Der Fisch stinkt vom Kopf her
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Wenige Benefits. Kein Coaching. Keine Mitarbeiter-Events. Keine Kantine. Keine Mitarbeiterbeteiligung o.ä. Nicht mehr zeitgemäß. - Kein Interesse an Aufbau von Strukturen seriöser Bildung. Keine engagierte pädagogische Leitung. Habe von ehemaliger Leitung für pädagogische Angelegenheiten "Tipps" erhalten, z.B. dass ich die Kursteilnehmer für gute Leistungen nicht loben solle. Über diesen Hinweis werde ich wohl noch lange nachdenken müssen... - Keine Absprachen mit Mitarbeitern über geplante außerordentliche Einsätze. Ich wurde von meiner Vorgesetzten in einen Unterrichtseinsatz geschickt, ohne dass diese meine Berechtigung dafür geprüft hätte. Ich musste sie auf die gesetzlichen Vorschriften hinweisen, die für diesen Einsatz notwendig waren und um korrekte Vorgehensweise bitten. Ich habe noch nie so ein Chaos und Desinteresse an der eigenen Arbeit erlebt.
Verbesserungsvorschläge
Sich den Spruch "Der Fisch stinkt vom Kopf her" zu Gemüte führen und sich den Bedürfnissen und Ressourcen der "Problemlöser" ihres Unternehmens widmen. Diese führen die eigentliche Arbeit aus. Was brauchen die "Problemlöser"? Wie kann ich sie für ihre Aufgaben stärken, begleiten und unterstützen? Lösungsvorschlag dazu: Führungskräftetraining gegen herrschende Führungskräfteschwäche. Oder: Lektüreempfehlung des Klassikers der Managerliteratur "Das Peter-Prinzip". - Inklusionswilligkeit dieser Einrichtung sollte überprüft werden. - Ich habe noch nie erlebt, dass Dateien mit persönlichen Daten von Teilnehmern seitens eines Arbeitgebers an meine private E-Mail-Adresse gesandt wurden, außer in diesem Unternehmen. Es sollte strikt auf die Vorschriften der DSGVO geachtet und danach gehandelt werden.
Arbeitsatmosphäre
Durch die Leitung herrscht kein von Fairness und Vertrauen geprägtes Betriebsklima. Kein Bildungsauftrag erkennbar. Ich empfand die Atmosphäre von Angst und Misstrauen geprägt. Hohe Fluktuation. Mangel an Kommunikation und Wertschätzung, unklare Führung, Respektlosigkeit und mangelnde Transparenz.
Image
Image der Firma stimmt mit der Realität nicht überein. Den Firmen-Slogan "Persönlichkeit durch Bildung" finde ich im Zusammenhang mit dieser Einrichtung eher peinlich. Wertekanon, der von der Firma verkörpert wird, blieb mir unklar. Leitbild des Unternehmens ebenfalls.
Work-Life-Balance
Arbeitszeiten ergaben sich durch die Unterrichtszeiten. Wer das Unterrichten und die Vorbereitungen ernst genommen hat, musste die vereinbarte Arbeitszeit überschreiten. - Ich habe meinen Urlaub auf Wunsch meiner Vorgesetzten verschoben und erhielt dann während des Urlaubs E-Mails von dieser mit der Behauptung, dass ich massive "Minusstunden" hätte. Dieses Vorgehen zeigt die fehlende Organisationsstruktur sowie Überblick und dadurch ausgeübter Druck seitens der Leitung. Meine Urlaubsfreude und die Erholung waren dahin. Die o.g. Behauptung wurde dann nach (!) meinem Urlaub revidiert.
Karriere/Weiterbildung
Möglichkeiten der Weiterbildung wurden theoretisch gegeben. Ich fand das Prozedere nicht sehr vertrauenswürdig bzw. zielorientiert. Habe das nicht in Anspruch genommen, sondern mich erfolgreich extern gekümmert. Strukturierte und positive Möglichkeiten zur Persönlichkeitsentwicklung, die die persönlichen Potenziale einbeziehen, habe ich nicht erlebt. - Jährliche Onlinetrainings zu Datenschutz und Arbeitssicherheit waren verpflichtend.
