Ehrlichkeit wird in dem Unternehmen von den Führungskräften nicht vorgelebt.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Ehrlichkeit gegenüber seinem Mitarbeitern
Kommunikation
Die interne Kommunikation in diesem Unternehmen ist aus meiner Erfahrung heraus nicht einmal einen Stern wert. Informationen werden von der Führungsebene entweder gar nicht, viel zu spät oder widersprüchlich weitergegeben. Entscheidungen, die Mitarbeitende direkt betreffen, erfährt man häufig erst auf Nachfrage oder über Umwege.
Besonders problematisch ist, dass Aussagen des Managements sich teilweise im Nachhinein als nicht zutreffend herausstellen oder später relativiert werden. Das untergräbt Vertrauen und sorgt für große Unsicherheit im Arbeitsalltag.
Was das Ganze umso bedauerlicher macht: Die Mitarbeitenden selbst sind durchweg freundlich, offen und hilfsbereit. Auf fachlicher und kollegialer Ebene funktioniert der Austausch deutlich besser als „von oben nach unten“. Viele Probleme ließen sich vermeiden, wenn Transparenz, Ehrlichkeit und rechtzeitige Kommunikation ernst genommen würden.
Solange sich an der Kommunikationskultur der Führungsebene nichts ändert, bleibt dies ein klarer Schwachpunkt des Unternehmens.
Kollegenzusammenhalt
Sehr positiv hervorzuheben ist hingegen der kollegiale Zusammenhalt im Team. Der Umgang untereinander ist offen, respektvoll und unterstützend. Kolleginnen und Kollegen helfen sich gegenseitig, Informationen werden auf Teamebene transparent geteilt und man kann sich jederzeit aufeinander verlassen. Der Teamzusammenhalt ist klar eine Stärke des Unternehmens und macht den Arbeitsalltag trotz der genannten Defizite erträglicher.
Work-Life-Balance
Auf dem Papier wirkt die Work-Life-Balance zunächst akzeptabel: In der Probezeit sind zwei Tage Homeoffice vorgesehen, danach drei. In der Praxis ist diese Regelung jedoch nicht verlässlich planbar.
Sobald Besuch aus der amerikanischen Muttergesellschaft angekündigt ist, kann es kurzfristig vorkommen, dass Mitarbeitende spontan eine ganze Woche in Präsenz erscheinen müssen. Die Information darüber erfolgt teilweise erst einen Tag vorher. Diese sehr kurzfristigen Änderungen machen eine verlässliche Planung des Alltags nahezu unmöglich.
Gerade für Mitarbeitende mit familiären oder privaten Verpflichtungen ist diese fehlende Planungssicherheit äußerst belastend. Eine echte Work-Life-Balance setzt nicht nur flexible Modelle voraus, sondern vor allem Verlässlichkeit und frühzeitige Kommunikation – beides ist hier aus meiner Erfahrung nicht gegeben.
Die grundsätzliche Homeoffice-Regelung ist ein guter Ansatz, verliert jedoch durch spontane Präsenzanforderungen erheblich an Wert.
Vorgesetztenverhalten
Nach außen hin geben sich die Vorgesetzten professionell, freundlich und korrekt. In der täglichen Zusammenarbeit entsteht jedoch aus meiner persönlichen Erfahrung ein anderes Bild. Aussagen werden intern teilweise widersprüchlich kommuniziert oder später abgestritten, obwohl sie zuvor so getroffen wurden.
Besonders problematisch ist der Eindruck, dass gegenüber Mitarbeitenden nicht immer offen und ehrlich kommuniziert wird. Entscheidungen oder Aussagen werden im Nachhinein relativiert oder anders dargestellt, was zu Misstrauen und Verunsicherung führt. Dieses Verhalten empfinde ich als wenig transparent und nicht vertrauensfördernd.
Ein gutes Auftreten nach außen kann fehlende Integrität und Verlässlichkeit nach innen nicht ersetzen. Nachhaltige Führung lebt von Ehrlichkeit, Klarheit und Rückgrat – genau das habe ich hier leider vermisst


