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Cyrano 
Kommunikation 
GmbH
Bewertung

Außen viel Glanz – innen zu wenig Klarheit und Verbindlichkeit

2,7
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich PR / Kommunikation bei Cyrano Kommunikation GmbH in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

• Team-Zusammenhalt (innerhalb der direkten Teams): Im Tagesgeschäft halten Kolleg:innen in vielen Situationen zusammen. Wenn es brennt, helfen sich die Leute oft gegenseitig. Vor allem innerhalb der eigenen Unit.

• Ausstattung & Benefits: Die technische Ausstattung ist grundsätzlich solide (Apple-Geräte). Getränke/Obst und einzelne Zusatzangebote sind vorhanden. Das ist nett, ersetzt aber keine funktionierenden Strukturen.
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• Alltag mit einzelnen Kolleg:innen: Es gibt engagierte, kompetente Mitarbeitende, mit denen man gerne arbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

• Fehlende Strukturen und Prozesse: Es gibt zu wenig verlässliche Standards für Projektarbeit. Abläufe wirken häufig improvisiert, Verantwortlichkeiten sind unklar, und selbst grundlegende Dinge wie Priorisierung, Übergaben oder Dokumentation sind nicht sauber geregelt. Das führt zu Doppelarbeit oder dazu, dass Aufgaben liegen bleiben.

• Miserable Projektsteuerung / -controlling: Projekte laufen oft über viele Abstimmungsschleifen, ohne klare Führung oder verbindliche Entscheidungen. Termine und Meilensteine werden nicht konsequent nachgehalten. Häufig ändert sich die Richtung kurzfristig, wodurch bereits geleistete Arbeit wieder verworfen wird.

• Fehlerkultur / Verantwortungsübernahme: Fehler werden selten offen zugegeben oder systematisch aufgearbeitet. Statt klar „Das war falsch, daraus lernen wir“ zu sagen, wird relativiert, umgedeutet oder zum nächsten Thema gewechselt. Dadurch wiederholen sich dieselben Probleme, und Vertrauen geht nach und nach verloren.

• Führung: wenig präsent und wenig verbindlich: Führungskräfte und insbesondere die Geschäftsführung sind im Alltag zu selten greifbar. Entscheidungen dauern, sind teils widersprüchlich oder werden vertagt. Standardsätze sind: „Da müssen wir uns bei Gelegenheit mal drüber abstimmen“ oder „Ich klär das und melde mich.“ (und dann passiert nichts). Zusagen und Termine werden nicht konsequent eingehalten. Mitarbeitende bleiben mit Entscheidungen oder deren Folgen teilweise alleine.

• Unklare Ausrichtung / „Alles verkaufen“: Es wirkt, als würde fast alles angeboten, was Kunden nachfragen, auch wenn die nötige Expertise nicht in der Tiefe vorhanden ist. Eine klare Positionierung fehlt. Das führt intern zu Überforderung und extern zu Erwartungsdruck. Keine ständigen Themenwechsel sondern deutlich mehr Fokus und Entwicklung auf den Kernkompetenzen

• Fluktuation / sinkendes Schiff: Es gab zuletzt viele Eigenkündigungen. Gefühlt verlassen die letzten guten Mitarbeitenden das sinkende Schiff. Gute Leute gehen, weil schlechte bleiben. Genau das zieht die Stimmung und die Leistung meiner Meinung nach weiter runter. Für die Teams bedeutet das Wissensverlust, mehr Last und noch weniger Stabilität.

Verbesserungsvorschläge

• Ehrliche Bestandsaufnahme vor Aktionismus: Bevor neue Tools, neue Prozesse oder neue Strategien ausgerufen werden, sollte zuerst sauber geklärt werden, was konkret nicht funktioniert und warum (Ursachen statt Symptome).

• Klare Rollen & Verantwortlichkeiten: Eindeutig festlegen: Wer entscheidet? Wer priorisiert? Wer trägt Verantwortung? Entscheidungen sollten nachvollziehbar dokumentiert und verbindlich umgesetzt werden.

• Fehlerkultur wirklich leben: Fehler offen benennen, Verantwortung übernehmen, Learnings festhalten und Konsequenzen ableiten und auch umsetzen, statt Dinge kleinzureden oder zu übergehen.

