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Bewertung

Ihr Unternehmen?

Überwachungssystem und Ungerechtigkeit

3,4
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2024 bei DPS Business Solutions GmbH in München gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

- Frauen werden gefördert. Ich habe noch nie so viele Mütter in Führungspositionen erlebt. Das finde ich klasse.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

- Zu ausgeprägtes Feminismius: Ich habe meine männlichen Kollegen ohne Problem immer kritisiert. Ich habe meiner Kollegin einmal gesagt, dass ich mich von ihr überwacht fühle, und wurde dann vom Consulting-Team suspendiert

- Mangelnde Kommunikation: Ich war im Urlaub mit meiner Familie (inkl. vierjährigen Tochter), und als ich aus dem Urlaub zurück kam, war ein Kündigungsschreiben in meinem Briefkasten. Eine Begründung für die Kündigung gab es nicht und davor hatte auch kein Gespräch stattgefunden. Ich hatte bis dahin mehr als zwei Jahre bei der Firma gearbeitet.

- Mangelnde Meiningsfreiheit: Die Firma hat nach dieser willkürlichen Kündigung mir 6.000 €, dann 10.000 € angeboten, u.a. damit ich nichts Negatives auf Kununu schreibe (wer Beweise für meine Aussage haben will, kann gerne über Kununu anfragen). Ich konnte es mir leisten, all diese Angebote abzulehnen. Wenn sie das machen mit all, den Menschen, die sie kündigen, dann ist es ja kein Wunder, dass sie eine sog. "Top Company" sind, und größtenteils nur positive Bewertungen haben.

Ich denke, die Firma hat auch nicht damit gerechnet, dass sich ein ausländischer Mitarbeiter mehr als 1 Jahr lang Anwaltskosten leisten kann.

Verbesserungsvorschläge

- Nur Deutsche oder deutschstämmige Menschen einstellen: Die Firma möchte sich offen zeigen und spricht viel von "Diversität". Das klappt auch in der IT-Abteilung.

Die HR-Consulting-Abteilung ist aber meines Erachtens für Menschen aus anderen Kulturen nicht so weit. Ich war der einzige nicht deutschstämmige Mitarbeiter im gesamten HR-Consulting-Team. Ein Mitarbeiter asiatischer Abstammung kam zwar, aber er war nach ein paar Wochen wieder weg.

Mein Anderssein wurde eher als "Problem mit der Sozialkompetenz" (auch wenn von einer Minderheit) gesehen, und nicht als Bereicherung.

Ich kann mir aber vorstellen, dass es sich in 10 Jahren ändert. Bis dahin sind ein paar Kolleginnen hoffentlich in Rente gegangen.

- Home Office abschaffen: Wenn man seinen (ausländischen) Mitarbeitern nicht vertraut, und denkt, dass sie nicht arbeiten, sollte man kein Home Office anbieten. Ständige Überwachung ist lästig.

- Mit Vorurteilen vorsichtig sein: Der Personalleiter meinte zu mir, er sähe mich nicht im HR-Consulting. Als ich fragte warum, sagte er: "Du kommst aus einer Kultur, wo man mehr Zeit mit der Familie verbringt, als mit der Arbeit". Woher er diese Ansicht hat, weiß ich nicht. Da spricht wohl jemand von einer Kultur, von der er keine Ahnung hat, abgesehen davon, dass ich schon seit mehr als 20 Jahren in Deutschland lebe.

- Onboarding verbessern: es ist nicht, weil eine Kollegin den größten Umsatz bringt, dass sie auch unbedingt eine gute Mentorin sein muss. Hier spielen pädagogische Eigenschaften oder Geduld eine viel größere Rolle. Darauf sollte man achten.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt in Ordnung. Ich hatte nur ein großes Problem damit, dass mich eine Kollegin die ganze Zeit überwacht hat. Ich war mit Fragen wie "was machst du?" oder "wo bist du?" regelrecht bombardiert. Ich musste mich manchmal rechtfertigen, dass ich auf dem Klo war, und mich deswegen nicht so schnell bei ihr melden konnte. Und sie hat der Chefin immer alles mitgeteilt. So eine Art Überwachung kannte ich bisher nur von Polizeikontrollen von Dunkelhäutigen in Amerika.

Ich bezweifle, dass meine deutschen Kolleginnen und Kollegen eine solche Überwachung auch genossen haben.

Image

Die Firma gibt sehr viel Geld für ihr Image (Stichwort: LinkedIn) aus. Und das scheint zu klappen.

Man bekommt am Anfang seiner Arbeitstätigkeit ein Geschenk, und dann wird gebeten, eine Bewertung auf Kununu abzugeben.

Wir wurden auch ständig aufgefordert, Posts auf LinkedIn zu liken. Kurz vor meiner Kündigung hat mich die Firma gefragt, ob ich einen Artikel für LinkedIn schreiben kann. Zum Glück habe ich das nicht gemacht. Negative Geschichten wie meine versuchen sie nämlich zu vertuschen.

