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Hohe Belastung, wenig Perspektive – gutes Team hält vieles zusammen

1,8
Nicht empfohlen
Ex-FührungskraftHat bis 2025 im Bereich Vertrieb / Verkauf bei EDEKA Husmann in Oldenburg gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Gut am Arbeitgeber ist die grundsätzlich faire und teilweise überdurchschnittliche Bezahlung sowie die zuverlässige Auszahlung. Auch Zusatzleistungen konnten überzeugen.

Positiv hervorzuheben ist außerdem, dass Mitarbeitende früh Verantwortung übernehmen konnten und eigenständiges Arbeiten möglich war. Wer engagiert war, hatte die Möglichkeit, viele Abläufe kennenzulernen und praktische Erfahrung zu sammeln.

Zudem wurden persönliche Termine in der Regel berücksichtigt, was im Arbeitsalltag zumindest eine gewisse Planbarkeit ermöglicht hat. Auch der Zusammenhalt im Team war stark und hat viele Herausforderungen im Alltag abgefedert.

Ein weiterer Pluspunkt war die vergleichsweise hohe Anzahl an Urlaubstagen von bis zu 40 Tagen pro Jahr.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Schlecht am Arbeitgeber finde ich vor allem die dauerhaft angespannte Personalsituation, die zu hoher Arbeitsbelastung und fehlender Planbarkeit geführt hat. Erwartungen und tatsächliche Ressourcen standen häufig in keinem realistischen Verhältnis.

Zudem war die Kommunikation unzureichend und oft wenig wertschätzend. Ein direkter, konstruktiver Austausch fand nur eingeschränkt statt, während Kritik häufig einseitig und unter Druck kommuniziert wurde.

Auch Entwicklungsmöglichkeiten waren kaum vorhanden. Mitarbeitende wurden wenig gefördert, und Eigeninitiative in Richtung Weiterbildung wurde nicht aktiv unterstützt.

Insgesamt haben insbesondere die Kombination aus hoher Belastung, fehlender Kommunikation und mangelnder Entwicklungsperspektive die Arbeit langfristig erschwert.

Verbesserungsvorschläge

Ein zentraler Ansatzpunkt ist die Verbesserung der Kommunikation. Regelmäßige, verbindliche Gespräche sowie zeitnahe Rückmeldungen würden für deutlich mehr Klarheit und Orientierung sorgen. Gleichzeitig sollte der Fokus stärker auf direktem Austausch liegen, anstatt überwiegend über digitale Kanäle Druck aufzubauen.

Zudem ist eine realistischere Personalplanung notwendig. Die aktuelle Personalsituation steht häufig nicht im Verhältnis zu den Erwartungen, was langfristig zu Überlastung und Unzufriedenheit führt. Hier sollte gezielt investiert werden, um stabile Abläufe zu ermöglichen.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit Mitarbeitenden. Wertschätzung, respektvoller Umgang und die Einbindung von Erfahrung und Fachwissen sollten stärker in den Vordergrund rücken. Kritik sollte konstruktiv und lösungsorientiert erfolgen.

Darüber hinaus sollten klare Strukturen für Entwicklung und Weiterbildung geschaffen werden. Mitarbeitende mit Potenzial sollten frühzeitig erkannt und aktiv gefördert werden, anstatt primär extern zu rekrutieren.

Insgesamt würde ein stärkerer Fokus auf Führung, Kommunikation und nachhaltige Mitarbeiterentwicklung zu einer deutlichen Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Mitarbeiterbindung beitragen.

Arbeitsatmosphäre

Die Arbeitsatmosphäre war insgesamt stark von Druck und Personalmangel geprägt. Durch die geringe Besetzung kam es häufig zu hoher Belastung im Alltag, wodurch strukturiertes und ruhiges Arbeiten nur eingeschränkt möglich war.
Die Erwartungen an Leistung und Qualität waren hoch, standen jedoch oft nicht im Verhältnis zu den vorhandenen Ressourcen. Dadurch entstand regelmäßig das Gefühl, trotz großem Einsatz nicht ausreichend zu leisten.
Wertschätzung und positives Feedback wurden selten aktiv kommuniziert, während Kritik deutlich präsenter war. In Kombination mit einer eingeschränkten Kommunikation führte dies teilweise zu Unsicherheiten und Spannungen im Team.
Positiv hervorzuheben ist der Zusammenhalt im Team, der vieles aufgefangen hat – die strukturellen Herausforderungen jedoch nicht vollständig kompensieren konnte.

Image

Das Image des Unternehmens war aus meiner Sicht eher negativ geprägt. Intern bestehende Probleme wie Personalmangel, hohe Fluktuation und eine angespannte Arbeitsatmosphäre waren auch nach außen hin spürbar.

Auch Kundinnen und Kunden haben den schlechten Ruf wahrgenommen. Dieser beschränkte sich nicht nur auf den direkten Standort, sondern war im weiteren Umkreis deutlich bekannt.

