2 Bewertungen von Mitarbeiter:innenkununu Prüfprozess
kununu Prüfprozess
2 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,3 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
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2 Mitarbeiter:innen haben diesen Arbeitgeber mit durchschnittlich 2,3 Punkten auf einer Skala von 1 bis 5 bewertet.
Positiv fand ich, dass mir der Praxischef persönlich zurückgemeldet hat, ich würde sehr gute Arbeit leisten und man sei dankbar für die Entlastung im Büro. Einige Therapeut:innen waren im direkten Kontakt wertschätzend und haben offen mit mir zusammengearbeitet. Auch die inhaltliche Seite der Tätigkeit (Organisation, Unterstützung der therapeutischen Arbeit, Kontakt zu Familien) empfinde ich grundsätzlich als sinnvoll und gesellschaftlich wichtig – nur leider wurden diese Potenziale aus meiner Sicht durch die Rahmenbedingungen und das Führungsverhalten ausgebremst.
Schlecht fand ich die intransparente Kommunikation, das für mich respektlose Führungsverhalten der Chefin und den Umgang mit Kritik. Besonders belastend waren die unklaren bzw. nachträglich veränderten Arbeitsanweisungen, das Reden hinter dem Rücken statt direkte Gespräche sowie der Umgang mit Gehalt und Urlaubstagen, den ich als nicht fair und nicht professionell erlebt habe.
Klare, schriftlich festgehaltene Arbeitsanweisungen und nachvollziehbare Prozesse (z. B. Post, Warteliste, Interessent:innenkontakt).
Transparente Kommunikation in alle Richtungen, insbesondere bei Personalwechseln und wichtigen Entscheidungen.
Professionelles Führungsverhalten: Kritik in Einzelgesprächen, sachlich und lösungsorientiert statt vor dem gesamten Team.
Verlässliche, fehlerfreie Lohnabrechnungen und korrekte Abgeltung von Urlaubstagen; nachvollziehbare Kriterien für Zuschläge (z. B. Kinderzuschlag).
Aufbau einer echten Feedback- und Fehlerkultur, in der Mitarbeitende ohne Angst Probleme ansprechen können.
Bessere technische Ausstattung und klare Zuständigkeiten, damit Bürokräfte ihre Aufgaben überhaupt erfüllen können.
Ich habe die Unternehmenskultur als intransparent und angstgeprägt erlebt. Zwischen Büro, Therapeut:innen und Leitungsebene gab es aus meiner Sicht eine deutliche Kluft, Informationen wurden eher selektiv weitergegeben. Entscheidungen wurden selten offen erklärt, z. B. als ich gekündigt wurde, wussten die Therapeuten von nichts. Auch wurde gesagt, dass ich mich nicht verabschieden wolle - mir wurde nicht mal die Möglichkeit dazu gegeben. Insgesamt hatte ich nicht den Eindruck, dass Vertrauen, Fehlerkultur oder Wertschätzung aktiv gelebt werden.
Nach meinem Eindruck ist der Ruf der Praxis ( aus Professionsseite her, nicht von den Empfängern der Ergotherapie) Gemischt. Mir wurde bereits zu Beginn von mehreren Seiten gesagt, dass die Chefin „schwierig“ sei. Praktikant:innen haben mir gegenüber geäußert, dass sie sich nicht vorstellen können, später dort zu arbeiten. Insgesamt passt das Bild, das ich intern erlebt habe (Fluktuation, Unzufriedenheit), für mich nicht zu einem positiven Außenimage.
Die Work-Life-Balance habe ich insgesamt als eher schlecht erlebt. Obwohl dort als Bürokraft ( bei TherapeutInnen sieht es schon anders aus) partout keine Überstunden gemacht werden durften erlebte ich keine echte Flexibilität. Mir wurde bei den Arbeitszeiten an zwei Tagen um insgesamt 45 Minuten entgegengekommen – mehr Spielraum gab es in meinem Fall nicht. Eine andere Bürofachkraft ohne Kind musste ihre Arbeitszeit u.a. in den Abend legen, damit das Telefon besetzt ist, obwohl es einen Anrufbeantworter gibt und auch TherapeutInnen vor Ort sind, die diese Aufgabe im Zweifel mit übernehmen könnten.
Arbeitgeberseitige Angebote, die die Work-Life-Balance verbessern könnten (z. B. Zuschuss zum Deutschlandticket oder andere Benefits), gab es in meiner Zeit dort nicht.
Karrieremöglichkeiten oder klare Entwicklungsperspektiven habe ich nicht wahrgenommen. Es gab in meiner Zeit keine strukturierte Förderung oder transparente Gespräche zu Entwicklungsmöglichkeiten.
Beim Gehalt habe ich rlebt, dass Zahlungen aus meiner Sicht fehlerhaft oder verspätet waren und Urlaubstage nicht vollständig berücksichtigt wurden. Nach Hinweisen meinerseits fühlte ich mich eher unter Druck gesetzt als ernst genommen.
