1 Bewertung von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
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Vergütungsstrukturen überarbeiten: Das Lohngefüge sollte an den regionalen Markt und die direkte Konkurrenz angepasst werden. Qualifikation und Ausbildung müssen sich deutlicher und fairer im Gehalt widerspiegeln.
Führungskultur professionalisieren: Die Führungsebene sollte lernen, sachliche Kritik anzunehmen, statt mit Abweisung zu reagieren. Konflikte im Team müssen durch klare Ermahnungen und objektive Vermittlung gelöst werden, statt einseitig Verständnis einzufordern.
Gleichbehandlung einführen: Dienstpläne und Aufstiegschancen müssen nach transparenten, messbaren Kriterien verteilt werden, um eine Bevorzugung des privaten Umfelds (Vetternwirtschaft) zu verhindern.
Work-Life-Balance schützen: Eine verlässliche Personalplanung einführen, damit freie Tage nicht ausschließlich mitten in der Woche liegen und private Wochenendplanungen respektiert werden.
Neueingestellte Kollegen werden fast ausnahmslos in einer ganz spezifischen Abteilung konzentriert. Das dort herrschende Arbeitsklima ist psychisch derart fordernd und negativ, dass es den Feierabend massiv belastet. Sucht man das Gespräch mit dem Arbeitgeber, um die Missstände und das Verhalten bestimmter Kollegen anzusprechen, stößt man auf taube Ohren: Man wird lediglich dazu aufgefordert, mehr Verständnis zu zeigen und die Arbeit einfach fortzuführen.
Die Work-Life-Balance ist ungenügend. Zwar hat man formal eine Fünf-Tage-Woche, die freien Tage werden jedoch unregelmäßig unter der Woche gewährt – in meinem Fall meistens mittwochs oder donnerstags. Es entsteht der Eindruck, dass die Dienstpläne ungleich verteilt werden und primär Angestellte aus dem engeren Umfeld des Inhabers flexiblere Arbeitszeiten erhalten. Ein freies Wochenende ist kaum realisierbar, da Samstagsarbeit vorausgesetzt wird – völlig ungeachtet privater Pläne. Ich musste dadurch sogar den ersten Geburtstag meines Kindes verpassen. Auf den Wunsch nach einem freien Samstag wird stets mit Personalmangel argumentiert. Zudem wird durch Phrasen wie „Wir sind eine Familie“ bewusst emotionaler Druck aufgebaut, um ein einseitiges Entgegenkommen einzufordern.
Zu den Kollegen aus anderen Abteilungen hatte ich einen wesentlich besseren Draht als zu meinem direkten Umfeld. Im eigenen Team fehlte es leider an Rückgrat: Niemand traute sich, der Abteilungsleiterin oder der Geschäftsführung offen Kontra zu geben, die eigene Meinung zu äußern oder Missstände konsequent anzusprechen.
Das Verhalten der Führungskraft ist stark von Sympathien geprägt. Ohne einen engen, persönlichen Draht zum Inhaber werden berechtigte Anliegen blockiert. Während Gehaltserhöhungen bei manchen mit dem Argument fehlender Ausbildungen abgelehnt werden, spielen Qualifikationen bei Personen aus dem privaten Umfeld des Chefs scheinbar keine Rolle. Bei Konflikten zieht sich die Leitung aus der Verantwortung und fordert stattdessen Verständnis für Kollegen mit schwierigem Charakter, anstatt notwendige Ermahnungen auszusprechen. Nach meiner Kündigung schlug das Verhalten vollends in Unprofessionalität um: Grußformeln werden verweigert und man wird wie Luft behandelt – ein unschönes und nachtragendes Verhalten.
Die Arbeitsbedingungen sind extrem fordernd und unfair gestaltet. Die Fünf-Tage-Woche wird so gelegt, dass man fast jeden Samstag antreten muss und nur mittwochs oder donnerstags frei hat – eine echte Erholung oder Wochenendplanung ist so kaum möglich. Die Bedingungen in bestimmten Abteilungen sind psychisch derart belastend, dass sie weit in die Freizeit hineinwirken. Anstatt für Entlastung zu sorgen oder zusätzliches Personal einzustellen, wird von der Geschäftsführung mit emotionalem Druck gearbeitet. Wer nicht zum engeren Kreis des Inhabers gehört, trägt die Hauptlast der Arbeit bei gleichzeitig schlechteren Bedingungen und blockierten Gehaltschancen.
Zwischenmenschliche oder betriebliche Kommunikation findet kaum statt; man fühlt sich mit seinen Anliegen oft komplett ignoriert. Wenn Probleme angesprochen werden, reagiert die Gegenseite meist nur mit der standardisierten Bitte um Verständnis, ohne dass sich an der Situation etwas ändert.
Die Vergütung lässt stark zu wünschen übrig. Unqualifizierte Arbeitskräfte werden mit dem Mindestlohn abgespeist, und selbst als ausgebildete Fachkraft erhält man gerade einmal 50 Cent bis 2 Euro mehr pro Stunde. Der Discounter nebenan oder andere Inhaber der gleichen Kette bieten da wesentlich bessere Konditionen. Wenn man diesen Vergleich sachlich anspricht, erntet man vom Inhaber nur die spöttische Antwort, man könne ja gehen. Kein Wunder, dass die Frustration im Team groß ist – viele meiner Kollegen haben schon nach nur einem Monat das Handtuch geworfen und gewechselt.
Von echter Gleichberechtigung kann hier keine Rede sein. Im Betrieb herrscht eine ausgeprägte Zweiklassengesellschaft: Wer nicht zum engeren Kreis des Inhabers gehört, wird bei vielen Entscheidungen benachteiligt. Ob es um freie Wochenenden oder um die Vergütung geht – Sympathie steht hier eindeutig über Leistung und Ausbildung. Eine faire Chance für alle Angestellten sieht definitiv anders aus.