Work-Life-Balance

Ich habe im Schnitt 8 Stunden gearbeitet, auch wenn mir verboten wurde, meine Arbeitszeiten zu erfassen. So etwas zu verlangen, ist eigentlich rechtlich nicht erlaubt.

Und wenn ich z.B. meine Überstunden abfeiern, und somit mit der Arbeit früher aufhören wollte, reichte eine Begründung wie "ich möchte etwas Privates erledigen" nicht. Ich musste ganz genau sagen, was ich so alles privat machen möchte.

Karriere/Weiterbildung

Interne Weiterbildung durch Kollegen gibt es schon. Aber als ich eine externe Weiterbildung bei Haufe zum Thema "Aktives Zuhören" machen wollte, habe ich aus eigener Tasche bezahlen müssen. Und das, obwohl die Chefin mir diese Weiterbildung empfohlen hatte.

Gehalt/Benefits

Ich war mit meinem Gehalt sehr zufrieden. Aber es lag vor allem daran, dass der Betrugsversuch meiner Chefin nicht funktioniert hat. Sie hatte mir nämlich gesagt, dass ich den Firmenwagen abgeben müsse, weil es der Firma angeblich nicht so gut ging. Der Personalleiter meinte aber, sie hätte ihm gesagt, dass ich für eine HR-Consulting-Stelle nicht geeignet sei.

Wie aus einem Wunder, und als Entschuldigung, meinte meine Chefin, dass ich den Firmenwagen doch behalten darf. Angeblich hätte der Personalleiter sie falsch verstanden.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Sie bemühen sich. Wir wurden z.B. gebeten, nach der Arbeit Lichter auszumachen, oder nicht viel zu drucken. Aber trotzdem wird viel mit Autos zu Kunden gefahren.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt ist insgesamt in Ordnung. Es sind aber zwei bis drei Kolleginnen, die durch Lästern und Überwachung das Ganze kaputt machen.

Drei Kolleginnen hört sich erst mal wenig an. Sie sind aber die rechte Hand der Chefin, sodass sie sich benehmen können, wie sie möchten.

Umgang mit älteren Kollegen

Ich konnte keinen schlechten Umgang mit älteren Kollegen feststellen.

Vorgesetztenverhalten

Ich habe meine Chefin ohne Ende gemocht. Sie konnte mich ohne Worte verstehen. Ihr Psychologiestudium hat sie für ihre Rolle definitiv geholfen.

Rückwirkend muss ich leider feststellen, dass sie sehr heuschlerisch ist. Man darf niemals alles glauben, was sie erzählt, selbst wenn eine Vereinbarung unterschrieben wird.

Sie hatte mir immer gesagt, dass ich die Hotline nur für eine Zeit mache. Sie sähe mich im HR-Consulting. Sie hat mich leider belogen.

Vermutlich ist sie auch eine Feministin. Ich habe meine Kolleginnen einmal kritisiert und wurde vom HR-Consulting-Team suspendiert und dann gekündigt. Sie hat mich nie um Stellungnahme gebeten.

Arbeitsbedingungen

Ich war hauptsächlich im Home Office und hatte die entsprechende Ausstattung (Bildschirme, Drucker, Laptop...).

Ich war aber froh, auch mal im Büro in Berlin zu sein: schöne Räume mit genug Platz, Obst, Wasser, Säfte...

Kommunikation

Wir haben jede Woche Meetings gehabt, sodass man über den Stand der Dinge gut informiert war.

Auf der anderen Seite hat man kaum Kontakt mit den anderen Abteilungen gehabt.

Gleichberechtigung

Gewisse Frauen haben in der HR-Consulting-Abteilung zu viel Macht. Sie dürfen sich benehmen, wie sie möchten. Und sie kritisieren sollte man lieber nicht. Vor allem nicht schriftlich. Sie leiten nämlich alle Emails an die Chefin weiter.

Ich wurde manchmal in Meetings von einer älteren Kollegin so richtig angeschrien. Das hat die Chefin offensichtlich nie gestört. Sie hat nämlich den schlechten Ton dieser Kollegin nie kritisiert.

Das betrifft aber wirklich nur die HR-Consulting-Abteilung. Ich hatte nämlich die Ehre, Kolleginnen aus der IT-, Marketing- und Personalabteilung kennen lernen und sie waren komplett anders. Großartige Kolleginnen, die ich vermisse.

Interessante Aufgaben

Ich hatte mich für eine HR-Consulting-Stelle beworben. Am Ende habe ich entgegen meinem Willen Hotline gemacht. So habe ich hauptsächlich Aufgaben gemacht, die ich nicht machen wollte.

Generell hat die Firma Schwierigkeiten, Personal für die Hotline zu finden. Deswegen werden andere Stellen wie HR-Consulting oder Abrechner angeboten. Wenn man denn anfängt, tun sie alles, damit man in der Hotline bleibt. Wenn sie aber merken, dass man unbedingt das machen will, wofür man sich beworben hat, und auch schließlich eingestellt wurde, wird man rausgeschmissen.

Zur Wahrheit gehört aber auch dazu: es kann passieren, muss aber nicht.

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.