Führung enttäuscht, Kollegen überzeugen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Sozialkompetenz
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Das größte Problem liegt aktuell in der mangelnden Kompetenz der Unternehmensführung, ein Umstand, der nach Meinung vieler Mitarbeiter zu lange unbeachtet blieb.
Während Sachbearbeiter die Verantwortung für Margen, Preise und operative Entscheidungen tragen und von den Abteilungsleitern überwacht werden, bleibt die Geschäftsführung intransparent: Entscheidungen und Strategien werden nicht kommuniziert.
Verbesserungsvorschläge
Unbedingt transparenter werden. Die Mitarbeiter dürften schon über betriebswitschaftliche Kennzahlen informiert werden.
Die GF erklärt keine Situation, Ziele, Maßnahmen. Ein Klassiker für fehlende Führungskompetenz und mangelnde Erfahrung. Der Eindruck, dass hier ein "Club" der Eingeweihten agiert und sich abschottet ist kein falcher Eindruck.
Arbeitsatmosphäre
Innerhalb der Abteilungen ist die Atmosphäre überwiegend positiv, zwischen den Abteilungen jedoch oft schwierig. Fachliche Kommunikation und lösungsorientiertes Arbeiten kommen im Tagesgeschäft zu kurz. Statt gemeinsam Lösungen zu suchen, wird Verantwortung häufig weitergeschoben – mit Nachteilen für nachgelagerte Bereiche wie Lager oder IT.
Work-Life-Balance
Ein kleines Highlight! Es gibt eine familienfreundliche Regelung der Arbeitszeiten, zu Home-Office und kurzfristigen Überstunden-Abbau.
Urlaub wird in kurzer gegenseitiger Absprache geplant, außergewöhnliche Ereignisse (Krankheit der Kinder, spontaner Tag im Home-Office etc.) führen nicht zu irgendwelchen Vermutungen.
Gehalt/Benefits
Die vereinbarten Gehälter werden zuverlässig und pünktlich gezahlt, Verhandlungen erfolgen grundsätzlich zu Beginn. Insgesamt ist das Gehaltsniveau jedoch sehr breit gestreut, was zu spürbaren Ungleichbehandlungen führt.
Erhöhungen werden unterschiedlich behandelt: Mitarbeitende in Nähe der Geschäftsführung erhalten teilweise auch ohne entsprechende Leistung höhere Gehälter, während in anderen Abteilungen wie Lager, QS oder EDV die Kosten oft als Begründung für ausbleibende Anpassungen angeführt werden. Laut Flurfunk ist es nicht ungewöhnlich, dass Verwaltungsmitarbeitende eher Gehör für Gehaltsanpassungen finden als Kollegen in nachgelagerten Bereichen.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Auch hier: Das Unternehmen ist lokal verwurzelt, unterstützz lokale Organisationen und Vereine. Hat eine lange und intensive Zusammenarbeit mit einer lokalen Behindertenwerkstatt, die fester Bestandteil der Zulieferkette ist.
Umgang mit älteren Kollegen
siehe oben
Vorgesetztenverhalten
Hier liegt eines der zentralen Probleme des Unternehmens. Grundsätzlich sind die Vorgesetzten kollegial und im Umgang freundlich.
Allerdings fehlt es spürbar an Offenheit und vielfach auch an Kompetenz. Viele Abteilungsleiter sind ohne Führungserfahrung ins Amt gekommen – sei es durch Weggang früherer Vorgesetzter, neue Strukturen oder Nachfolgeregelungen.
Dadurch hat sich ein „Club“ von Wissensträgern gebildet, der nach eigenem Ermessen agiert. Entscheidungen wirken häufig willkürlich: Gehaltserhöhungen nach Sympathie, fragwürdige Einstellungen mit hohen Gehältern, personell völlig überbesetzte Abteilungen oder das Ausbleiben notwendiger Reaktionen auf die wirtschaftliche Lage. Dieses Verhalten wirkt auf viele Kollegen demotivierend und führt zunehmend dazu, dass sie über einen Arbeitsplatzwechsel nachdenken.
Arbeitsbedingungen
kurz und knapp: 5-Sterne
Kommunikation
Es gibt keine - weder regelmäßige, noch gelegentliche - Information zu betriebswirtschaftlichen Kerndaten, Zielen, Schwierigkeiten oder Strategien.
Gleichberechtigung
Gleichbehandlung ist hier gelebte Praxis. Es gibt keinerlei Ressentiments – weder nach Geschlecht, Alter, Herkunft oder sonstigen Kriterien. Gerade im Vergleich zu anderen Bereichen, in denen Führung und Organisation Verbesserungsbedarf haben, sticht dieser Aspekt besonders positiv hervor und trägt spürbar zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre bei.
Interessante Aufgaben
Doch, schon! Das Unternehmen ist ein Handelsbetrieb und Einkauf wie Verkauf muss ständig auf globale Entwicklungen reagieren.
Und tut das auch indem neue Märkte erkundet werden oder neue Lieferanten. Gerade im Zuge der Zoll-Streitigkeiten und dem Geschäft mit Asien ist hier viel möglich sich einzubringen