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Emmas 
Onkel 
GmbH
Bewertungen

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Schönes Café, leider fehlt es an Wertschätzung und guter Führung

2,9
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr für dieses Unternehmen in Chemnitz gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorheben möchte ich den ursprünglich guten und persönlichen Umgang mit dem verbliebenen Geschäftsführer. Zu Beginn hatte ich den Eindruck, dass ihm wichtig war, dass es den Mitarbeitenden gut geht, man gerne zur Arbeit kommt und das Café als Team gut funktioniert. Auch wenn er dies im Laufe der Zeit leider weniger gezeigt hat, hatte ich grundsätzlich das Gefühl, dass ihm das Wohl des Teams und der Erfolg des Cafés am Herzen lagen.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Besonders negativ empfand ich den teilweise sehr kontrollierenden und wenig wertschätzenden Führungsstil, der zu einer dauerhaft angespannten Arbeitsatmosphäre geführt hat. Hinzu kamen eine wenig strukturierte Kommunikation, kurzfristige Dienstpläne und wenig Einflussmöglichkeiten auf die eigene Arbeitszeit.

Auch die Aufgaben- und Verantwortungsverteilung empfand ich teilweise als unfair. Von den Mitarbeitenden wurde viel Eigenverantwortung erwartet, gleichzeitig wurde ihnen bei Problemen häufig die Verantwortung zugeschoben. Besonders die unterschiedliche Behandlung von Mitarbeitenden und Vorgesetzten bei Dienstplanung, freien Wochenenden und Urlaub empfand ich als ungerecht.

Das Café selbst hätte aus meiner Sicht deutlich mehr Potenzial gehabt, wenn mehr Vertrauen, Wertschätzung und eine klare Organisation vorhanden gewesen wären.

Verbesserungsvorschläge

* Wertschätzender und respektvoller Umgang mit den Mitarbeitenden, auch in stressigen Situationen
* Klare und rechtzeitige Kommunikation von Änderungen, Veranstaltungen und Aufgaben
* Dienstpläne frühzeitig veröffentlichen und Mitarbeitenden ermöglichen, Schichtwünsche anzugeben
* Freie Wochenenden und Urlaub fair und nachvollziehbar auf das gesamte Team verteilen
* Mehr Vertrauen in die Mitarbeitenden und weniger unnötige Kontrolle
* Klare Zuständigkeiten und realistische Aufgabenverteilung statt widersprüchlicher Erwartungen
* Gute Arbeit und Engagement auch anerkennen, statt hauptsächlich auf Fehler und nicht erledigte Aufgaben hinzuweisen
* Führungskräfte sollten Verantwortung übernehmen und Probleme gemeinsam mit dem Team lösen, statt diese überwiegend an Mitarbeitende weiterzugeben

Arbeitsatmosphäre

Zu Beginn war die Arbeitsatmosphäre noch angenehm. Mit der Zeit entstand jedoch zunehmend eine angespannte und stressige Stimmung, die insbesondere durch den Umgang eines Vorgesetzten mit den Mitarbeitenden geprägt war.

Obwohl dieser seine Anteile bereits abgegeben hatte, nahm er weiterhin Einfluss auf den Arbeitsalltag und trat den Mitarbeitenden gegenüber häufig in einem sehr lauten, schroffen und teilweise einschüchternden Ton auf. Gespräche begannen häufig mit Kritik darüber, was aus seiner Sicht noch nicht erledigt worden war, während die bereits geleistete Arbeit kaum Anerkennung fand. Teilweise war für die Mitarbeitenden schwer einzuschätzen, wie er auf Fragen oder Anliegen reagieren würde. Wurde man dazu aufgefordert, bei Unklarheiten nachzufragen, konnte dies im nächsten Moment wiederum als störend empfunden werden.
In stressigen Situationen wurde teilweise auch eine sehr vulgäre und aggressive Sprache verwendet, wodurch zusätzlich Unsicherheit und Anspannung entstanden. Dadurch hatte ich zunehmend das Gefühl, sehr vorsichtig sein zu müssen, was ich anspreche und wie ich mich verhalte.

Positiv hervorzuheben ist jedoch ausdrücklich der Zusammenhalt unter den Kolleginnen.

Image

Das Café Emmas Onkel ist beliebt auf dem Kassberg.

