Viel Fassade, wenig Substanz – enttäuschende Erfahrung vieler Versprechungen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Einzelne Kolleg:innen zeigten echtes Engagement und Menschlichkeit. Diese positiven Ansätze machen deutlich, dass Potenzial vorhanden wäre – wenn die Rahmenbedingungen stimmen würden.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Fehlende Strukturen, mangelhafte Kommunikation und eine nicht vorhandene Feedbackkultur. Die Diskrepanz zwischen dem gelebten Alltag und dem nach außen kommunizierten Selbstbild ist enorm. Entscheidungen werden intransparent getroffen, Führung fehlt, und Engagement wird kaum gewürdigt. Der Umgang mit Mitarbeitenden ist oft respektlos und unprofessionell.
Verbesserungsvorschläge
Das Unternehmen muss dringend eine klare Struktur schaffen – inklusive verbindlicher Stellenbeschreibungen, transparenter Aufgabenverteilung und nachvollziehbarer Verantwortlichkeiten. Kommunikation und Feedbackkultur sollten nicht nur auf dem Papier existieren, sondern aktiv gelebt werden, um Mitarbeitende einzubinden und Motivation zu fördern. Führungskräfte benötigen klare Trainings, um strategische Orientierung und Unterstützung zu bieten. Zudem sind transparente, faire Prozesse für On- und Offboarding essenziell, um Professionalität und Respekt zu gewährleisten. Die Unternehmenskultur sollte wirklich Werte wie Vertrauen, Offenheit und Vielfalt fördern – nicht nur als Marketingstrategie.
Arbeitsatmosphäre
Von Anfang an geprägt von Unsicherheit, Intransparenz und mangelnder Einbindung. Wichtige Informationen wurden zurückgehalten oder gar nicht erst kommuniziert. Anstelle einer wertschätzenden Kultur herrschte Misstrauen und eine spürbare Distanz zwischen Führung und Mitarbeitenden. Offen geäußerte Ideen oder Kritik führten nicht zu Dialog, sondern zu Ausgrenzung. Eine konstruktive, motivierende Atmosphäre war nicht erkennbar – stattdessen dominierte ein Klima der Orientierungslosigkeit und stillen Frustration.
Image
Nach außen präsentiert sich das Unternehmen als modernes, werteorientiertes Familienunternehmen – die gelebte Realität weicht davon deutlich ab. Die große Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und tatsächlicher Unternehmenskultur führt zu Enttäuschungen bei den Mitarbeitenden. Vieles wirkt wie Fassade, hinter der Strukturen, Transparenz und Wertschätzung fehlen.
Work-Life-Balance
Zwar wurde zu Beginn betont, dass auf individuelle Bedürfnisse Rücksicht genommen werde – in der Realität sah das jedoch anders aus. Erwartungshaltungen waren diffus, Aufgaben unklar verteilt und Reisetätigkeiten teils spontan ohne ausreichende Abstimmung angesetzt. Private Verpflichtungen wurden nicht respektiert oder sogar indirekt gegen einen verwendet. Transparente Planbarkeit war kaum gegeben, was zu unnötigem Druck und Belastung führte. Von echter Work-Life-Balance konnte keine Rede sein.
Karriere/Weiterbildung
Gezielte Karriereförderung oder Weiterbildungsmöglichkeiten gab es kaum bis gar nicht. Persönliche Entwicklung wurde nicht unterstützt, eigene Initiativen für Schulungen oder Trainings wurden oft abgelehnt oder ignoriert. Es fehlte eine klare Perspektive, wie Mitarbeitende wachsen oder ihre Fähigkeiten ausbauen können.
Gehalt/Benefits
Karrierechancen sind nicht erkennbar, da klare Entwicklungswege und Förderungen fehlen. Gehalt entsprach nicht dem Aufwand und der Verantwortung, insbesondere bei unklaren Zielsetzungen. Leistung wurde kaum anerkannt oder belohnt, stattdessen führte mangelnde Wertschätzung zu Frustration. Eine faire und transparente Vergütungspolitik sucht man vergeblich.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Thema Umwelt- und Sozialbewusstsein spielte im Unternehmen kaum eine erkennbare Rolle. Es fehlte an nachhaltigen Initiativen oder klaren Leitlinien, die über reine Lippenbekenntnisse hinausgehen. Der Fokus lag primär auf kurzfristigen wirtschaftlichen Zielen, während gesellschaftliche Verantwortung und Nachhaltigkeit wenig Beachtung fanden. In einem modernen Arbeitsumfeld sollte dies deutlich besser integriert sein.
