Terminal 3 lehrreich, aber Führungsverhalten und Atmosphäre unerträglich
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das einzig wirklich Positive war die Möglichkeit, bei einem großen und komplexen Projekt wie dem Terminal 3 am Frankfurter Flughafen mitzuarbeiten. Dadurch konnte man viele Einblicke in unterschiedliche Bereiche bekommen und wertvolle Erfahrungen sammeln, die für die eigene Entwicklung hilfreich sind.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Arbeitsatmosphäre war stark belastend, geprägt von Machtspielchen, Manipulation und öffentlicher Kritik. Überstunden waren die Regel, ein pünktlicher Feierabend selten. Führungskräfte behandelten Werkstudent:innen oft respektlos, Beschwerden oder Wünsche nach Abteilungswechsel wurden ignoriert. Interne Konflikte zwischen Vorgesetzten wurden nach unten weitergegeben, und wertschätzender Umgang mit Mitarbeitenden war kaum vorhanden. Trotz des großen Projekts überlagerten diese Faktoren die positiven Erfahrungen deutlich.
Verbesserungsvorschläge
Führungskräfte gezielt schulen – respektvoller Umgang, bessere Kommunikation und echte Führungsqualitäten entwickeln.
Überstundenkultur abbauen: klare Arbeitszeitregelungen schaffen und faire Ausgleichsmöglichkeiten einführen.
Interne Konflikte zwischen Vorgesetzten nicht auf Mitarbeitende abwälzen, sondern durch klare Strukturen und Verantwortlichkeiten lösen.
Arbeitsatmosphäre verbessern: im Großraumbüro für mehr Ruhe sorgen und respektloses Verhalten oder Bloßstellungen konsequent unterbinden.
Nachhaltigkeit ernsthaft in den Arbeitsalltag integrieren statt sie nur als Marketinginstrument zu nutzen.
Weiterbildungsmöglichkeiten praxisnah erweitern, anstatt sich nur auf Standardschulungen zu verlassen.
Mehr Wertschätzung für Werkstudent:innen und jüngere Mitarbeitende zeigen – sie sind keine „billigen Hilfskräfte“, sondern die Fachkräfte von morgen.
Beschwerden und Anfragen ernst nehmen: wenn Mitarbeitende Probleme mit ihrer Abteilung haben oder einen Wechsel wünschen, sollte das nicht ignoriert, sondern zeitnah und transparent behandelt werden.
Führungskräfte, die Werkstudent:innen nicht respektieren oder schätzen, sollten auch keine Werkstudent:innen zugeteilt bekommen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre war sehr belastend. Im Großraumbüro bekam man alles mit – von nervigen Flurgesprächen bis hin zu lautstarken Streitereien zwischen Vorgesetzten. Häufig wurde Druck aufgebaut, und statt konstruktivem Austausch dominierte eine angespannte Stimmung. Wertschätzung oder ein respektvoller Umgang waren selten.
Image
Nach außen glänzt das Unternehmen als großer Player mit bekannten Projekten und einem starken Namen. Wer aber einmal dort gearbeitet hat, merkt schnell, dass die Realität hinter der Fassade eine ganz andere ist: interne Machtkämpfe, Respektlosigkeit und ein schlechtes Betriebsklima.
Work-Life-Balance
Work-Life-Balance war faktisch nicht vorhanden. Überstunden waren nicht die Ausnahme, sondern fast schon die Regel. Ein pünktlicher Feierabend war eine Seltenheit. Möglichkeiten zum Ausgleich gab es nicht, und selbst auf Nachfrage wurde Überstundenarbeit teilweise abgestritten.
Karriere/Weiterbildung
Aufstiegschancen gibt es für diejenigen, die bereit sind, private Zeit und Familie dauerhaft der Firma unterzuordnen und sich intern gegen Kolleg:innen durchzusetzen. Weiterbildungsmöglichkeiten bestehen hauptsächlich aus internen Schulungen, die zwar nützlich sein können, aber nicht besonders innovativ sind.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war für Werkstudent:innen in Ordnung und entsprach ungefähr dem Branchendurchschnitt. Zusätzliche Leistungen gab es kaum. Im Verhältnis zu den hohen Belastungen war die Vergütung daher eher ein schwacher Trost.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen gibt sich gerne ein „grünes“ Image und springt auf den Nachhaltigkeitstrend auf. Nach innen war davon allerdings wenig zu spüren – es wirkte mehr wie ein Marketinginstrument als ein ernsthaft gelebtes Leitbild.
Kollegenzusammenhalt
Unter den Werkstudent:innen und einigen Kolleg:innen gab es durchaus Hilfsbereitschaft und Austausch. Gleichzeitig war es üblich, dass Personen vor anderen bloßgestellt oder kritisiert wurden. Einzelne Abteilungen wirkten zerstritten, sodass interne Spannungen den Zusammenhalt deutlich schwächten.
Umgang mit älteren Kollegen
Auch erfahrene Mitarbeitende wurden nicht respektvoll behandelt. Teilweise wurden ihnen Aufgaben übertragen, die klar unter ihrem Qualifikationsniveau lagen. Kritik und Bloßstellungen fanden unabhängig vom Alter statt, was gerade bei langjährigen Kräften zu Frustration führte.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten meiner Vorgesetzten war respektlos und manipulativ. Überstunden wurden aktiv gefordert, selbst wenn es nicht notwendig war. Werkstudenten, die eigentlich zur Unterstützung gedacht sind, wurden behandelt, als wären sie eine Art persönlicher „Dienstleister“, der jederzeit verfügbar sein muss. Kritik wurde laut und oft vor allen anderen geäußert, wodurch eine unangenehme und demotivierende Atmosphäre entstand.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren schwierig. Das Großraumbüro sorgte für ständige Ablenkungen, Diskussionen und Streitereien bekam jeder mit. Überstunden waren an der Tagesordnung, klare Strukturen fehlten, und kurzfristige Änderungen führten regelmäßig zu zusätzlichem Stress.
Kommunikation
Die Kommunikation war oft unklar und widersprüchlich. Aufgaben wurden kurzfristig geändert oder erst kurz vor Feierabend verteilt. Rückfragen wurden nicht ernst genommen oder gar als Störung empfunden. Transparenz war kaum vorhanden, stattdessen wurden Themen gerne aufgeschoben oder in Machtspielchen zwischen Vorgesetzten ausgespielt.
Gleichberechtigung
Gleichberechtigung wurde nach außen betont, im Alltag aber nicht konsequent gelebt. Viel hing davon ab, in welcher Abteilung man landete und unter welchem Vorgesetzten man arbeitete. Entscheidungen wirkten nicht immer fair und nachvollziehbar.
Interessante Aufgaben
Das einzig wirklich Positive war die Größe und Komplexität des Projekts „Terminal 3 am Frankfurter Flughafen“. Dort konnte man viel sehen und lernen und Einblicke in unterschiedliche Bereiche bekommen. Allerdings wurden die Aufgaben oft willkürlich verteilt und selten so gestaltet, dass sie den eigenen Stärken entsprachen.