Work-Life-Balance

Die Work-Life-Balance empfand ich insgesamt als schwierig. Mir ist bewusst, dass Abend-, Wochenend- und Feiertagsarbeit in der Gastronomie dazugehören. Problematisch empfand ich daher weniger die Arbeitszeiten an sich, sondern vor allem die fehlende Planbarkeit und die aus meiner Sicht unfaire Verteilung der freien Tage.
Es gab keine Möglichkeit, über eine App, ein Wunschbuch oder einen Kalender Wünsche zu bestimmten Schichten oder freien Tagen anzugeben. Lediglich ein freies Wochenende pro Monat konnte grundsätzlich gewünscht werden. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass die Wünsche der Vorgesetzten deutlich stärker berücksichtigt wurden. Insbesondere der ehemalige Vorgesetzte, der trotz Abgabe seiner Anteile weiterhin großen Einfluss auf den Arbeitsalltag hatte, bekam seine gewünschten freien Wochenenden regelmäßig. Auch seine Partnerin, die ebenfalls dort arbeitet, hatte häufig am Wochenende frei. Dadurch war es für die übrigen Mitarbeitenden teilweise schwierig, eigene Wünsche umzusetzen.
Besonders widersprüchlich empfand ich dabei, dass uns immer wieder vermittelt wurde, alle Mitarbeitenden seien gleichgestellt und gleichermaßen verantwortlich.

Karriere/Weiterbildung

Gab es keine.

Gehalt/Benefits

Mindestlohn.

Kollegenzusammenhalt

Der Kollegenzusammenhalt war für mich einer der positiven Aspekte der Arbeitsstelle. Die Kolleginnen und Kollegen haben sich untereinander gut verstanden und sich gegenseitig unterstützt. Mit der Zeit entwickelte sich ein guter Teamgeist und man lernte, wie die jeweils anderen arbeiten. Dadurch konnte man sich im Arbeitsalltag sehr gut absprechen und kam gerade in stressigen Situationen gemeinsam in einen guten Arbeitsfluss.
Besonders angenehm fand ich, dass man nach einiger Zeit genau wusste, wer welche Aufgaben gut übernimmt und wie man sich untereinander am besten organisiert. Dadurch funktionierte die Zusammenarbeit häufig sehr intuitiv und ohne viele Absprachen.
Leider wurde dieser gute Teamfluss teilweise durch die starke Steuerung von oben unterbrochen. Obwohl die Mitarbeitenden untereinander bereits gut eingespielt waren und selbst einschätzen konnten, wie sie sich am besten aufteilen, wurden Aufgaben und Zuständigkeiten teilweise von den Vorgesetzten neu verteilt. Dadurch wurde eine eigentlich gut funktionierende Zusammenarbeit unnötig unterbrochen.
Insgesamt war der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen jedoch sehr gut.

Umgang mit älteren Kollegen

Gab es keine.

Vorgesetztenverhalten

Das Vorgesetztenverhalten war für mich sehr unterschiedlich. Der ehemalige Chef trat häufig cholerisch, kontrollierend und wenig wertschätzend auf. Gute Arbeit wurde kaum anerkannt, stattdessen lag der Fokus überwiegend darauf, was noch nicht erledigt war.

Der andere Chef war zu Beginn sehr wertschätzend und begegnete den Mitarbeitenden auf Augenhöhe, was ich ausdrücklich positiv hervorheben möchte. Im Laufe der Zeit veränderte sich sein Umgang jedoch leider deutlich, sodass auch hier das Gefühl von Augenhöhe und Wertschätzung zunehmend verloren ging.

Insgesamt empfand ich das Vorgesetztenverhalten daher als wenig wertschätzend und teilweise einschüchternd.

Arbeitsbedingungen

Die räumlichen und materiellen Bedingungen waren grundsätzlich in Ordnung und das Café war ausreichend ausgestattet.

Kritisch empfand ich jedoch die Personalsituation. Gerade an stark frequentierten Tagen musste teilweise eine Person gleichzeitig Service und Bar übernehmen, während die andere mit Reinigungsarbeiten beschäftigt war. Eine zusätzliche Arbeitskraft hätte hier häufig deutlich entlastet. Gleichzeitig wurde uns wiederholt vermittelt, dass Personalkosten eingespart werden müssten.

Die Arbeit war körperlich durchaus fordernd, was ich für die Gastronomie jedoch als normal empfinde. Die Vergütung lag lediglich beim Mindestlohn.

