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Außen HUI, innen PFUI

2,2
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2023 für dieses Unternehmen in Berlin gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Fachlich ist die Chefin wirklich gut. Ich hätte auch nie den Fachwirt gemacht, wenn sie mir das nicht zugetraut hätte. Dafür bin ich wirklich dankbar.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Unmöglich fand ich immer, dass groß erzählt wurde, wie hoch der erzielte Umsatz im Jahr war, aber einen Bonus für die Mitarbeiter gab es selten, da gespart werden müsse. Aber gleichzeitig wurde von der Chefin erzählt, das man sich privat wieder ein neues Mehrfamilienhaus gekauft hat.
Auch kann man nicht alles damit abtun, dass man einfach nur mehr arbeiten muss, wenn man mehr vom Umsatz will.
Im Nachhinein wurde sogar dafür gesorgt, dass ich eine neue Anstellung in einer anderen ETL Kanzlei nicht bekomme, in dem man da sehr schlecht über mich gesprochen hat.

Verbesserungsvorschläge

Die Entscheidungen weniger nach Nase treffen und die Mitarbeiter fördern, die das System am Laufen halten und nicht die Schützen, die einem in den Hintern kriechen.
Und vielleicht aufhören, am meisten zu tratschen. Oft wurden Gesprächsinhalte aus Mitarbeitergesprächen an andere Kollegen weitergegeben oder Schwangerschaften/Kündigungen wurden durch die Chefin verkündet, obwohl der Mitarbeiter das vielleicht selber erzählen sollte bzw. noch nicht einmal gekündigt wurde.

Vielleicht einmal mehr in die Mitarbeiter investieren, als in das Privateigentum.

UND GANZ WICHTIG: Vielleicht die Mitarbeiter nicht fertig machen, wenn sie den Wunsch äußern zu gehen, sondern zuhören und hinterfragen, woran es liegt und was man zukünftig ändern kann, um nicht noch mehr fähiges Personal zu verlieren.

Arbeitsatmosphäre

Kein Ärger von oben muss als Lob reichen. Zumindest wurde oftmals gut bei Mandanten über einen gesprochen, bis man der Kanzlei den Rücken kehrte. Dann fällt man in Ungnade und ist plötzlich eine sehr schlechte Arbeitskraft.

Image

Die Kollegen selber reden eher abwertend über die Chefin und die Kanzlei. Auch nach Außen ist die Meinung keine gute mehr. Scheinbar sind in den letzten Jahren doch zu viele langjährige Mitarbeiter gegangen.

Work-Life-Balance

Ich hatte selten 2 Wochen am Stück Urlaub. Da keiner wirklich Arbeit übernimmt, wenn nicht ein bestimmter Umsatz damit in Verbindung steht.

Bei Krankheit hatte man schon vorher Bauchschmerzen, der Chefin zu sagen, wie lange der Arzt sagt, dass man ausfällt. Oftmals nach Krankenhausaufenthalten deshalb viel zu früh wieder ins Büro, da man von der Chefin bequatscht wurde.

Kein Verständnis für Krankmeldung bei Todesfall im näheren Familienumfeld.

Karriere/Weiterbildung

Bis zu einem bestimmten Punkt darf man sich entwickeln. Weitere Steuerberater an dem Standort sind wohl aber durch die Chefin nicht erwünscht. (Hören-Sagen)
Wenn man selber auch zu selbstbewusst wird, durch steigendes Wissen, muss man ebenfalls das Feld räumen.
Prinzipiell ist die Chefin aber offen gegenüber Fortbildungen, übernimmt aber auch unterschiedlich die Kosten und hält sich nicht immer an vorher getroffene Absprachen.

Gehalt/Benefits

Das Gehalt liegt unter dem Durchschnitt in Sachsen-Anhalt. Die Problematik besteht in der Umsatzvergütung. Die Aufträge werden von der Chefin so festgelegt, dass man einen bestimmten Umsatz nicht überschreiten kann, um so nicht ein zu hohes Gehalt zu erzielen.

Manche Kollegen arbeiten teilweise täglich 10 Stunden bei Mindestlohn (Aussage der Chefin). Man schaut dann einfach weg, man ist ja froh, dass einige so unklug sind und freiwillig so viel arbeiten.

Damals bekam man monatlich einen Tankgutschein und Kaffee steht zur freien Verfügung im Büro. Zu Beginn meiner Beschäftigung gab es auch mal gratis Wasser, das wurde aber gestrichen, da der Kollege zu oft Wasser holen musste. Auch gab es mal eine Zeit, da wurden monatlich Massagen angeboten.

Als Kind der Chefin bekommt man auch durch einen Minijob Geld, ohne wirklich was dafür machen zu müssen. = Vetternwirtschaft

An Gehaltsabsprachen aus Mitarbeitergesprächen konnte man sich plötzlich nicht mehr erinnern. Anderen Kollegen konnte man aber öfter eine Gehaltserhöhung geben, wenn die Drohung fiel "ich kündige sonst."