• Bessere interne Kommunikation: Top-down klar, rechtzeitig und vollständig informieren. Weniger „zwischen Tür und Angel“, mehr Verlässlichkeit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

• Kritik ernsthaft einbinden: Nicht „glatt moderieren“, oder „ich nehme das mal mit“ sondern die kritischen Stimmen aktiv anhören. Gerade die, die am meisten genervt sind, weil dort oft die Wahrheit liegt.

Arbeitsatmosphäre

Oft stressig und unruhig, viel Zeitdruck, wenig klare Prioritätensetzung. Zusätzlich entsteht Frust, weil Leistung, Verantwortung, Lob und Anerkennung aus meiner Sicht ungleich verteilt sind.

Image

Nach außen wird stark auf Erfolg und Awards gesetzt (inkl. Posts à la „Gute Nachrichten, es gibt sie doch noch“), während intern grundlegende Themen und Entwicklungserfolge liegen bleiben.
Auch der Außenauftritt passt für mich nicht zum Anspruch: Es gab z. B. ein Posting, in dem sich über „nervige“ Kundenanfragen, endlose Abstimmungsschleifen und die eigene Arbeit lustig gemacht wurde. Das wirkt unprofessionell und respektlos – gerade gegenüber den Kunden, die am Ende das Geschäft tragen. Auch wenn dies versucht ironisch darzustellen.

Work-Life-Balance

Gleitzeit ist möglich, Zeiten lassen sich teils flexibel einteilen, und in manchen Teams gibt es auch private Aktivitäten.

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungen, Zertifikate oder nachweisbare Qualifikationen werden nicht aktiv gefördert und sind teils eher unerwünscht. Auch nicht bei Eigenvorschlägen oder wenn diese z.B. durch staatliche Förderprojekte nicht vom Betrieb selbst finanziell getragen werden müssten. Es gibt jedoch interne Schulungsreihen von Experten innerhalb der Agentur. Dadurch langsame Entwicklung – fachlich wie organisatorisch.

Gehalt/Benefits

Lohngefüge variiert stark bei gleichen Aufgabenbereichen. Gehaltsgespräche werden aus dem Weg gegangen. Kurzarbeit/Entlassungen haben zusätzlich für Unsicherheit gesorgt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Eher personenabhängig, kein klarer Fokus erkennbar. Einzelne Spendenaktionen für Krisengebiete, in Verbindung mit einem sehr engagiertem Mitarbeiter der in die Ukraine organisiert und begleitet.

Kollegenzusammenhalt

Innerhalb der Squads fast immer gut, Squadübergreifend je nach Situation unterschiedlich.

Umgang mit älteren Kollegen

Soweit ich es erlebt habe, respektvoll.

Vorgesetztenverhalten

Aus meiner Sicht oft unzuverlässig, wenig empathisch und zu wenig nah am Team. Entscheidungen wirken teils widersprüchlich, unüberlegt und nicht mit anderen Führungspersönlichkeiten abgesprochen

Arbeitsbedingungen

Solide Technik, aber insgesamt viel Unruhe im Arbeitsalltag. Rollen/Verantwortlichkeiten, Informationsfluss und Dokumentation sind nicht sauber geregelt, was unnötige Reibung erzeugt.

Kommunikation

Sehr schwach, insbesondere top-down. Wichtige Entscheidungen werden spät, unklar oder gar nicht kommuniziert. Es gibt einmal im Monat den „Wicked Wednesday“, ein digitaler Livestream aus der Agentur mit News zu einzelnen Projekten, Themenschwerpunkten oder neuen Mitarbeitern. Dies ist jedoch nicht ausreichend wenn alle anderen Tage im Monat der Austausch nicht oder nur schwach vorhanden ist.

Gleichberechtigung

In der Geschäftsführung/-leitung wirken die Rollen sehr einseitig besetzt (überwiegend männlich). Seit der letzten Entlassungswelle und der Umstrukturierung von Teams zu Squads/Hubs, gibt es jetzt eine Frau in der Geschäftsleitung.

Interessante Aufgaben

Grundsätzlich wären die Themen interessant, aber fehlende Klarheit, ständige Schleifen, nicht vorhandene Prozesse und mangelhaftes Projektmanagement und sowie kurzfristige Richtungswechsel nehmen viel davon. Trotzdem muss man sagen dass es durchaus viele spannende und abwechslungsreiche Kundenprojekte und Kampagnen gibt.