Auch bei der Urlaubsplanung empfand ich die Behandlung als wenig gleichberechtigt: Während Mitarbeitende bei der Planung teilweise wenig Mitspracherecht hatten, konnten der ehemalige Vorgesetzte und seine Partnerin ihre Urlaubszeiten deutlich freier gestalten und hatten regelmäßig freie Wochenenden. Dies empfand ich insbesondere deshalb als widersprüchlich, da gleichzeitig betont wurde, dass der ehemalige Vorgesetzte mittlerweile lediglich ein gleichgestellter Angestellter sei.

Kommunikation

Die Kommunikation im Arbeitsalltag empfand ich insgesamt als wenig strukturiert und teilweise widersprüchlich. Änderungen und wichtige Informationen wurden nicht immer rechtzeitig an das Team weitergegeben. Veranstaltungen wurden bspw. teilweise über Instagram angekündigt, sodass Mitarbeitende davon erfuhren, bevor es eine konkrete Absprache zum Ablauf oder zu den jeweiligen Aufgaben gab. Die Details wurden teilweise erst am Tag der Veranstaltung besprochen. Da solche Veranstaltungen für die Mitarbeitenden häufig neue Situationen waren, kam es dadurch verständlicherweise zu Unsicherheiten. Wenn dann etwas nicht wie erwartet lief, wurde dies jedoch teilweise den Mitarbeitenden vorgeworfen, anstatt die fehlende Vorbereitung zu berücksichtigen.
Auch bei den Arbeitsanweisungen gab es teilweise widersprüchliche Erwartungen. Uns wurde vermittelt, dass alle Mitarbeitenden gleichermaßen für alles verantwortlich seien. Gleichzeitig durften bestimmte Aufgaben nur von den Vorgesetzten übernommen werden bzw. wurden Aufgaben und Verantwortlichkeiten unterschiedlich verteilt. Von den überwiegend in Teilzeit beschäftigten Mitarbeitenden wurde teilweise eine extrem hohe Verantwortung erwartet.

Gleichberechtigung

Eine Gleichbehandlung von Mitarbeitenden und Vorgesetzten habe ich nicht immer als gegeben empfunden. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass Vorgesetzte andere Aufgaben und Verantwortlichkeiten haben. Gleichzeitig sollte mit dieser Position aus meiner Sicht auch Verantwortung übernommen werden, anstatt Fehler oder nicht erledigte Aufgaben grundsätzlich bei den Mitarbeitenden zu suchen.

Ein Beispiel waren verschiedene Reinigungsaufgaben. Es gab keinen festen Plan, wer wann beispielsweise wischt, Fenster putzt oder Regale und Oberflächen reinigt. Wir sollten selbstständig erkennen, wann etwas erledigt werden musste, und haben dies auch regelmäßig gemacht. Trotzdem wurden wir wiederholt dafür kritisiert, wenn aus Sicht des Vorgesetzten eine Aufgabe nicht früh genug erledigt worden war. Statt die Aufgaben klar zu verteilen, wurde uns vorgehalten, wir hätten selbst sehen müssen, dass etwas gemacht werden muss.

Dadurch entstand für mich ein Ungleichgewicht zwischen den Erwartungen an die Mitarbeitenden und der Verantwortung der Führungsebene. Insgesamt hätte ich mir hier eine klarere und fairere Aufgabenverteilung sowie mehr Vertrauen in die Mitarbeitenden gewünscht.

Interessante Aufgaben

Das Café selbst hat eigentlich viel Potenzial und ist ein wirklich schöner, besonderer Arbeitsplatz. Viele Mitarbeitende starten vermutlich mit der Vorstellung, in einem süßen, gemütlichen und romantischen Café zu arbeiten, in dem man gemeinsam mit einem netten Team eine schöne Zeit hat.

Auch die eigentlichen Aufgaben – Service, Getränke, Kundenkontakt und die Arbeit im Café – können durchaus abwechslungsreich und schön sein. Leider wurde dieses Potenzial durch die bereits genannten Rahmenbedingungen stark überschattet. Aus meiner Sicht wurde aus einem eigentlich schönen und unkomplizierten Arbeitsplatz unnötig viel Stress gemacht.

Mit einer wertschätzenden Führung, guter Kommunikation und mehr Vertrauen in die Mitarbeitenden hätte dieser Arbeitsplatz meiner Meinung nach deutlich mehr Potenzial gehabt.


Umwelt-/Sozialbewusstsein

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