Zudem wurde wenig aktiv daran gearbeitet, ein positives Bild nach innen und außen zu vermitteln. Entwicklungen oder Erfolge wurden kaum sichtbar gemacht, während Probleme im Alltag deutlich präsenter waren.

Insgesamt entstand dadurch kein stimmiges und attraktives Gesamtbild, weder für Mitarbeitende noch für potenzielle neue Bewerber.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance war insgesamt eher unausgeglichen. Dienstpläne für die kommende Woche wurden häufig erst am Samstagnachmittag veröffentlicht, was eine private Planung erheblich erschwert hat.
Schichten von 7:00 bis 20:00 Uhr kamen mehrfach pro Woche vor, und Arbeitszeiten von rund 50 Stunden waren keine Seltenheit. Dadurch blieb wenig Raum für Erholung und Privatleben.
Positiv ist, dass persönliche Termine im Vorfeld meist berücksichtigt wurden. Allerdings waren freie Samstage teilweise über Jahre hinweg kaum oder gar nicht möglich, was die Vereinbarkeit zusätzlich eingeschränkt hat.

Karriere/Weiterbildung

Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten waren aus meiner Sicht kaum vorhanden. Eigeninitiative in Bezug auf Weiterentwicklung wurde nur begrenzt unterstützt, und klare Perspektiven innerhalb des Unternehmens waren nicht erkennbar.

Auch konkrete Weiterbildungswünsche wurden nicht aktiv gefördert oder umgesetzt. Stattdessen entstand eher der Eindruck, dass externe Lösungen bevorzugt werden, anstatt vorhandene Mitarbeitende gezielt zu entwickeln.

Insgesamt fehlte es an einer klaren Strategie zur Förderung von Mitarbeitenden und deren langfristiger Entwicklung im Unternehmen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt war insgesamt gut und lag in vielen Fällen über dem Durchschnitt. Auch Zusatzleistungen und die grundsätzliche Vergütung konnten überzeugen.

Allerdings war die Bezahlung stark personenabhängig und nicht immer nachvollziehbar. Teilweise entstanden deutliche Unterschiede, die in keinem erkennbaren Verhältnis zur Verantwortung oder Qualifikation standen. So kam es beispielsweise vor, dass eine Marktleitung deutlich weniger verdiente als eine ungelernte Kraft in der Frischeabteilung.

Zudem stand die Vergütung häufig in keinem angemessenen Verhältnis zur tatsächlichen Arbeitsbelastung und den geleisteten Stunden, wodurch sich der positive Eindruck teilweise relativiert hat.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Umwelt- und Sozialbewusstsein war aus meiner Sicht nur gering ausgeprägt. Wirtschaftliche Aspekte standen klar im Vordergrund, während nachhaltige oder soziale Gesichtspunkte im Arbeitsalltag kaum eine erkennbare Rolle gespielt haben.

Es wurde vergleichsweise viel Ware entsorgt, ohne dass erkennbar Maßnahmen zur Reduzierung getroffen wurden. Der Müll wurde zwar regelmäßig entsorgt, jedoch war der Container dauerhaft ausgelastet bzw. häufig überfüllt. In der Folge hat sich Müll zeitweise in Säcken auf dem Hof gestapelt. Eine konsequente Mülltrennung fand ebenfalls nicht wirklich statt.

Insgesamt fehlte es an einer klar erkennbaren Strategie oder Haltung zu Themen wie Nachhaltigkeit, verantwortungsvollem Umgang mit Ressourcen und sozialem Miteinander.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt im Team war insgesamt gut. Trotz der hohen Arbeitsbelastung und der häufig angespannten Personalsituation haben sich viele Mitarbeitende gegenseitig unterstützt und füreinander eingesetzt.
Gerade in stressigen Phasen war deutlich spürbar, dass man sich aufeinander verlassen konnte und gemeinsam versucht hat, den Arbeitsalltag bestmöglich zu bewältigen. Neue Kolleginnen und Kollegen wurden in der Regel gut aufgenommen und integriert.
Einschränkungen ergaben sich vor allem durch die äußeren Rahmenbedingungen, die teilweise zu Spannungen geführt haben. Insgesamt hat der Zusammenhalt im Team jedoch vieles aufgefangen, was strukturell nicht optimal lief.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen war aus meiner Sicht nicht immer wertschätzend und konsequent. Erfahrung und langjährige Betriebszugehörigkeit wurden nicht durchgehend als Stärke gesehen oder aktiv eingebunden.

Teilweise entstand der Eindruck, dass Leistungsfähigkeit stärker an kurzfristigen Ergebnissen gemessen wurde, ohne die individuelle Situation oder das vorhandene Wissen ausreichend zu berücksichtigen.

Insgesamt fehlte es an einem klar erkennbaren Umgang, der die Erfahrung älterer Mitarbeitender gezielt einbindet und wertschätzt.

