Sieht aus wie ein Ferrari, aber der Motor läuft nicht.
Verbesserungsvorschläge
Nach meiner Erfahrung werden Vorschläge oder Feedback von Mitarbeitenden häufig eher defensiv aufgenommen. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, dass es schwierig ist, Verbesserungsimpulse anzusprechen und daraus eine echte Reflexion oder Diskussion entstehen zu lassen. Aus diesem Grund erscheint es wenig sinnvoll, an dieser Stelle konkrete Verbesserungsvorschläge zu formulieren, da Rückmeldungen im Unternehmen häufig nicht entsprechend aufgegriffen werden.
Arbeitsatmosphäre
Aus meiner persönlichen Erfahrung wurde die Arbeitsatmosphäre stark durch eine hohe Fluktuation von Mitarbeitenden beeinflusst. Wenn regelmäßig neue Personen eingestellt werden und andere das Unternehmen wieder verlassen, ist es schwierig, ein stabiles Teamgefühl und Kontinuität in der Zusammenarbeit aufzubauen.
Diese Situation kann zudem zu Unsicherheit unter den Mitarbeitenden führen. Wenn die Arbeitsplatzsicherheit als unvorhersehbar wahrgenommen wird, konzentrieren sich viele eher darauf, ihre eigene Position zu sichern, anstatt offen zusammenzuarbeiten. Dadurch können Teamarbeit und gegenseitiges Vertrauen innerhalb der Organisation leiden.
Kommunikation
Aus meiner persönlichen Erfahrung war die interne Kommunikation sehr eingeschränkt und wenig transparent, insbesondere wenn es um personelle Veränderungen ging. Es kam mehrfach vor, dass Kolleginnen oder Kollegen plötzlich nicht mehr im Team waren, ohne dass dies von Seiten des Managements erklärt oder überhaupt erwähnt wurde. Meetings liefen einfach weiter, als wäre nichts passiert.
Für Mitarbeitende bedeutete dies häufig, dass sie selbst versuchen mussten zu verstehen, was eigentlich vor sich geht. Da wichtige Informationen selten klar von oben nach unten kommuniziert wurden, verbreiteten sie sich eher über informelle Kanäle und Flurfunk als über offizielle Kommunikation.
Zwar gibt es gelegentlich unternehmensweite Meetings, die ein sehr positives Bild des Unternehmens vermitteln. Diese spiegeln jedoch aus meiner Sicht nicht die Realität der täglichen Kommunikation wider, in der transparente und verlässliche Informationen über interne Entwicklungen häufig fehlen.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter Kolleginnen und Kollegen wirkt insgesamt gemischt. Es gibt durchaus engagierte und hilfsbereite Menschen im Unternehmen, und während meiner Zeit hier habe ich einige wirklich angenehme Kolleginnen und Kollegen kennengelernt sowie positive berufliche Beziehungen aufgebaut.
Gleichzeitig erschwert eine gewisse Unsicherheit rund um die Arbeitsplatzsituation einen starken Teamzusammenhalt. Wenn Mitarbeitende das Gefühl haben, ihre eigene Position sichern zu müssen, konzentrieren sich viele verständlicherweise stärker auf ihre eigene Rolle als auf eine enge Zusammenarbeit im Team.
Dadurch wirkt das Arbeitsumfeld teilweise eher individualistisch als wirklich teamorientiert. Aus diesem Grund fällt es schwer, den Kollegenzusammenhalt insgesamt sehr hoch zu bewerten, auch wenn es durchaus gute Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen gibt.
Vorgesetztenverhalten
Die Qualität der Führung gehört aus meiner Sicht zu den schwierigsten Aspekten der Arbeit im Unternehmen. In der Praxis sind Orientierung, Mentoring und Unterstützung durch Vorgesetzte nur begrenzt vorhanden. Mitarbeitende berichten zwar formell an ihre Führungskräfte, echte Führung im Sinne von Entwicklung, Begleitung oder Förderung von Teams ist jedoch kaum erkennbar.
Management wirkt häufig eher reaktiv als unterstützend. Entscheidungen, die Mitarbeitende betreffen, erfolgen teilweise abrupt und werden nicht immer nachvollziehbar erklärt. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, dass Menschen eher austauschbar sind als langfristig geschätzte Teammitglieder.
Zudem ist eine deutliche Fluktuation zu beobachten. Mitarbeitende verlassen das Unternehmen regelmäßig oder werden teilweise erst sehr spät innerhalb ihrer Probezeit entlassen. Solche Erfahrungen tragen zu einem Gefühl von Unsicherheit bei und erschweren es, Vertrauen in die Führung aufzubauen.
Insgesamt wirkt der Führungsstil eher administrativ als wirklich führend. Von Mitarbeitenden werden Ergebnisse erwartet, während strukturierte Unterstützung, Mentoring und eine langfristige Teamentwicklung weitgehend fehlen.
Gleichberechtigung
Die Diversität innerhalb des Unternehmens wirkt sehr begrenzt. Es kommt nicht selten vor, dass Teams ausschließlich aus Männern bestehen, und auch in Führungspositionen zeigt sich eine sehr homogene Zusammensetzung. In mehreren Bereichen wirken sowohl Teams als auch Managementstrukturen überwiegend männlich geprägt.
Nach meiner Wahrnehmung führt dies zu einem eher traditionellen und konservativen Arbeitsumfeld, insbesondere im Vergleich zu vielen modernen Unternehmen, in denen Vielfalt und unterschiedliche Perspektiven stärker sichtbar sind