Gehalt und Sozialleistungen habe ich als problematisch erlebt. Lohnzahlungen kamen in meinem Fall nicht immer pünktlich, Berechnungen waren für mich nicht nachvollziehbar, und Urlaubstage wurden anfangs gar nicht oder nur teilweise berücksichtigt. Ich habe es als belastend empfunden, dass mir zwischenzeitlich gesagt wurde, man habe mir „zu viel bezahlt“ und ich würde der Praxis Geld schulden, während gleichzeitig ein pauschaler Vergleichsbetrag angeboten wurde. Nach Rücksprache mit einer Anwältin für Arbeitsrecht wurde mir bestätigt, dass mir mehr Urlaubstage zustehen, als ausgezahlt wurden. Sozialleistungen wie Kinderzuschlag wirkten auf mich uneinheitlich vergeben.
Zum Umweltbewusstsein kann ich kaum etwas sagen, da mir dazu keine besonderen Maßnahmen aufgefallen sind. Sozialbewusstsein im Sinne eines verantwortlichen Umgangs mit Mitarbeitenden habe ich persönlich nicht so erlebt, wie ich es mir wünschen würde.
Das Verhalten der direkten Vorgesetzten (Chefin) habe ich als sehr belastend erlebt. Arbeitsaufträge wurden spontan, oft ohne klare Prioritäten oder ausreichende Erklärung vergeben – wichtige Zugänge oder Arbeitsmittel (z. B. Software/Adminrechte) fehlten teilweise. Später schien es, als würden diese Absprachen vergessen, und mir wurde vorgeworfen, Aufgaben nicht richtig oder nicht wichtig genug erledigt zu haben.
Kritik wurde meiner Wahrnehmung nach selten sachlich und im Vier-Augen-Gespräch geäußert, sondern häufig vor dem gesamten Team. Dabei wurden auch persönliche Fragen gestellt, die ich als grenzüberschreitend empfand, und ich hatte mehrfach das Gefühl, mich öffentlich rechtfertigen zu müssen. Einzelne Situationen (z. B. Vorwürfe zum Datenschutz, obwohl ich nach vorheriger Anweisung gehandelt hatte) wirkten auf mich wie nachträgliche Fehlersuche statt konstruktives Feedback.
Hinzu kam, dass mir von Kolleg:innen berichtet wurde, es werde über meine Arbeit und mein Verhalten gesprochen, sobald ich den Raum verlassen hatte – ohne dass zuvor das direkte Gespräch mit mir gesucht wurde.
Die Arbeitsbedingungen habe ich insgesamt als einengend und wenig mitarbeiterorientiert erlebt. Positiv war, dass ich einen eigenen (wenn auch kleinen) Büroraum mit Tür hatte. Gleichzeitig konnte grundsätzlich jede:r jederzeit hereinkommen; besonders die Chefin kam häufig unangekündigt hinein, sortierte kurz etwas und verschwand wieder. Ich hatte dadurch ständig das Gefühl, auf der Hut sein zu müssen.
Ich hatte einen eigenen PC mit funktionierender Maus und Tastatur. Allerdings hatte ich für einige Aufgaben, die mir übertragen wurden, keine Adminrechte und konnte keine Software installieren, die die Arbeit erleichtert hätte. Gleichzeitig wusste die Chefin durch den Fernzugriff genau, wann ich welches Dokument wo gespeichert habe und mit wem ich per E-Mail Kontakt hatte. Das habe ich eher als Kontrolle denn als Unterstützung erlebt.
Ergonomisch war der Arbeitsplatz aus meiner Sicht nur bedingt geeignet: kein höhenverstellbarer Tisch, ein „ergonomischer“ Stuhl ohne Rückenlehne und ansonsten einfache Standardausstattung. Zusätzliche ergonomische Maßnahmen oder individuelle Anpassungen waren nicht vorgesehen, und alles sollte im Büro bleiben.
Forme
Ich habe Gleichberechtigung in diesem Unternehmen nicht durchgängig erlebt. Zum einen hatte ich den Eindruck, dass Therapeut:innen grundsätzlich mehr Wertschätzung erhielten als Bürokräfte. Zum anderen wirkten bestimmte Regelungen (z. B. Kinderzuschlag) auf mich nicht einheitlich – einige Mitarbeitende mit Kindern bekamen einen Zuschlag, andere mit Kindern nicht, ohne dass mir von Leitungsebene her nachvollziehbare Kriterien erklärt wurden. Insgesamt hatte ich das Gefühl, dass Sympathie und persönliche Nähe zur Vorgesetzten eine größere Rolle spielten als transparente, für alle gleichermaßen geltende Regeln.
Ich habe die Aufgaben als wenig interessant und häufig unterfordernd erlebt. Außer an Abrechnungstagen war das Arbeitspensum so gering, dass ich meine regulären Tätigkeiten oft in etwa 20 Minuten erledigt hatte und danach hauptsächlich darauf gewartet habe, dass jemand anruft. Es gab keine zusätzlichen Langzeitprojekte oder Verantwortungsbereiche, die diese Leerlaufzeiten gefüllt hätten. Teilweise hatte ich das Gefühl, mir künstlich Kleinstaufgaben „auf Halde“ legen zu müssen, damit es nach außen so wirkt, als wäre ich beschäftigt, wenn die Chefin ins Büro kommt – aus Sorge, sonst Kritik zu bekommen. Das empfand ich weder fachlich befriedigend noch professionell organisiert.