Jugendhilfebereich bedarf großer Optimierung
Gut am Arbeitgeber finde ich
Eine pünktliche und faire Bezahlung. Technisch versuchen sich die Zieglerschen seit Jahren generell immer besser aufzustellen. Der Schulbereich im Martinshaus Kleintobel wird sehr gut und mit viel Auge und Herz fürs Personal geführt (trotz des Gegenwinds aus dem Heimbereich). Die Mitarbeiter*innen der Wohngruppen arbeiten am Limit auf äußerst hohem, pädagogischen Niveau und mit viel Verständnis und Einsatz für den erweiterten Kolleg*innenkreis. In den Wohngruppen die sich ihre eigenen Strukturen aufgebaut haben ist die Stimmung sehr gut, die Jugendlichen haben einmal im Jahr eine Gruppenfreizeit die ihnen vom Träger ermöglicht wird.
Die Zieglerschen selbst machen als Träger in den anderen Bereichen wie Pflege, Hör- Sprachzentrum, Suchthilfe etc. auf mich persönlich einen guten Eindruck. Sie gehören zu einem der wichtigsten sozialen Träger der Region.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Geschäftsführung und Heimleitung des Jugendhilfebereichs gefallen sich sehr in ihrer Machtposition, machen daraus auch keinen Hehl in Alltagsgesprächen (Zitat: "Haha, der wollte einen Aufhebungsvertrag aber den geb ich ihm nicht!") und arbeiten gemeinsam gegen die Interessen der Schule welche an den Heimbereich gekoppelt ist. Die Personalfluktuation ist seit Jahren überdurchschnittlich hoch und dennoch wird das Handeln und die Wirkung des eigenen Auftretens nie hinterfragt oder Schwächen bzw. unglückliche Entscheidungen zugegeben. In gemeinsamen Terminen wird nicht von einem sozialen Träger sondern von einem „Konzern“ oder „Unternehmen“ gesprochen. Am Ende geht alles auf Kosten der Mitarbeiter*innen und Jugendlichen die zwar laut um Hilfe rufen und auf Missstände hinweisen, denen aber leider kein Gehör geschenkt wird (denn am Ende müssen die Zahlen stimmen). Verbesserungsvorschläge wie die Einführung des Wellpasses werden zuerst abgelehnt und einige Zeit später als eigene Idee verkauft. Generell werden von Leitungsebene nicht selten Aussagen getätigt oder Aufgaben erteilt die Tage später wieder komplett revidiert werden. Zudem wird genau auf die Wortwahl und korrekte Nacherzählung von Situationen geachtet, die Heimleitung und Stellvertretung verwechselt dann aber selbst Wörter oder zeigt sich ahnungslos bei Begrifflichkeiten aus dem eigenen Sachgebiet. Ohne vorherige Absprache werden Informationen wie Abgänge von Mitarbeiter*innen in großen Runden verkündet. Es fehlt leider sehr an Fingerspitzengefühl, auch bei den sensiblen und emotionalen Themen oder Befindlichkeiten einzelner Mitarbeiter*innen.
Leider herrscht eine skeptische Stimmung auf dem Gelände und eine Atmosphäre der Unzufriedenheit und affektierten Heiterkeit in den Räumlichkeiten der Büros. Dies fällt neuen Mitarbeiter*innen auch sogleich auf.
Verbesserungsvorschläge
Die Geschäftsführung und Heimleitung im Martinshaus Kleintobel haben hohen Optimierungsbedarf im Bereich Kommunikation. Vor allem beim Thema Wertschätzung von Mitarbeiter*innen sind die größten Defizite erkennbar.
Zwar wird von flachen Hierarchien und guter Fehlerkultur gesprochen, eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe findet nicht statt und folgt man nicht dem diffusen und undefinierten Kurs von oben oder leistet sich einen Fehler wird ohne Ankündigung und Personalgespräch mit Abmahnung gedroht. Leider bekommt man den Eindruck dass unprofessionell, betriebsblind und willkürlich gearbeitet wird. Hier sollte mehr Augenmerk auf die Lösungsvorschläge, Befindlichkeiten und Bedürfnisse von Mitarbeiter*innen gelegt werden. Arbeitsaufträge sollten besser delegiert werden und bei unkonkreter Vermittlung die eigene Führungsweise überdacht werden. Außerdem sollte man versuchen gute Mitarbeiter*innen mit allen Mitteln zu halten und sich für sie ins Zeug zu legen. "Reisende soll man nicht aufhalten" kann in diesem Bereich aus Personalführungsperspektive schon lange kein Motto mehr sein. Die Räumlichkeiten in denen die Jugendlichen aus dem stationären Bereich leben sollten zudem dringend geprüft und renoviert werden. Die technische Ausstattung ist zwar vorhanden, doch leider ist man bei der erfolgreichen Nutzung sich selbst überlassen. Es wäre löblich wenn es zum Martinshaus Kleintobel eine Busstrecke mit regelmäßigen Anfahrten gäbe sodass der Besitz eines Führerscheins keine Pflicht mehr sein muss.

