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Meeresstiftung
Bewertung

Ihr Unternehmen?

Ich schließe mich den vorherigen Bewertungen an und möchte versuchen, an Beispielen zu verdeutlichen, warum es so ist.

2,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2026 für dieses Unternehmen in Hamburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Grundsätzlich gut, ohne danach suchen zu müssen, ist das ein ernsthaftes Interesse besteht, das Meer zu schützen und vor allem auf den Meeresschutz aufmerksam zu machen. Ich bin mir sicher, dass das auch die intrinsische Motivation ist, die der Chef hat. Es muss mehr Menschen geben, die so viel Zeit und Arbeit in diese Themen stecken, weil es von ganz zentraler Bedeutung ist. Zusätzlich, war jeder und jede einzelne die dort angefangen hat zu arbeiten, ein gutes Match fürs Team und ich habe mich mit allen Kollegen bis auf meinen Vorgesetzen zu jeder Zeit super verstanden. Das spricht für ein gutes Gespür von den Personen, die die Leute einstellen. Der Hund der häufig im Büro ist, ist auch sehr niedlich. Durch das Große Netzwerk, kommt man häufig in Austausch mit anderen sehr interessanten Menschen, Firmen und NGOs. Dadurch kriegt man ein schönen Einblick und merkt, wie viele Menschen sich doch mit diesen Themen befassen, dass ist schön zu sehen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich glaube, ich habe alles erwähnt. S.O.

Verbesserungsvorschläge

In allen genannten Bereichen sehe ich Verbesserungsbedarf. Besonders aufmerksam machen möchte ich auf die hohe personelle Fluktuation. Die wenigsten Mitarbeitenden bleiben nach meiner Erfahrung länger als sechs Monate, teilweise verlassen sie die Stiftung bereits nach wenigen Wochen. Auch FÖJler scheinen teilweise frühzeitig an ihre Grenzen zu kommen – entweder durch Überlastung oder weil ihre Aufgaben kaum der eigentlichen Idee eines Freiwilligen Ökologischen Jahres entsprechen.

Menschen, die bewusst auf ein höheres Gehalt verzichten, um sich für eine wichtige Sache einzusetzen, sollten nicht ausgenutzt und überlastet werden. Stattdessen sollte man sie unterstützen und ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sie sich langfristig engagieren können.

Auch die Führungsebene sollte lernen, konstruktiv mit Kritik umzugehen und das eigene Verhalten zu hinterfragen, anstatt die Verantwortung bei Problemen überwiegend bei den Mitarbeitenden zu suchen.
Zusätzlich würde ich empfehlen, die Anzahl der parallel laufenden Projekte zu reduzieren. Lieber weniger Projekte, die dafür mit ausreichend Zeit und Sorgfalt umgesetzt werden, als zu viele Vorhaben gleichzeitig, die am Ende nur halbherzig bearbeitet werden.
Wenn diese Punkte angegangen werden, sehe ich enormes Potenzial in der Stiftung. Die Ziele und das Engagement sind vorhanden. Es braucht vor allem bessere interne Strukturen und einen wertschätzenderen Umgang mit den Menschen, die diese Ziele mit ihrer Arbeit ermöglichen.

Arbeitsatmosphäre

Die Zusammenarbeit innerhalb des Teams habe ich als ausgesprochen positiv erlebt. Unter den Kolleginnen und Kollegen herrscht eine sehr hilfsbereite und konstruktive Arbeitsatmosphäre. Man unterstützt sich gegenseitig, springt ein, wenn es bei anderen gerade viel zu tun gibt, gibt sich sinnvolles und ehrliches Feedback und bespricht Verbesserungsvorschläge offen, unabhängig von der jeweiligen Position. Genau so stelle ich mir eine funktionierende Zusammenarbeit in einem Team vor. Allerdings habe ich einen deutlichen Unterschied zwischen der Zusammenarbeit im Team und der Arbeitsatmosphäre unter Anwesenheit des Geschäftsführers wahrgenommen. Wenn dieser außer Haus oder anderweitig stark eingebunden war, konnte das Team deutlich entspannter und eigenständiger arbeiten. Bei seiner Anwesenheit war die Anspannung im Büro hingegen häufig spürbar. Durch kurzfristig verteilte Aufgaben und ständig wechselnde Prioritäten entstand regelmäßig Unruhe. Bereits begonnene oder eigentlich dringlichere Tätigkeiten mussten plötzlich zurückgestellt werden, weil neue Aufgaben unmittelbar Vorrang erhielten – unabhängig davon, welche Priorität die jeweiligen Aufgaben ursprünglich hatten.