Bestes Beispiel, man wird auch mal für ein zehnminütiges Gespräch 400Km weit weg bestellt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleg:innen war stark abhängig von den jeweiligen Personen – vereinzelt gab es hilfsbereite und offene Menschen, die trotz der widrigen Umstände kooperativ waren. Ein echtes Teamgefühl kam jedoch kaum auf, da die Rahmenbedingungen und die fehlende Struktur dies schlicht nicht zuließen. Neue Mitarbeitende wurden nicht aktiv integriert, und durch die schlechte interne Kommunikation entstand eher Konkurrenzdenken als Zusammenarbeit. Zudem wurden Informationen bewusst zurückgehalten, was Vertrauen zusätzlich erschwerte.
Umgang mit älteren Kollegen
Ein strukturierter oder wertschätzender Umgang mit älteren Kolleg:innen war nicht erkennbar. Erfahrung wurde kaum aktiv eingebunden, stattdessen wirkte vieles auf kurzfristige Effizienz ausgelegt. Altersdurchmischung fand wenig statt, und es fehlte an sichtbarer Wertschätzung für langjährige Kompetenz. Von einer bewussten, altersübergreifenden Teamkultur war nichts zu spüren – was in einem Unternehmen, das sich als „Familienunternehmen“ positioniert, besonders enttäuschend ist.
Vorgesetztenverhalten
Führung war kaum wahrnehmbar – weder fachlich noch menschlich. Anfragen blieben oft unbeantwortet oder wurden vertagt, Entscheidungen wirkten planlos und situativ. Konstruktives Feedback fand nicht statt, stattdessen wurde Kritik persönlich genommen oder ignoriert. Strategische Einweisungen fehlten völlig oder kamen viel zu spät. In Konfliktsituationen wurde ausgewichen oder die Verantwortung abgeschoben. Vertrauen wurde nicht aufgebaut, sondern durch intransparente Entscheidungen und überraschende Maßnahmen – wie z. B. Zugangssperrungen – untergraben.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung war veraltet, die digitalen Prozesse ineffizient und teils nicht arbeitsfähig – z. B. durch manuelle Freigaben oder fehlende Systemintegrationen. Arbeitsmittel wurden ohne Erklärung gesperrt, teilweise sogar mitten im Kundengespräch. Eine strukturierte oder unterstützende Umgebung, in der produktives Arbeiten möglich wäre, war nicht gegeben. Selbst grundlegende Voraussetzungen für professionelles Arbeiten – wie Zugang, Kommunikationstools oder klare Zuständigkeiten – fehlten oder funktionierten nur eingeschränkt.
Kommunikation
Kommunikation war – wenn überhaupt vorhanden – meist reaktiv, unklar oder widersprüchlich. Wichtige Absprachen wurden nicht dokumentiert oder nachträglich relativiert. Entscheidungen wurden hinter verschlossenen Türen getroffen, ohne Einbindung der Betroffenen. Feedback wurde, nur wenn eingefordert, selten gegeben, stattdessen herrschte Funkstille oder diffuse Rückmeldungen. Interne Abstimmungen fanden kaum statt, was zu Irritationen, Doppelarbeit und Ablehnung durch andere Abteilungen führte. Für ein Unternehmen, das sich nach außen als werteorientiert positioniert, war das Maß an Intransparenz bemerkenswert.
Gleichberechtigung
Vielfalt war weder sichtbar noch spürbar Bestandteil der Unternehmenskultur. Es fehlte an Diversität im Denken, Handeln und in den Strukturen. Entscheidungen wirkten eindimensional, alternative Perspektiven wurden kaum zugelassen. Statt Offenheit und Inklusion dominierte ein einheitliches Selbstbild, das kaum Raum für Individualität oder neue Impulse ließ. Von echter gelebter Vielfalt – sei es kulturell, fachlich oder menschlich – keine Spur.
Interessante Aufgaben
Das Aufgabenfeld war von Beginn an unklar definiert – weder gab es eine Stellenbeschreibung noch eine strategische Zielsetzung. Eigene Ideen, Konzepte oder Marktimpulse wurden als „belanglos“ abgetan. Anstatt Verantwortung zu übertragen oder Gestaltungsräume zu eröffnen, herrschte Stillstand und Unsicherheit. Weder fachliche Entwicklung noch inhaltliche Tiefe waren möglich, da zentrale Strukturen und Zuständigkeiten fehlten.