Chancen ja - Karriere als Assistentin nein und Wertschätzung Fehlanzeige
Gut am Arbeitgeber finde ich
Es gibt ganz tolle Menschen in diesem Unternehmen, mit denen die Zusammenarbeit super viel Spaß macht und die jederzeit sehr hilfsbereit sind.
Verbesserungsvorschläge
Zuhören. Von vielen Mitarbeitenden hört man immer wieder das Gleiche Feedback. Aber es scheint so, als würde man das nicht hören wollen (mein Austrittsgespräch wurde auf den letzten Drücker terminiert und hatte auch dann im Gespräch den Eindruck, dass es nicht interessiert...) auch während meiner aktiven Zeit wurden gewisse Themen immer wieder angesprochen, aber in den gesamten vier Jahren nie angegangen.
Arbeitsatmosphäre
Mein direktes Team war super und im Unternehmen gibt es wirklich zahlreiche gute Seelen, aber die grundlegende Atmosphäre hat zuletzt sehr gelitten. Miteinander arbeiten? Leider war oft genau das Gegenteil der Fall. Kolleg:innen und auch Führungskräfte zogen hinter dem Rücken übereinander her und befördert wurde auch nur nach Networking...
Kommunikation
Es gibt ein Intranet, was sehr gepflegt wurde und auch in den Regelterminen wurde Wissen geteilt. Leider haben viele aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens selten Zeit gehabt an diesen Terminen teilzunehmen oder auch im Internet zu informieren - dann bringt auch die beste Kommunikation nichts...
Kollegenzusammenhalt
Wie gesagt: In meinem Team absoluter Volltreffer. Ich selbst war gut vernetzt und mir wurde auch immer weitergeholfen.
Work-Life-Balance
Besser trifft es Work-Work-Balance. Der Workload war eigentlich immer seeeehr hoch und ich musste zahlreiche Überstunden schieben, um dem Pensum Frau zu werden. Es haben zuletzt immer mehr Kolleg:innen das Unternehmen verlassen, aber Ersatz wurde nicht eingestellt - stattdessen durfte ich sogar immer noch mehr machen und den Job meiner direkten Kollegin auch noch zur Hälfte mit (die Belohnung für viel Arbeit und Können war noch mehr Arbeit).
Der #machendürfen wurde sehr ausgenutzt ohne wirkliche Wertschätzung für die erbrachte Leistung zu erfahren.
Vorgesetztenverhalten
Es war ein Auf und ab. Mein letzter Chef war eine Seele von Mensch, sein Chef war OK und die Ebenen darüber kann ich nicht beurteilen. Wir sind im Team super klar gekommen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren breit gefächert und ich habe sehr viel gelernt, was mir heute in meinen Aufgaben weiterhilft.
Gleichberechtigung
LEIDER muss ich klar verneinen.
Die Gehälter in der Assistenz sind deutlich zu niedrig und Beförderungen werden nach Netzwerk ausgesprochen - das persönliche Können spielt nur eine sehr kleine untergeordnete Rolle.
Arbeitsbedingungen
Zu viele Überstunden und keine richtige Zeiterfassung (Vertrauensarbeitszeit lässt grüßen...). Fast alle fakten ihre Stundenzettel, Pausenzeiten und Überstunden werden nicht erfasst. Wer nicht produktiv arbeitet, stellt ein Problem dar (100%-Auslastung ist zu jeder Zeit ein MUSS!).
Das Arbeitsequipment allerdings ist sehr modern und wenn etwas nicht funktioniert hat oder defekt war, wurde es sehr schnell ersetzt oder repariert.
Auch die Büros sind sehr modern und es gibt die Möglichkeit diese mitzugestalten (bei der richtigen Führungskraft).
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Grundsätzlich wird viel Wert darauf gelegt, dass umweltschonend gearbeitet wird. Es soll mehr Bahn gefahren und der Müll sauber getrennt werden (das gab unser Büro aber nicht her).
Bei den Marketingartikeln wurde auf digitale Flyer umgestellt und auch auf Nachhaltigkeit geachtet.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war aus meiner Sicht deutlich zu niedrig
Es gab auch kaum/keine Entwicklungschancen - im Gegenteil: die Gehaltssteigerungen waren zuletzt ausgesetzt und mein letzter Bonus wurde mir sogar aufgrund angeblich mangelnder Teamleistung gekürzt...
Image
Außen hui, innen geht so.
Ja, Drees & Sommer bietet zahlreiche Chancen gerade für junge Menschen.
Wer Wert auf Work-Live-Balance legt, ist aus meiner Sicht hier nicht gut aufgehoben.
Karriere/Weiterbildung
Ich habe 4 Jahre in dem Unternehmen als Teamassistentin gezeigt, was ich kann. Ich würde geschätzt und man hat mein Können/Wissen gesehen - als ich dann den Wunsch nach Beförderung geäußert habe (mit Unterstützung durch meine Teamleitung), würde ich abgewatscht.
Gleichzeitig fand in meinem direktem Umfeld eine bis heute für mich nicht nachvollziehbare Beförderung statt.
Es war für mich bis zuletzt nicht nachvollziehbar, was ich hätte leisten müssen/sollen, um im Unternehmen voranzukommen.
Und egal, wen ich gefragt habe: Es konnte mir keiner genau sagen... Auch nicht HR.
Hier trifft für mich einfach zu: Netzwerk geht über Können und Leistung. Wer gut vernetzt ist kommt weiter, da ist das Können zweitrangig.

