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Meeresstiftung
Bewertung

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Selbstinszenierung des Vorstands statt Meeresschutz

1,5
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr im Bereich Administration / Verwaltung in Hamburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Man lernt andere Stiftungen kennen und wie professionell und wertschätzend dort gearbeitet wird. Mehr fällt mir wirklich nicht ein.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Fehlende Organisation, Strategie und Planung
- Keine Transparenz über die Finanzierung
- Keine Wertschätzung, permanente Unfreundlichkeit der Führung
- Kollegen und Ehrenamtliche und Praktikanten wurden vor allen "klein gemacht"
- Geld einsammeln von öffentlichen Trägern und reichen Investoren steht im Mittelpunkt
- Bildung wird angeblich groß geschrieben, aber erklärt wird eigentlich nur sehr ungern.

Verbesserungsvorschläge

Den Schutz der Meere wirklich in den Fokus stellen und nicht die eigene Selbstinszenierung. Mitarbeiter wertschätzen und nicht als anonyme Hilfsroboter ansehen. Freundlich sein. Danke sagen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war unangenehm. Kein Arbeitsergebnis war gut genug, Verbesserungsvorschläge wurden nicht angenommen und die einzigen Personen, die überhaupt Dinge richtig machen konnten, war der Vorstand selbst und seine rechte Hand. Alle anderen hatten zu funktionieren und zu liefern. Mittagspausen im Team gab es kaum und auch sonst ist die Ausstattung eher dürftig. Wenn die Vielzahl an Themen und Aufgaben nicht in kürzester Zeit erledigt wurden, gab es Unmut, wobei die Führung meist selbst unwissend und unvorbereitet war. Gelobt wurde nie, sondern nur mehr und noch mehr gefordert.

Image

Viele Partner und andere Organisationen / Stiftungen berichteten mir, dass sie nur ungern mit der Meeresstiftung zusammenarbeiten würden, weil es meist unorganisiert und chaotisch sei und vor allem der Vorstand oft negativ auffiel. Die hohe Fluktuation bei der Meeresstiftung ist bei externen Partnern ebenfalls (negativ) bekannt.

Work-Life-Balance

Es wurde erwartet, dass man eigentlich immer für die Stiftung arbeitet. Wenn Geld oder Prestige nach außen hinter einem Projekt steckt, wird es angenommen - ganz egal, ob parallel bereits andere Projekte laufen. Überstunden werden dann als "Ehrenamt für die Sache" erwartet, was in einem gewissen Maße vielleicht ja noch ok ist, aber wenn es zu viele werden und dann nicht mal ein Danke kommt, ist es doch sehr ernüchternd. Krankheit wird nur mit Unmut zur Kenntnis genommen und akribisch notiert, wann wer krank oder beim Arzt war. Und HomeOffice war nur sehr ungern gesehen.

Karriere/Weiterbildung

Es gibt weder Weiterbildungsmöglichkeiten noch die Möglichkeit Karriere zu machen oder in höhere Posten zu gelangen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt muss man schon gut verhandeln - wir hatten im Team eine Bandbreite von bis zu 1.000 €. Das Geld kam pünktlich. 25 Urlaubstage sind heutzutage in den meisten Unternehmen eher unüblich. An Feiertagen wird bei Projekten auch gearbeitet und es gibt lediglich einen Ausgleichstag - mehr nicht.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Natürlich arbeitet man eigentlich für den Umweltschutz, aber so viele Amazon-Pakete und Bestellungen habe ich selten gesehen... Zu den meisten Konferenzen wird kurzfristig ein Flug gebucht.

Kollegenzusammenhalt

Die Kollegen sind der einzige Lichtblick in diesem Chaos.

Umgang mit älteren Kollegen

Es gibt auch ältere Mitarbeiter, über die hinter ihrem Rücken aufgrund ihres Alters allerdings gelästert wird.

Vorgesetztenverhalten

Da möchte ich eigentlich nicht mal einen Stern geben. Mein Vorgesetzter wirkte auf mich unprofessionell und unangenehm, sowohl menschlich als auch fachlich. Seine E-Mails waren voller Fehler, es fehlte an klarer Kompetenz, Organisation und Vision. Es gab kein echtes Onboarding, nur Verweise auf Ordner, Videos und hunderte alte E-Mails. Insgesamt machte die Führungsebene einen unprofessionellen Eindruck und bei Events hat man sich eigentlich regelmäßig für das Auftreten, das Unwissen und die Arroganz geschämt. Gab es bei diesen Events eine Möglichkeit ein Foto mit einer "bekannten" oder einflussreichen Person zu machen, wurde das als wichtigstes Ziel angesehen. Anhand dieses Fotos wurde im Nachhinein dann häufig behauptet, dass man mit dieser Person eng zusammenarbeitet - obwohl es nie mehr als das Foto oder ein kurzes Gespräch gab.

Arbeitsbedingungen

Die Lage am Fleet ist schön, technische Ausstattung lässt allerdings zu wünschen übrig und die Teeküche im Keller ist eher traurig. Das Büro ist klein, aber es arbeiten ja auch nicht mehr als max. 3-4 Festangestellte dort. Angst vor neuen technischen Tools ist groß und wehe, auch nur eine einzige Datei oder ein verschwommenes Foto aus den letzten 20 Jahren wird gelöscht...

Kommunikation

Meist gab es Arbeitsanweisungen über private Whatsapp-Nachrichten oder Anrufe - auch abends nach Feierabend oder am Wochenende. Wenn man diese nicht beantwortete, wurde fehlende Motivation vorgeworfen.
Unprofessionelles Verhalten ist an der Tagesordnung und die Führung lästert ständig über externe Partner, Partner aus der Politik, Geldgeber und andere Stiftungen. Emails an externe Partner waren voller Rechtschreibfehler und inhaltlicher Fehler, die man im Nachgang wieder auffangen musste.

Gleichberechtigung

Es gibt ein ausgeglichenes Verhältnis von Männern und Frauen, aber an unpassenden (sexistischen) Kommentaren seitens der Führung mangelt es nicht.

Interessante Aufgaben

Grundsätzlich ist der Sinn, die Meere schützen zu wollen, natürlich eine tolle Aufgabe und viele Menschen starten dorft mit einer hohen intrinsischen Motivation. Wenn man dann allerdings nur für die Selbstinszenierung der Führung arbeitet und dass das Schiff, das dem Vorstand selbst gehört, gut gebucht ist mit Projekten, fragt man sich schon, ob man hier noch für den ursprünglichen Sinn arbeitet. Ich war oft damit beschäftigt, der Führungskraft nur auf Abruf zu helfen: E-Mails schreiben, Treffen schnell und kurzfristig zu organisieren, Protokolle zu erstellen, Kontakte in der veralteten Datenbank zu pflegen und das Informationschaos zu sortieren.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.