Schrecklichste Arbeitserfahrung meiner ganzen Karriere.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Rabatte, Parkplätze und Mitarbeiterevents. Abwechslungsreiche Aufgaben, viel Verantwortung von Beginn an.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Sehr schlechtes Work-Life-Balance. Unprofessioneller Ton vom GF. Einige Kollegen aufgrund von Burn-Out ausgefallen.
Arbeitsatmosphäre
Die meiste Zeit empfand ich die Arbeitsatmosphäre als gestresst und sehr unstrukturiert. Mit den Kolleginnen und Kollegen lässt sich meistens eine angenehme Atmosphäre aufbauen, aber sobald der GF im Hause war, war jeder sichtlich angespannt. Man wusste, dass der GF eventuell schlecht über einen sprach. Das Büro war oft sehr kalt und ungenügend eingerichtet. Manchmal gab es nicht mal Wasser.
Image
Bei den Kunden meistens ein gutes Image. Innerhalb der Firma sind die Meinungen sehr verschieden. Manchmal gab es Beschwerden von Kunden, wo die Ursachen sehr schnell erforscht wurden und den Kunden anschließend mit Kulanz begegnet worden ist.
Work-Life-Balance
Aufgrund des Diensthandys sollte man 24/7 erreichbar sein. Es war nicht ungewöhnlich sehr spät abends oder sogar nachts Nachrichten bekommen zu haben. Auf private Termine oder sogar gesetzliche maximale Wochen- und Tagesarbeitszeit wurde schlichtweg keine Rücksicht genommen. Überstunden wurden sogar gefördert, wie soll man sie aber wieder abbauen? Urlaub nehmen ganz zu schweigen, man hatte nur bedingt eine Vertretung. Auch bei Krankheit wurde man ständig kontaktiert und es hieß, man könne doch Homeoffice machen. Teilweise sogar wurde samstags gearbeitet. Zeit für Hobbys und Freunde und Familie war so gut wie nicht vorhanden. Es war schon Herausforderung genug, überhaupt einen Abend frei zu haben. Es ging nur um die Arbeit und darum, alles für sie zu geben.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Die Produkte produzieren viel Plastikmüll, die oft von Kunden nicht gut entsorgt werden. Auf die Umwelt wird nicht gerade geachtet. Wöchentliche Lieferungen sind aber besser als tägliche. Die Tiefkühltruhen benötigen sehr viel Strom.
Karriere/Weiterbildung
Wenig Aufstiegschancen und Chancen auf Weiterbildung.
Kollegenzusammenhalt
Mit fast allen Kolleginnen und Kollegen herrschte ein sehr vertrautes Verhältnis. Man unterstützte sich gegenseitig so gut wie es ging und hielt sich den Rücken frei, falls es mal zu Unruhen kommen sollte. Jedoch kam es ab und zu mal vor, dass Kollegen aufgrund des hohen Arbeitspensums nicht all ihren Aufgaben hinterher kamen und man selber im Rückstand landete, was nur bedingt die Schuld der Kollegen war. Jedoch hat man ein sehr gutes Verhältnis mit den Kollegen, man macht Witze zusammen und kann sich auch über ernsthafte Dinge respektvoll unterhalten. Ging etwas schief, bügelte man es so gut wie es ging zusammen aus.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten des GF war oft unprofessionell und sehr schroff. Es wurde schlecht über die Kollegen hinterrücks geredet. Der Ton wirkte oft relativ aggressiv und fordernd, sehr wenig Verständnis. Gelobt wurde so gut wie nie, ganz nach dem schwäbischen Motto "Ned gschimpft isch Lob gnug". Es wurde sich nicht an Abmachungen gehalten. Aufgaben sollten direkt erledigt werden, alles hätte Prio 1. Wenn jedoch alles Prio 1 hat, hat nichts mehr Priorität. Sehr unrealistische Erwartungen was Deadlines und Zeitaufwand betraf. Es wurde sehr oft geschimpft, wieso der Umsatz nicht gestiegen sei und dass jeder mehr anpacken müsste, dass es eine Frage der Mentalität sei und von allen zu wenig käme. Dass jedoch so gut wie jeder MA Überstunden machte und teilweise bis 20 Uhr arbeitete, wurde nicht wertgeschätzt. Er legte sich auch gerne mal mit Nachbarn an. Passierte ein Fehler, wurde sogar gefordert, das Gehalt von der betroffenden Person zu kürzen.
Ich empfehle, solch ein Verhalten sich nie zu Herzen zu nehmen.
Arbeitsbedingungen
Das Equipment war oft nicht vollständig. Zu wenig Monitore, keine Tastaturen, zu wenig Steckdosen, sehr langsame PCs wodurch selbst das Bearbeiten eines Fotos Minuten brauchte, bis sich was tat. Aufgrund der schlechten PCs bekam ich oft sehr trockene Augen und Kopfschmerzen. Kein ergonomischer Arbeitsplatz. Oft zu kalt oder zu warm im Büro, sehr schlechte Luft aufgrund von wenig Ventilation. Parkplätze sehr eng und schwer zu befahren. Manchmal kein frisches Wasser gegeben. Man bekam zu viele Aufgaben, die sich oft rasch änderten, wodurch die vorherige Arbeit umsonst wurde. Auch wenn man das schilderte, dass man zu viele Aufgaben hatte, wurde gesagt, dass das aber Priorität hatte und es sowieso nicht lange dauere (was oft nicht stimmte, nur der MA selbst kann gut einschätzen, wie lange eine spezifische Aufgabe dauere).
Kommunikation
Die Kommunikation fand ich sehr ungenügend. Vieles wurde nicht rechtzeitig oder gar nicht verkommuniziert, wodurch viele Kollegen oft keine Ahnung hatten, wenn etwas in ihrer Hand lag. Auch der Ton vom GF war nicht immer professionell und oft wurde über einen hinweg Dinge kommuniziert, obwohl man für diese verantwortlich war. Meetings gingen oft sehr lang (bis zu 3h manchmal), was für die Konzentration und Effizienz eher ungeeignet war. Strategien und Meinungen wurden innerhalb von Minuten geändert, wodurch vergängliche Arbeit so gut wie zunichte gemacht worden ist, was sehr frustrierend und schade ist auf Dauer. Grundsätzlich lief die Kommunikation über Whatsapp mithilfe von Audios, die es sehr erschwerten, den Überblick zu behalten und sehr viel Zeit kosteten, sich die Audios anzuhören, um auf aktuellem Stand zu bleiben.
Gehalt/Benefits
Gehalt war in Ordnung. Rabatte sind gut. Parkplätze vorhanden. Mitarbeiterevents sind immer witzig gewesen.
Gleichberechtigung
Es wurde so gut wie jeder gleich behandelt. Je nach Leistung des MA wurde schlechter oder besser behandelt vom GF. Es gab auf jeden Fall Favoriten innerhalb der Firma.
Interessante Aufgaben
Es waren viele verschieden Aufgaben dabei, sehr oft welche, die außerhalb der eigenen Verantwortlichkeiten lagen. Oft wurden einem zufällige Aufgaben auf den Tisch gelegt ohne viel Erklärung. Bei Fragen wurde oft schroff begegnet, dass es doch klar sei, was gefragt sei. Als Büromitarbeiter musste man oft Aufgaben in der Filiale übernehmen ohne dafür geschult oder eingearbeitet worden zu sein. Dinge abholen, etwas von A nach B bringen standen auf der Tagesordnung, was oft mit dem privaten PKW zu erledigen war, was bei den abnormen Spritpreisen sehr gewagt war.