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Arbeitgeber-Kommentar

Kai Tenzer, Mitglied der Geschäftsleitung
Kai TenzerMitglied der Geschäftsleitung

Hey,
danke, dass du dir die Zeit genommen hast, eine so ausführliche Bewertung zu schreiben. Gerade weil dein Eindruck so schlecht ausfällt, ist das natürlich wertvoll. Dann kann man deine Kritik an konkreten Punkten festmachen - und besser drüber diskutieren.

Wo fange ich an? Vielleicht mit dem, was gut funktioniert und mit am wichtigsten ist: der Zusammenhalt der Kolleg:innen untereinander. Ich glaube, das ist wirklich unsere große Stärke. Die Menschen hier passen zusammen, haben Spaß, miteinander zu arbeiten, stehen füreinander ein, stärken sich gegenseitig. Das mit der Umstellung zu Squads und Hubs zu stärken, hat auch funktioniert, wie du sagst.

Jetzt der große Punkt, an dem du Baustellen siehst: Prozesse, Abstimmungen und Abläufe, Projektsteuerung, Führung. Das hängt alles miteinander zusammen. Und das hat sich alles sehr viel bewegt. Die Umstellung auf neue Strukturen, die Einbettung von KI, der Verlust zwei großer Etats - die Bewegung und die Anpassungen waren und sind notwendig. Wo viel Bewegung ist, ist auch viel Unruhe. Unsere Aufgabe ist ganz klar, das in klare und ruhige Bahnen zu lenken. Dafür gibt es bei uns gute und gelungene Beispiele - und Beispiele, wo es noch nicht funktioniert. Ich finde es wichtig, beides zu sehen. Ich erlebe hier sehr gutes und entschlossenes Projektmanagement, klare und empathische Führung, reflektierende Fehlerkultur - nicht flächendeckend, das ist auch den erwähnten Umstellungen geschuldet. Was ich mir wünsche: Wenn dir oder anderen konkrete Punkte auffallen, an denen etwas falsch läuft, dann geht in den Austausch. Wir haben eine offene Kultur, in der Kritik offen geäußert werden kann und ernst genommen wird. Du findest immer jemanden in der Führungsebene, der/die ein offenes Ohr hat und die Dinge ernst nimmt.

Was mit Sicherheit auch dazu gehört: Wir sind eine Kommunikationsagentur. Das Agenturgeschäft ist notorisch dynamisch, manchmal am Rande des Chaotischen. Es ist immer in Bewegung, Abläufe verändern sich beständig, auch weil jedes Projekt und jeder Kunde eigene Anforderungen hat, auf die wir reagieren. Das müssen wir immer souverän auffangen und einbetten. Wie auf dem Amt wird es hier aber nie sein.

Zwei andere Punkte, die du erwähnst: Den Fokus auf die Leistungen, die wir wirklich drauf haben, setzen wir gerade sehr konsequent neu. Da müssen wir uns auch mit dem Markt und dem Bedarf entwickeln. Deinem Eindruck, dass die letzten guten Leute die Agentur verlassen, muss ich vehement widersprechen. Ja, wir hatten Fluktuation und mussten uns leider von Mitarbeitenden trennen aufgrund der erwähnten verlorenen Etats - aber wir haben jetzt eine wirklich tighte, extrem gute und leistungsfähige Mannschaft. Der Zusammenhalt in den Squads, den du erwähnt hast, spricht da für sich, denke ich.

Kommunikation und Verbindlichkeit - das bleibt etwas, an dem wir kontinuierlich weiter arbeiten müssen, denn das muss sich jeden Tag neu beweisen. Und wenn es an manchen Tagen in der Hektik mal untergeht, muss es umso klarer wieder gestärkt werden.

Mein Eindruck ist, dass du von schlechten Erlebnissen geprägt bist, die das Gute, das bei Cyrano überall da ist, überschatten. Das ist natürlich schade, denn wir wünschen uns, dass jede:r, der/die geht, das mit guten Erfahrungen macht.

Danke auf jeden Fall, dass du ein Teil von uns warst.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.