Kommunikation

Kritik von den Vorgesetzen wird alles andere als sachlich kommuniziert, wenn es dann überhaupt kommuniziert wird. In der Regel kriegt man es über andere Kollegen mit, denen es in Form von Lästern zugetragen wurde. Als Beispiel:
Ich wurde aufgrund des nicht-verlängern des Vertrages einer Kollegin in ein Projekt reingeworfen, wo ich nun fortan das Projektmanagement übernehmen sollte. ich habe ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ich keine Erfahrungen im Projekt Management habe aber gewillt bin mein bestes zu geben, damit das Projekt voran geht. Ich habe das Projekt weites gehend zum Laufen gebracht und mir wurde immer gesagt, dass alles gut sei und ich weitermachen soll. Als ich dann aus meinem Urlaub wiederkam, war auf einmal eine Kollegin eingestellt worden, die sich hauptsächlich um mein Projekt nun kümmert. Ich wurde von besagter Kollegin informiert, dass ich das nicht mehr bearbeiten soll, als sie mich fragte wann wir die Übergabe machen können. Kein einziges Wort von meinen Vorgesetzten warum und was ich hätte besser/anders machen können.

Kollegenzusammenhalt

Extrem gut. Alle Kolleg*innen haben an einem Strang gezogen und das war auch der einzige Grund, warum ich es dort so lange ausgehalten habe. Alle sitzen im selben Boot, alle werden von oben drangsaliert und geteiltes Leid ist ja bekanntlich halbes Leid. Hätte auch 10 Sterne gegeben, wenn dies möglich wäre.

Work-Life-Balance

Wer nicht von Anfang an klar kommuniziert, dass die vereinbarte Arbeitszeit eingehalten werden soll und zusätzliche Stunden nur mit entsprechendem Ausgleich geleistet werden, läuft Gefahr, dass die eigene Bereitschaft zur Mehrarbeit zunehmend als selbstverständlich angesehen wird.

Arbeitsaufträge kommen teilweise zehn Minuten vor Feierabend oder sogar am Sonntagmittag und sollen selbstverständlich sofort erledigt werden. Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass der Geschäftsführer mit großem persönlichem Einsatz hinter den Zielen der Stiftung steht und dafür viel Zeit investiert. Problematisch wird es jedoch, wenn dieser Einsatz auch von den Mitarbeitenden erwartet wird. Wer sich auf seine vereinbarte Arbeitszeit beruft, muss aus meiner Erfahrung mit Vorwürfen mangelnden Engagements rechnen. Dabei wird regelmäßig vermittelt, dass die Arbeit ohne freiwillige Mehrarbeit nicht zu bewältigen sei.

Überstunden gehören dadurch für viele zum Alltag. Eine entsprechende Anerkennung oder ein angemessener Ausgleich sind jedoch keineswegs selbstverständlich.

Vorgesetztenverhalten

Wer die übertragenen Aufgaben einfach ausführt, hat erfahrungsgemäß wenig Probleme. Das Hinterfragen von Aufgaben oder Entscheidungen wird hingegen wenig geschätzt und führt schnell zu unangenehmen Gesprächen. Kritik wird aus meiner Erfahrung häufig emotional und unsachlich aufgenommen. Dabei kommt es auch zu persönlichen Vorwürfen, die teilweise die Grenze eines respektvollen Umgangs überschreiten.

Ein Beispiel dafür war eine Feedbackrunde nach einer insgesamt sehr erfolgreichen Veranstaltung. Ich äußerte sachlich Kritik an einzelnen organisatorischen Abläufen, unter anderem am Abbau. Daraufhin wurde vor versammelter Mannschaft meine Arbeitsmoral infrage gestellt und mir mitgeteilt, dass ich offenbar nicht in die Stiftung passe. Als ich um eine konkrete Erklärung dieser Vorwürfe bat, wurde das Gespräch vom Geschäftsführer beendet. Eine sachliche Auseinandersetzung mit meiner Kritik fand nicht statt.

Ein offener und respektvoller Umgang mit abweichenden Meinungen war für mich daher nicht selbstverständlich.

Interessante Aufgaben

Gibt es, aber meiner Erfahrung nach nur, wenn man ein gehorsames Lamm ist und brav schweigt.

