Umstrukturierung mit vielen Fragezeichen. Viel Potenzial verschenkt.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Im ehemaligen Team sehr gute Zusammenarbeit und ein kollegiales Miteinander.
Hohe fachliche Kompetenz langjähriger Mitarbeitender.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Langwierige und aus meiner Sicht wenig erfolgreiche Umstrukturierung.
Defizite bei Weiterbildung und der Einführung neuer Systeme
Verbesserungsvorschläge
Stärkere Fokussierung auf die eigenen Kernkompetenzen, anstatt sich strategisch zu breit aufzustellen.
Fachliche Einschätzungen und praktische Erfahrungen der operativ tätigen Mitarbeitenden stärker in strategische und organisatorische Entscheidungen einbeziehen.
Strukturierte Weiterbildungs- und Schulungskonzepte, insbesondere bei der Einführung neuer Systeme und Technologien.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre hat sich aus meiner Sicht im Laufe der Zeit zunehmend verschlechtert. Ein wesentlicher Grund dafür war/ist die andauernde und immer weitergehende Umstrukturierung des Unternehmens, die bei vielen Mitarbeitenden zu Unsicherheit und Frustration führte.
Image
Aus meiner Sicht hat das Image des Unternehmens in den letzten Jahren spürbar gelitten. Nach außen wird zwar versucht, ein starkes Bild zu vermitteln, intern wurde die Entwicklung jedoch häufig anders wahrgenommen. Die Umstrukturierungen waren nachvollziehbar, haben aber nicht die erhoffte Wirkung erzielt.
Work-Life-Balance
Die grundsätzliche Balance zwischen Beruf und Privatleben war insgesamt in Ordnung.
Belastender wurde die Situation vor allem durch die hohe Zahl an Kündigungen im Team. Dadurch verteilte sich die Arbeit teilweise auf weniger Mitarbeitende, was zeitweise zu einer angespannten Situation führte.
Karriere/Weiterbildung
Der Bereich Weiterbildung war aus meiner Sicht einer der größten Schwachpunkte des Unternehmens. Auffrischungsschulungen fanden kaum statt und insbesondere bei der Einführung neuer Systeme fehlten häufig zeitnahe Schulungen für die Mitarbeitenden, die diese später in der Praxis umsetzen sollten.
Geplant war vielfach, das notwendige Wissen intern zu vermitteln. In meiner Erfahrung wurde dies jedoch häufig nicht oder erst mit erheblicher Verzögerung umgesetzt. Dadurch wurden Mitarbeitende teilweise über Wochen oder Monate mit neuen Aufgaben betraut, ohne die dafür erforderliche Schulung erhalten zu haben.
Eine strukturierte und verlässliche Weiterbildungsstrategie hätte aus meiner Sicht sowohl die Qualität der Arbeit als auch die Zufriedenheit der Mitarbeitenden deutlich verbessert.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb meines direkten Teams war der Zusammenhalt sehr gut. Ich habe selten in einem Team gearbeitet, in dem die Zusammenarbeit, gegenseitige Unterstützung und das persönliche Miteinander so positiv waren.
Mit Kollegen aus den anderen Fachbereichen habe ich ebenfalls überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit auf operativer Ebene war meist konstruktiv und lösungsorientiert.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich unterschiedlich wahrgenommen. Positiv war, dass Anliegen grundsätzlich angehört wurden. Gleichzeitig fehlten jedoch häufig konkrete Rückmeldungen oder verbindliche Aussagen, insbesondere bei Themen wie persönlicher Weiterentwicklung, Perspektiven im Unternehmen oder bereits angesprochenen Problemen im Arbeitsalltag.
Besonders enttäuschend empfand ich den Umgang mit Mitarbeitenden nach einer Kündigung. Auch wenn eine Kündigung für keine Seite eine angenehme Situation ist, wurde teilweise aus meiner Sicht wenig professionell reagiert. Ein wertschätzender Umgang sollte unabhängig davon selbstverständlich sein.
Arbeitsbedingungen
Die grundlegende Ausstattung war insgesamt gut (IT-Equipment, Werkzeug, Firmenwagen).
Bei neuen Projekten fehlten allerdings aus meiner Sicht häufig die passenden Arbeitsmittel oder diese wurden erst mit Verzögerung bereitgestellt.
Kommunikation
Die Kommunikation innerhalb der kleineren Teams funktionierte überwiegend gut und auf Augenhöhe. Abteilungsübergreifend gab es jedoch wiederholt Schwierigkeiten. Zuständigkeiten und Entscheidungswege waren nicht immer klar erkennbar, wodurch Rückmeldungen und notwendige Klärungen teilweise lange dauerten/fehlten. Dies wirkte sich insbesondere auf die ausführenden Teams aus. Kritisch sehe ich, dass fachliche Hinweise und Bedenken aus den operativen Bereichen nicht immer ausreichend berücksichtigt wurden.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war zum Einstieg insgesamt attraktiv und wettbewerbsfähig.
Mit dem in den letzten Jahren deutlich gestiegenen Lohnniveau konnte die weitere Gehaltsentwicklung aus meiner Sicht jedoch nicht Schritt halten.
Um auch langfristig konkurrenzfähig zu bleiben, wären zusätzliche Sonderleistungen wie Weihnachtsgeld oder ein 13. Monatsgehalt aus meiner Sicht sinnvoll.
Interessante Aufgaben
Der technische Aufgabenbereich ist sehr umfangreich und vielseitig und bietet grundsätzlich viel Potenzial für spannende Projekte und persönliche Weiterentwicklung.
Aus meiner Sicht verfügt das Unternehmen über große fachliche Stärken und sehr kompetente Mitarbeitende. Gleichzeitig entstand bei mir der Eindruck, dass man sich strategisch teilweise zu breit aufstellt und versucht, zu viele Themen gleichzeitig abzudecken. Dadurch besteht die Gefahr, die eigenen Kernkompetenzen nicht ausreichend zu nutzen, vorhandenes Potenzialzu verschenken, anstatt sich mit diesen Stärken klar von anderen abzuheben.