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Es wird wohl im Namen der Kanzlei gespendet. Kann ich aber nicht genau sagen.

Kollegenzusammenhalt

Wenn man in der Gruppe der Redensführerin war, war alles vermeintlich gut. Hatte man aber eine andere Auffassung, wurde gegen einen gehetzt. Die Kollegen, die vielleicht anderer Ansicht waren, haben sich zum Großteil dem Treiben angeschlossen um nicht selber in den Mittelpunkt zu geraten.

Auch wurden vertrauliche Sachen an die Chefetage weitergetragen.

Oder man wurde in die Pfanne gehauen, wenn es um Arbeitsanweisungen der Chefin ging, an die sie sich nach einem Jahr nicht mehr erinnern konnte. Im Gespräch mit ihr, wurde ihr dann zugestimmt, nach dem Gespräch wurde mir dann gesagt, dass sie es doch mal anders gesagt hat.

Umgang mit älteren Kollegen

Neue, ältere Kollegen hatten prinzipiell ein höheres Gehalt, als vergleichbare Kollegen, die schon länger in der Kanzlei waren.
Argument: Die älteren Kollegen haben gar nicht die Möglichkeit nochmal so weit aufzusteigen, um ein höheres Gehalt zu verdienen.

Vorgesetztenverhalten

Wenn sich die Redensführerin des Teams mit ihren Untergebenen zusammenschloss und gemeinsam Stimmung gegen einen machte, wurde die eigene Ansicht der Dinge vielleicht von der Chefin angehört, aber man bekam auch deutlich gesagt, dass man die eigenen Befindlichkeiten einem Therapeuten erzählen könne. Die Lieblinge hatten Vorrang.

Wenn es um zeitliche Vorgaben für Bearbeitungen ging, wurden Hinweise, dass man es in der vorgegebenen Zeit gar nicht schaffen kann, abgetan mit "Sie schaffen das, ich weiß das." Und dann wurde stillschweigend zugesehen, wie man Überstunden macht oder sogar am Wochenende in die Kanzlei fährt. Nur um danach festzustellen: "Ich wusste doch, Sie schaffen das." - Übersetzt könnte man auch sagen: "Ich wusste doch, dass ich wieder genügend Druck aufbauen kann, dass Sie freiwillig Überstunden machen, die ich nicht angeordnet habe und Ihnen deshalb auch nicht vergüten muss und die Arbeit trotzdem fertig ist."

Unliebsame Themen werden auch oft auf die Mitarbeiter übertragen, z.B. bei anderen Mitarbeitern erfragen, wie lange krank oder den Hinweis geben "mit nem Schnupfen kann man auch arbeiten kommen."

Mitarbeitern wurde "nahe gelegt" hier positiv zu bewerten.

Arbeitsbedingungen

Die Kanzlei war damals mit zwei Monitoren pro Arbeitsplatz ausgestattet. Nicht jeder Kollege hatte einen eigenen Platz, manche mussten sich einen Platz teilen. Auch wurden keine neuen Telefone bestellt, wenn z.B. ein Azubi ein Gerät für seinen Platz benötigte. Auch Gesetze für Fortbildungen mussten weiter gegeben werden und wurden nicht für jeden neu gekauft.

Es gab mal die Wahl, einen Swopper für den Arbeitsplatz zu bekommen. Da einige der Kollegen einen wollten, diesen dann aber nicht nutzen, gab es für neue Kollegen keine Swopper mehr.

Mittlerweile soll es wohl eine Klimaanlage geben. Damals wurde dann Eis geholt, wenn es im Büro über 26 Grad hatte.

Kommunikation

Es gab regelmäßige Meetings über Arbeitsabläufe und auch die Entwicklung der Kanzlei. Auch die Infos zu neuen Mandaten wurde weiter gegeben.

Gleichberechtigung

Der Großteil der Belegschaft sind Frauen, denen Fortbildungsmöglichkeiten gegeben werden. Es steht jedem frei, diese in Anspruch zu nehmen. Nur beim Einstiegsgehalt werden die unterschiedlichen Titel (BA of Arts, Steuerfachwirt, etc.) unterschiedlich vergütet, auch wenn es immer hieß, Titel werden nicht bezahlt.

Interessante Aufgaben

Immerhin das. Die Mandantschaft ist durch die zweite Kanzlei (ETL Schmidt & Partner GmbH Steuerberatungsgesellschaft & Co. Dessau-Roßlau KG) sehr breit gefächert. Man hatte Mandanten aus der medizinischen Branche (wie z.B. Zahnärzte, Pflegedienste, Physiotherapeuten, etc.) aber auch gewerblich Tätige (wie z.B. Tischler, Entsorgungsunternehmen, Sanitärbetriebe, Elektriker, Bestatter, etc.).
Außerdem bekam man auch die Möglichkeit, neue Programme zu testen und aktiv bei deren Verbesserung mitzuwirken. Durch regelmäßig neue Azubis konnte man ein zusätzliches Aufgabengebiet bekommen.

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