Ein kritischer Blick hinter die Kulissen: Zwischen glänzender Fassade und stiller Resignation.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Ich denke, Ihr als Unternehmen legt tatsächlich wert auf gute Bewertungen und nehmt euch auch solche Bewertungen hier zu Herzen, aber ihr zieht die falschen Schlüsse daraus. "Ach, das ist nur einer. Die anderen sind doch größtenteils zufrieden, also erstmal nicht so wichtig." Kommt das ungefähr hin?
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Man bekommt immer die Leistung, für die man bezahlt – dieses alte Prinzip bewahrheitet sich leider zunehmend. Nach außen hin trägt Dampsoft das Image eines modernen, familiären Vorzeigeunternehmens im Norden. Wenn man jedoch genauer hinsieht, bröckelt die Fassade. Die Geschäftsführung rühmt sich gerne mit den hervorragenden Ergebnissen auf Plattformen wie kununu. Man sollte hierbei allerdings genau hinschauen: Bei einer Belegschaft von knapp 500 Mitarbeitenden beteiligt sich in den internen Umfragen oft nur eine lautstarke Minderheit von rund 180 bis 210 Personen aktiv.
Was ist mit der anderen Hälfte? Es herrscht eine spürbare, stille Resignation („Quiet Quitting“). Viele Kolleginnen und Kollegen haben innerlich bereits gekündigt. Naja, vielleicht nicht gekündigt, aber sie "sitzen ihre Zeit ab". Sie bleiben, weil die Bedingungen im Norden durchaus komfortabel sind (Home-Office, flexible Zeiten, Kantine in Damp), engagieren sich aber nicht mehr über das Mindestmaß hinaus. Es ist zu gut zum Gehen, aber zu schlecht, um noch Herzblut zu investieren
Verbesserungsvorschläge
Gefühlt täglich prasseln neue fachliche Themen, regulatorische Anforderungen an die Zahnarzt-Software oder veränderte Prozesse auf uns ein. Die Gehälter im Customer Service und im 1st/2nd-Level-Support müssen dringend an die gestiegene Komplexität der Software angepasst werden. Callcenter-Niveau wird der Verantwortung für sensible Praxisdaten beim Marktführer nicht gerecht. Die Chefetage darf die ausbleibenden Stimmen bei Mitarbeiterbefragungen nicht als „stumme Zustimmung“ werten. Es braucht proaktive, anonyme Feedbackformate, die gezielt die unzufriedene, schweigende Mehrheit abholen, statt sich auf den immer gleichen, positiven Mehrfachbewertungen auszuruhen.
Arbeitsatmosphäre
Work-Life-Balance ist vielleicht besser als bei manch anderen Unternehmen, aber das heißt nicht, dass sie gut ist.
Gleichberechtigung
Fühle mich nicht anders behandelt als jüngere Kolleginnen.
Arbeitsbedingungen
Greenwashing. Schwalbennester abreißen und Photovoltaik aufbauen. Nur ein Beispiel, weil hier wenig Platz ist. 1A, Daumen hoch. Entschuldigt wurde es nicht, weil es falsch war, sondern weil es verboten ist. Hier wird wirklich ein Schritt vorausgedacht. Top.
Gehalt/Benefits
Das Gehaltsniveau im Kundenservice hat sich in den letzten Jahren gefährlich nahe an den Mindestlohn oder auf typisches Callcenter-Niveau angenähert. Laut Marktberichten liegt das durchschnittliche Bruttogehalt für Kundenberater im Support bei rund 34.400 € bis 37.000 im Jahr, was der rasant gestiegenen Themenauswahl in keiner Weise mehr gerecht wird. Nächstes Jahr steigt der Mindestlohn wieder um fast einen Euro. Zieht Dampsoft nach und erhöht ebenfalls um wenigstens 5%? Das Gefühl existenzieller Sicherheit geht verloren. Da nützen auch exklusive Firmenreisen oder internationale Events auf Firmenkosten wenig, wenn am Monatsende die Basisabsicherung der Angestellten im täglichen Leben wackelt. Gefühlt täglich prasseln neue fachliche Themen, regulatorische Anforderungen an die Zahnarzt-Software oder veränderte Prozesse auf uns ein.