Vorgesetztenverhalten

Das Verhalten der Vorgesetzten war insgesamt wenig unterstützend und häufig von Druck geprägt. Entscheidungen wurden teilweise kurzfristig und ohne ausreichende Einbindung getroffen, wodurch für Mitarbeitende wenig Transparenz und Planungssicherheit bestand.
Kritik wurde überwiegend einseitig geäußert, während konstruktive Rückmeldungen in die andere Richtung kaum möglich waren. Eigene Einschätzungen und Hinweise fanden häufig wenig Beachtung, was den Eindruck vermittelte, dass Erfahrung und Fachwissen nicht ausreichend gewürdigt werden. Zudem wurde Kritik seitens der Geschäftsführung nur schwer angenommen.
Im Umgangston kam es wiederholt vor, dass Mitarbeitende vor anderen deutlich kritisiert oder herabgewürdigt wurden, anstatt sachlich und lösungsorientiert zu kommunizieren.
Zudem fehlte es an regelmäßiger Präsenz und verlässlicher Erreichbarkeit, wodurch wichtige Themen oft nicht zeitnah geklärt werden konnten. Insgesamt entstand so ein Führungsstil, der wenig Orientierung gab und eher zu Unsicherheit als zu Stabilität im Arbeitsalltag führte.
Interessante Aufgaben

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren insgesamt eher schwierig. Durch den anhaltenden Personalmangel entstand dauerhaft ein hoher Arbeitsdruck, wodurch strukturierte Abläufe und ein ruhiger Arbeitsalltag kaum möglich waren.

Viele Aufgaben mussten parallel und unter Zeitdruck erledigt werden, was sowohl die Qualität der Arbeit als auch die eigene Belastung beeinträchtigt hat. Pausen und gesetzliche Ruhezeiten konnten nicht immer eingehalten werden bzw. waren im Arbeitsalltag teilweise gar nicht realistisch umsetzbar.

Insgesamt waren die Arbeitsbedingungen stark durch hohe Belastung und wenig personellen Spielraum geprägt.

Kommunikation

Die Kommunikation im Unternehmen war insgesamt unzureichend und teilweise belastend. Ein strukturierter, verlässlicher Austausch fand kaum statt, wichtige Themen wurden häufig nicht klar oder gar nicht besprochen. Rückmeldungen blieben oft aus oder erfolgten verspätet, wodurch Unsicherheiten im Arbeitsalltag entstanden.
Statt direkter Kommunikation wurde vieles über die Flip-App abgewickelt. Dort wurden regelmäßig große Mengen an Bildern (teilweise 50–80 pro Beitrag) eingestellt, mit Hinweisen zu Dingen, die aus Sicht der Geschäftsführung nicht in Ordnung waren und umgehend korrigiert werden sollten. Dies wirkte weniger wie konstruktives Feedback, sondern eher wie dauerhafte Kontrolle und zusätzlicher Druck.
Hinzu kam, dass Mitarbeitende auch nach Feierabend häufig über WhatsApp kontaktiert wurden. Eine klare Trennung zwischen Arbeitszeit und Freizeit war dadurch nur eingeschränkt möglich.
Insgesamt fehlte es an klarer, respektvoller und verbindlicher Kommunikation. Statt Orientierung zu geben, hat die Art der Kommunikation häufig zu zusätzlicher Belastung und Frustration geführt.

Gleichberechtigung

Das Thema Gleichberechtigung wurde aus meiner Sicht nicht konsequent umgesetzt. Entscheidungen und Entwicklungsmöglichkeiten wirkten nicht immer transparent und nachvollziehbar, wodurch der Eindruck entstand, dass nicht alle Mitarbeitenden die gleichen Chancen erhalten.

Insbesondere bei der Besetzung von Positionen oder der Einschätzung von Entwicklungspotenzial spielten teilweise persönliche Annahmen eine Rolle, die nicht immer mit den tatsächlichen Aussagen oder Leistungen der Mitarbeitenden übereinstimmten.

Insgesamt fehlte es an klaren, einheitlichen Kriterien und einer nachvollziehbaren Grundlage für Entscheidungen, wodurch Gleichbehandlung nicht durchgängig gewährleistet war.

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben waren grundsätzlich abwechslungsreich und boten die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen und eigene Ideen einzubringen. Insbesondere in leitenden Positionen konnte man viele Bereiche mitgestalten und Einblicke in unterschiedliche Abläufe gewinnen.
Allerdings wurden diese Möglichkeiten im Arbeitsalltag häufig durch Personalmangel und hohen Zeitdruck eingeschränkt. Statt aktiv zu gestalten, stand oft das reine Abarbeiten im Vordergrund.
Insgesamt waren die Aufgaben interessant, konnten ihr Potenzial jedoch aufgrund der Rahmenbedingungen nicht vollständig entfalten.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.