogischer' und auf seine Weise fachlich sehr honorig.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Zu viel Fugasi und bunter Feenstaub in der Außenwirkung, dafür dass es sich am Ende auch nur um eine Arbeitsstelle handelt, dessen Arbeitsbedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten gerade für juniorigere Bewerber und Mitarbeiter deutlich(!) gebessert werden müssen.
Verbesserungsvorschläge
Weniger auf Marketing setzen und mehr auf's Abliefern. In Deutschland häufig umgekehrt gehandhabt, was auch nicht optimal ist - vielleicht hier eine gesunde Mitte finden.
Image
Tatsächlich brilliert die Fassade sehr, jedoch wurde nach dem Einstellen von einer dreistelligen Anzahl an Junioren in kürzester Zeit ersichtlich, dass es von vornherein eher um das Prinzip "lassen wir Sie mal alle schwimmen und mal schauen wer überlebt/nicht ersäuft" ging, als um individuelle Förderung von Beginn an, wie insinuiert wurde.
Karriere/Weiterbildung
Außer ein schon fast obligatorisches Scrum-Zertifikat wurde jede Anfrage meinerseits zu einer Weiterbildung oder dem Wunsch nach konkreter Vertiefung von Beginn an versagt. Auch im Zwischen- und im Jahresgespräch wurde dieses Thema unter den Tisch gefallen. Das schien stark vom jeweiligen Mentor oder Team Lead abhängig gewesen zu sein, jedoch war es für meine Team-Zuordnung dann doch (nicht nur für mich und im Eingeständnis der Verantwortlichen) leider so der Fall. Beispielsweise sollten wir (u.a. auch ich) mit daran arbeiten, dass das fachliche Onboarding neuer Junioren zukünftig besser gelingt. Wir und Ich hatten viele Konzepte vor Augen - man darf erraten, welches Projekt mit einigen Anderen zusammen nie in der Form umgesetzt wurde. Etwas Positives zum Schluss: Im Micormanagement-Niveau konnte individuell ich bei meinem Mentor (und leider war er ein perfektionistischer Micromanager) durchaus "Akzente setzen", nur blieb das dann im Zweifel auch dabei. Insgesamt konnte ich an meiner fachlichen Entwicklung wenig Einfluss nehmen, vieles war vor- oder durch meinen Mentor zwangsbestimmt. Schade. War nicht bei jedem so.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt liegt im Durchschnitt. Es gab durchaus die Möglichkeit mit (sofern gegeben) cleverer Rekombination von Angeboten, Rabatten, Dienstwagen (hahaha) und Co. es sich dort "gut einzurichten". Der variable Teil ist gegeben, jedoch überschaubar und in der Weise wie diese kalkuliert wird ein wenig undurchsichtig. Zumal viele Junioren sowieso nicht richtig "in die Faktura gebracht" wurden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Fette Dienstwagen wurden doch sehr gerne genommen - dass man diesen jedem Juniorberater nach dem 1. Jahr dort (mindestens als Verhandlungsmasse) versprochen hatte und diese Regelung (wenngleich auch aufgrund der damals dann gestiegenen Zinsen) dann gekippt wurde, lassen wir hierbei mal am Rande stehen. Man sollte diesen Umstand dann nicht auf internen Veranstaltungen und im allgemeinen Wording grüner darstellen, als es tatsächlich ist. Versprechen gebrochen. So spielt das Leben, ein ehrlicherer und allen voran überhaupt offener Umgang wäre wünschenswert gewesen - aber auch hier hat man die Angelegenheit einfach unter dem Tisch fallen lassen. Warum sollte man bei seinem ersten Job nach der Uni auch sofort deswegen kündigen, das macht sich ja schlecht im CV. Nicht wahr?
Umgang mit älteren Kollegen
War definitiv gegeben. Aber nur von eigner Beobachtung her, das Alter gebührt mir noch nicht ;)
Arbeitsbedingungen
Viele teils spontane und lange Kundeneinsätze (wo die Absprache beim Kennenlernen war, dass es diese praktisch nie gäbe), mit wenig Eigenverantwortung und vielen Pflichten. Der Standort Unna (zuvor Holzwickede, scheinbar nun doch wie zuvor gefordert Dortmund) war am äußeren Rand des Industriegebietes außerhalb des Ortes und via Bus und Bahn nur schwergängig bis gar nicht erreichbar. Da es dort teils auch keine Taxen gab, dessen Kosten ich nur mit schwergängigen Gemüt meines Vorgesetzten hätte einreichen können, bin ich häufig auch einfach zu Fuß am Straßenrand der B1 zum Büro gewandert. Der Standort war klein. Regelmäßig waren nur (mit mir) ca. 4 Mitarbeiter vor Ort. Mein Mentor und Team Lead wussten vom privaten Umstand, dass ich mir zu Beginn kein Auto leisten kann. Dortmund als Standort war bspw. möglich. Aber es war einem schlicht egal. Und bei einem so kleinen Team ohne Not das Büro dort hinzupflanzen, wo ein enger Freund/Arbeitskollege meines Mentors gerade sein Haus gebaut hatte, ist dann doch erbärmlich. Ansonsten mit eigenem Auto wäre das Ganze sicher eher egal als überhaupt relevant gewesen. Die Ausstattung vor Ort war definitiv ausreichend, mehr aber dann auch nicht.
Gleichberechtigung
Für meinen Geschmack teils viel zu aufgesetzt, was es teils unauthentisch wirken ließ. Aber im Prinzip von jedem im Guten gelebt worden - und das ist die Hauptsache.