Ich wurde als Assistenz im Bereich Projektmanagement eingestellt, erledigte im Alltag jedoch hauptsächlich Aufgaben wie Container aufräumen, Buchhaltung, Flugkosten abrechnen, Pakete verschicken und schwere Pakete mit öffentlichen Verkehrsmitteln transportieren. Die eigentliche Projektarbeit kam dabei deutlich zu kurz.

Ein Beispiel: Ich sollte ein etwa 15 kg schweres Reinigungsgerät mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu einem Reparaturbetrieb bringen. Das hätte mich ungefähr vier Stunden gekostet. Ich schlug vor, dass jemand mit Auto die Aufgabe übernimmt, wodurch sich der Aufwand auf etwa eine Stunde reduzieren ließe. Statt auf meinen sachlichen Einwand einzugehen, wurde mir mangelnde Arbeitsbereitschaft vorgeworfen. Es hieß, alle anderen würden sich den Hintern aufreißen, während ich überhaupt nicht helfen würde.

Für mich steht dieses Beispiel stellvertretend dafür, dass nicht die sinnvolle Verteilung von Aufgaben im Vordergrund stand, sondern die Erwartung, auch sachlich fragwürdige Aufgaben ohne Widerspruch zu übernehmen.

Gleichberechtigung

Habe ich eigentlich nichts auszusetzen, es wird nicht nach Geschlecht eingestellt. Ein Hauch von Chauvinismus fliegt seitens der Vorgesetzen immer mal wieder durchs Büro.

Umgang mit älteren Kollegen

Das altbekannte Geläster gibt es, auch den älteren Kollegen gegenüber, aber ich glaube nicht, dass das was mit dem Alter zutun hat.

Arbeitsbedingungen

Man bekommt alles gestellt, was man brauch, mehr aber auch nicht. Die Notebooks sind alt, funktionieren aber in der Regel. Das Büro ist recht schön und es lässt sich dort gut aushalten. Falls etwas fehlt wird es auch recht zügig nachbestellt.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Ich finde es lobenswert, wie viel Zeit und Energie in die Stiftung und ihre Ziele investiert werden. Ein grundsätzliches Engagement für den Meeresschutz möchte ich der Stiftung daher keineswegs absprechen. Allerdings habe ich im Arbeitsalltag einige Widersprüche zwischen den vertretenen Werten und dem tatsächlichen Handeln erlebt.

Gefühlt jeden zweiten Tag kamen Amazon-Bestellungen für den Geschäftsführer oder die Stiftung an. Vieles wurde offenbar aus Gründen der Bequemlichkeit schnell und günstig bestellt. Teilweise wurden auch Dinge angeschafft, die gar nicht benötigt wurden und nach Ablauf der Rückgabefrist mit Verlust auf eBay weiterverkauft wurden.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Zusammenarbeit mit Sea Life. Diese wurde auch von Gästen wiederholt kritisch angesprochen. Innerhalb der Stiftung schien diese Kritik jedoch keine Rolle zu spielen. Das Thema anzusprechen, war nach meiner Erfahrung nicht erwünscht.

Gerade bei einer Stiftung, die sich dem Meeresschutz verschrieben hat, hätte ich mir gewünscht, dass ökologische Ansprüche auch im eigenen Handeln konsequenter berücksichtigt werden und kritische Fragen dazu offen diskutiert werden können.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt empfand ich als sehr fair und entgegenkommend, auch ohne größere Verhandlungen. Benefits gibt es hingegen überhaupt keine. Weder eine BahnCard noch Zuschüsse zu Sportangeboten oder andere Zusatzleistungen. Begründet wird das damit, dass dafür kein Geld vorhanden sei. Gleichzeitig werden regelmäßig zahlreiche Dinge bei Amazon bestellt, teilweise auch solche, die offenbar gar nicht benötigt werden. Dieser Widerspruch war für mich nur schwer nachzuvollziehen.

Image

50/50 Chance das jemand etwas positives über die Stiftung sagt. Habe auch schon Menschen getroffen in dieser Bubble, die große Augen gemacht haben als ich erzählte mit wem ich zusammen arbeite. Es waren nicht wenige.

Karriere/Weiterbildung

Keine Weiterbildungsmöglichkeiten, Man kann theoretisch "Aufsteigen" jedoch liegt das 100 Prozentig bei den Vorgesetzen, je nachdem wie gehorsam du bist.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.