Viel verlangt, wenig gegeben – Kultur und Führung versagen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Aktuell gibt man sich viel Mühe, eine Transformation voranzubringen. Ob das am Ende reichen wird oder eher verschlimmbessert, wird sich erst noch zeigen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ohne plausiblen Grund wurde Homeoffice extrem reduziert und Neueinstellungen als Full-Remote abgeschafft, obwohl man gleichzeitig den Mitarbeitenden zunehmend mehr abverlangt. Das Management lässt sich wohl am ehesten mit der US-Regierung vergleichen: Ständig werden neue Baustellen aufgemacht, meist wird chaotisch oder mit Aktionismus reagiert, und man strickt sich seine eigene Realität zurecht. Außerdem gibt es keine Offenheit oder Akzeptanz für Mitarbeitermeinungen und Kritik. Schade, dass strukturelle Probleme nicht selbst erkannt werden und Mitarbeitende hier erst darauf aufmerksam machen müssen.
Geschäftsführer und Vorstand reagierten jüngst auf die aktuellen Negativbewertungen mit der Antwort, dann sollen die Personen eben das Unternehmen verlassen. Man weigert sich einfach verstehen zu wollen, dass es Probleme in Kultur und Führung gibt. Man redet sich ein, dass wären nur Einzelmeinungen (obwohl firmeninterne Umfragen im IT-Betrieb das Gleiche spiegeln) oder hänge mit dem Change zusammen. Dabei ist es meiner Meinung nach zurückzuführen auf:
1. Änderung der HomeOffice Regelung
2. Einberufung von schlechten Führungskräften
3. mangelnde Wertschätzung
4. intransparente Kommunikation
Untermauern tue ich meine Behauptung damit, dass noch vor wenigen Jahren diese Probleme nicht existierten.
Daran sollte man lieber arbeiten, anstatt unliebsame Kununu-Bewertungen löschen zu lassen.
Verbesserungsvorschläge
Es sollte eine offene und vor allem bidirektionale Feedbackkultur etabliert werden, in der Rückmeldungen aus der Belegschaft ernst genommen und in Entscheidungen einbezogen werden. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Führungskräfte bei problematischem Verhalten gegenüber Mitarbeitenden konsequent zur Verantwortung gezogen werden. Des Weiteren sollte man wieder zu dem Homeoffice-Modell der Nach-Koronajahre zurückkehren, wo über Jahre hinweg die Firma Rekordumsätze erzielt hat. (Den Beleg dazu findet man auf der Coporate Eventim Seite wenn man nach "Rekordjahr" sucht. Gerne liefere ich hier diese Quelle, da man abermals versucht meine Bewertung löschen zu lassen obwohl die Fakten auf meiner Seite sind.)
Der Arbeitgeber sollte lieber mehr Zeit und Mühe in die Behebung der Missstände investieren anstatt hier legitime Bewertungen löschen zu lassen!
Arbeitsatmosphäre
In anderen Abteilungen mag es eventuell anders sein, aber im Betrieb herrscht Dauerstress, gepaart mit willkürlicher Härte seitens der Teamleiter. Man hat sich immer zu fügen und ist sprichwörtlich an allem schuld. Missmanagement seitens der Führungsebene wird auf die Mitarbeitenden geschoben. Respekt und Wertschätzung sucht man vergebens.
Image
Eigener Anspruch und Realität klaffen weit auseinander. Nach außen präsentiert man sich mittels Firmenpräsentationen offen, divers und modern, intern sieht es jedoch komplett anders aus.
Work-Life-Balance
Man hat für die Firma zu leben! Vorverkäufe, die oft erst am jeweiligen Tag bekannt gegeben werden, bestimmen die individuelle Arbeitszeit. Standardmäßig gibt es Wochenend- und Nachtarbeit sowie verpflichtende Bereitschaftsdienste. Hinzu kommen ständige Gründe, ins Bremer Büro fahren zu müssen. Karriere ist selbstverständlich auch nur möglich, wenn man quasi im Büro wohnt.
Karriere/Weiterbildung
Im Umfeld des IT-Betriebs ist mir bis heute keine Beförderung bekannt. Man setzt leider größtenteils auf Neueinstellungen, anstatt fähige Mitarbeitende in höhere Positionen zu bringen. Für diese Bemerkung versuchte man schon mehrfach meine Bewertung zu löschen. Der Arbeitgeber sollte lieber die öffentliche Kommentarfunktion nutzen, wenn das nicht der Wahrheit entsprechen sollte. Mir ist aber keine Beförderung im IT-Betrieb bekannt und bei dieser Tatsachenbehauptung bleibe ich auch. Ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren, wenn das doch nicht stimmen sollte. Seit wenigen Wochen existiert zwar ein neues Karrieremodell, jedoch ohne klare Definition, wie man höhere Stufen erreichen kann.
Gehalt/Benefits
Sozialleistungen sind mir nicht bekannt. Gehaltserhöhungen (sofern es sie denn mal gab) lagen nie über der Inflationsrate. Trotzdem gibt es kontinuierlich Rekordumsätze für den Konzern bzw. die Aktionäre.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
De facto nicht vorhanden.
Kollegenzusammenhalt
Der hohe Druck schweißt zusammen. Man entwickelt eine Art Galgenhumor wie unter Mithäftlingen.
Vorgesetztenverhalten
Teamleiter sind versiert darin, den Spagat zu schaffen, Mikromanagement bei gleichzeitiger Abwesenheit zu betreiben. Es werden permanent Regeln aufgestellt, die Tage später hinfällig sind, gleichzeitig aber als Grundlage für Abmahnungen dienen können. Kritik an Vorgesetzten wird systematisch ignoriert und als Problem der Mitarbeitenden ausgelegt. Führungskräfte halten es nicht für nötig, Firmenideale vorzuleben oder ehrlich und respektvoll mit Menschen umzugehen. Die einzige Konstante ist die Widersprüchlichkeit im eigenen Handeln und in dem, was gefordert wird. Eine Erklärung für ein solches Verhalten kann eigentlich nur Überforderung sein, was sicherlich auch auf Erwartungsdruck und die Führung zu vieler Teams gleichzeitig zurückzuführen ist.
Arbeitsbedingungen
Ein lautes Großraumbüro, das notorisch zu klein ist, wenn die Homeoffice-Kollegen aus allen Teilen Deutschlands gleichzeitig zu den Teamwochen in die Firma kommen müssen. Zudem sind weder Klimaanlagen noch höhenverstellbare Schreibtische vorhanden.
Kommunikation
Man weiß manchmal wochenlang nicht, in welchem Team man eigentlich ist oder was „da oben“ entschieden wurde. Aussagen, Prioritäten und Prozessregeln wechseln wie die Wochentage.
Gleichberechtigung
Man behandelt alle gleich schlecht. Leider sind Frauen kaum in der IT vertreten. Noch seltener trifft man Frauen nur in der Führungsebene an.
Interessante Aufgaben
Teilweise. Alltag wird aber dominiert von technischen Altlasten und Prozessen die sich selbst im Weg stehen.

