Die Kunst des Stillstands: Meine Eindrücke zu Entwicklung, Ehrlichkeit und Respekt
Gut am Arbeitgeber finde ich
Den Zusammenhalt im Kollegium (Mitarbeiterebene), die Flexibilität in der Work-Life-Balance, interessante Aufgaben und die Bemühungen, neue Märkte und Standorte zu erschließen.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die aus meiner Sicht fehlende Infrastruktur, die unklare Kommunikation, das Gehaltsmodell und die Art, wie neue Märkte und Standorte erschlossen werden.
Verbesserungsvorschläge
1. Um die Effektivität unserer Führungsebene zu steigern, schlage ich vor, der eigens gestalteten Führungsspitze klar definierte Entscheidungsbefugnisse zu übertragen – insbesondere in den Bereichen Budgetverantwortung, Personalqualifikation und Projektstrategie. Dies sollte mit dem Ziel erfolgen, die Führungskräfte in die Lage zu versetzen, fundierte Entscheidungen auf Basis ihrer Expertise zu treffen, ohne dass diese ständig hinterfragt, oder durch unrealistische Vorgaben und Anforderungen eingeschränkt werden.
Eine solche Maßnahme würde:
• Entscheidungsprozesse beschleunigen,
• die Verantwortung und Motivation der Führungskräfte stärken,
• realistischere und praxisnahe Projektziele ermöglichen,
• die Effizienz und Qualität der Projektumsetzung erhöhen.
Konkret könnte dies durch regelmäßige Zielabstimmungen, klar definierte Entscheidungsgrenzen und transparent kommunizierte Rahmenbedingungen umgesetzt werden.
2. Teamleiter entlasten und ihnen wieder Zeit für ihre eigentliche Führungsrolle geben.
3. Kickoffs, klares Erwartungsmanagement und regelmäßige Feedbackgespräche etablieren.
4. Moderne Technologien wie ECM oder KI einsetzen und Mitarbeiter gezielt darin schulen.
5. Einheitliche Bewertungsmethoden und Qualitätsmanagement einführen, besonders im Projektmanagement.
Arbeitsatmosphäre
Für mich war die Atmosphäre zunehmend schwierig. Vieles wirkte eher wie „Schein als Sein“, wodurch Vertrauen schwer aufzubauen war. Meiner Meinung nach ist der Führungsstil nicht zeitgerecht. Entscheidungen und Maßnahmen erscheinen nach außen hin zwar durchdacht, halten einer genaueren Betrachtung aber oft nicht stand. Dadurch entsteht für mich der Eindruck, dass die Außendarstellung wichtiger ist als eine authentische und nachhaltige Weiterentwicklung. Loyalität empfand ich eher als Einbahnstraße. Positiv empfand ich dagegen die hellen und modernen Büros.
Image
Für mich wirkte das Image stark nach außen gerichtet. Schöne Worte und Phrasen machen sich gut in der Presse, aber ich habe mehr Unklarheit und fehlende Feedbackkultur erlebt als echte Selbstreflexion.
Work-Life-Balance
Hier habe ich gute Erfahrungen gemacht. Durch offene Gespräche mit meinem direkten Vorgesetzten konnte ich meine Arbeitszeit flexibel an private Bedürfnisse und meine Familienangelegenheiten anpassen.
Karriere/Weiterbildung
Für mich war die interne Qualifikation oft unzureichend und wenig auf die jeweilige Rolle/Aufgabe abgestimmt.
Gehalt/Benefits
Mit meinem Gehalt war ich unzufrieden. Meiner Wahrnehmung nach spielt weniger die Leistung oder Erfahrung eine Rolle, sondern eher Titel (Bachelor/Master) oder persönliche Sympathien. Dasselbe gilt für Aufstiegschancen und Qualifikationsbereitschaft.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mein Eindruck ist, dass zumindest versucht wird, Mülltrennung umzusetzen.
Kollegenzusammenhalt
Den Zusammenhalt unter Kollegen habe ich grundsätzlich als positiv erlebt. Ich konnte mich auf die meisten Teammitglieder verlassen, wir haben uns gegenseitig unterstützt und Vertrauen aufgebaut. Aber auch diese Grundstimmung hat immer mehr abgenommen, da die generelle Motivation gesunken ist.
Umgang mit älteren Kollegen
In meiner Wahrnehmung gibt es im Unternehmen kaum ältere Kollegen. Für mich entsteht der Eindruck, dass eher auf günstigere Arbeitskräfte gesetzt wird, anstatt erfahrene Mitarbeiter langfristig zu halten. Dadurch wirkt ES-Tec für mich nicht wie ein Unternehmen, in dem man alt werden möchte. Es scheint mehr um die Anzahl der Köpfe zu gehen als um die Expertise, die man bewahren möchte.
Vorgesetztenverhalten
Meiner Meinung nach legt die Geschäftsführung wenig Wert darauf, ob Teamleiter und Projektmanager für ihre Aufgaben ausreichend qualifiziert sind und ob sie ihre Rolle tatsächlich erfüllen können. Stattdessen werden ihnen zusätzliche Aufgaben übertragen, die so zeitintensiv sind, dass sie ihre eigentliche Führungsverantwortung nur eingeschränkt wahrnehmen können. Dadurch bleibt die Unterstützung des Teams auf der Strecke und die Führungsfunktion verliert erheblich an Wirkung.
Arbeitsbedingungen
Die Gebäude sind modern und freundlich gestaltet, Großraumbüros sind Geschmacksache. Technisch empfand ich die Ausstattung jedoch als unzureichend. Intern wurde viel mit Notlösungen gearbeitet, oft fehlten einheitliche Systeme. Negativ fand ich auch, dass Mitarbeiter teilweise Arbeitsmittel wie Diensthandys selbst mitfinanzieren mussten, obwohl eine ständige Erreichbarkeit erwartet wurde.
Kommunikation
Meiner Erfahrung nach war die Kommunikation oft unstrukturiert. Informationen wurden selten dokumentiert oder allen relevanten Personen zugänglich gemacht. Dadurch blieben viele Themen für mich unklar. Auch strategische Absprachen empfand ich häufig als nicht ausreichend nachvollziehbar.
Aus meiner Sicht fehlte es häufig an einer Haltung, in der die relevanten Personen gemeinsam an einen Tisch geholt und Herausforderungen konstruktiv angegangen wurden. Statt lösungsorientiertem Denken und entsprechender Kommunikation habe ich den Eindruck gewonnen, dass Schuldzuweisungen den Alltag prägten.
Gleichberechtigung
Ich habe mich im Kollegium gleichbehandelt gefühlt. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Bezahlung insgesamt sehr unterschiedlich ist und nicht immer transparent oder leistungsgerecht wirkt.
Interessante Aufgaben
Die Projekte und internen Aufgaben habe ich oft als spannend und herausfordernd empfunden. Ich habe erlebt, dass sich Eigeninitiative und offene Gespräche lohnen, wenn man sich für bestimmte Aufgaben einbringen möchte.