Gehalt/Benefits
Stundenlohn nähert sich dem Mindestlohn an. Für die Verantwortung und die Komplexität der Aufgaben empfand ich den Verdienst als zu gering. Gehalt wurde regelmäßig ausgezahlt. - Ich habe zusätzlich zu meinen arbeitsvertraglich vereinbarten Stunden regelmäßig einen weiteren Kurs gegeben. Dazu wurde mir schriftlich eine Arbeitsvertragsergänzung zugesagt. Diese habe ich trotz mehrfacher Nachfrage nie erhalten. Den Kurs habe ich aus Pflichtbewusstsein (da der Kurs beim staatlichen Auftraggeber bereits angemeldet war) ohne Bezahlung mehrere Monate weitergeführt. In einem folgenden Krankenstand (!) erhielt ich eine Kündigung. Erst unter Zuhilfenahme juristischer Mittel erhielt ich einen finanziellen Ausgleich. - Ich habe mir glücklicherweise alle Vorgänge schriftlich dokumentiert, um mich vor mögliche Unsachlichkeiten und Abwertungen zu schützen. Das war auch notwendig, hilfreich und ist sehr empfehlenswert.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Ein ausgeprägtes Umweltbewusstsein konnte ich nicht feststellen. Ich habe erlebt, dass Einweggeschirr gekauft wurde. Stifte für die Tafeln wurden nach einmaligen Gebrauch weggeworfen, anstatt sie aufzufüllen. Aus Mangel an guter medientechnischer Ausstattung musste viel zu viel kopiert werden. - Sozialbewusstsein war für mich nicht erkennbar. Trotz mehrfacher Anfrage, nach einem Sozialarbeiter für die Belange der Teilnehmer, gab es keine Veränderungen in dieser Hinsicht. Nicht durchdacht und vorausschauend. -Ich habe die Unternehmenskultur weit entfernt von Inklusionsbemühungen erlebt. Das Mitarbeiterwohl hatte nach meinem Erleben keine Priorität.
Kollegenzusammenhalt
Die Mehrzahl der Kollegen war sehr angenehm und verhielt sich kollegial. Mit Materialien und Ideen wurde sich gegenseitig ausgeholfen. Die Kollegen haben Vieles bezüglich des Mangels an Material bzw. an pädagogischer Leitung mit Humor und Lebensklugheit genommen, wie z.B. das Lehrerzimmer selbst einzurichten oder eine Feier zum Jahresende auszurichten. Veranstaltungen für die Mitarbeiter, wie Ausflüge oder Feiern gab es leider nicht. Zu meinem Geburtstag wurde mir nicht gratuliert.
Umgang mit älteren Kollegen
Wenig wertschätzend. Erfahrungen und vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen werden permanent ignoriert.
Vorgesetztenverhalten
Wenig ressourcenorientiert, wenig weitsichtig, wenig kommunikationsbereit und von Dilettantismus geprägt. Empathielos, ideenlos, freudlos. Unmotiviert, unsicher, uninteressiert. Dienst nach Vorschrift ohne Potenziale der MA zu erkennen, einzubeziehen und zu fördern. Ich sah für mich keine Vorbildwirkung sowie kein Interesse an (Personal-)Entwicklung der MA. Vorgesetzte schaute weg, wenn sie mich auf dem Flur sah und betonte bei jeder Gelegenheit, wie überlastet sie sei. - Auf Anfragen per E-Mail zu dienstlichen (!) Angelegenheiten erhielt ich fast nie eine Antwort. - Vorgesetzte "duzt" einen Teil der Kollegen, während sie die anderen "siezt". Aus meiner Sicht unprofessionelles Verhalten, da das eine ungünstige Atmosphäre unter den Mitarbeitern schafft. - Im persönlichen Mitarbeitergespräch sollte es zwischen der vorgesetzten Person und dem jeweiligen Mitarbeiter einen Dialog über den Mitarbeiter geben und nicht über Dritte (Kollegen oder Vorgänger) gesprochen bzw. deren Arbeit bewertet werden. - Während Krankenhausaufenthaltes erhielt ich mehrere Abmahnungen, die wegen haltloser Behauptungen von meiner Vorgesetzten zurückgenommen werden mussten.
Arbeitsbedingungen
Die Ausstattung von Technik zur Nutzung für den Unterricht war äußerst mangelhaft. Elektronische Tafeln waren kaum vorhanden. Der Laptop entsprach nicht dem neuesten Standard bzw. den Anforderungen für meinen Unterricht. Beamer waren nicht ausreichend vorhanden. Aus diesem Grund musste ich im Unterricht mit privaten Geräten (Laptop/Tablet, Lautsprecher, Beamer und Akkus) arbeiten. Arbeits- und Anschauungsmaterialien brachte ich von zu Hause mit. Bei einem Träger, der sich bereits seit vielen Jahren mit dem Unterrichten von Sprache beschäftigt hätte ich eine wenigstens Grundausstattung an Materialien für den Unterricht erwartet. Kein Bildungsauftrag im Unternehmen erkennbar. Unseriös. Zu große Klassen. Keine sozialpädagogische Unterstützung der Lehrenden für die Lernenden vorhanden. Wer nicht gemäß der "Morgens-Buch-auf, Nachmittags-Buch-zu-Mentalität" unterrichten wollte, sondern sich - wie ich - als Lehrkraft regelmäßig vorbereitet hat, hat dafür keine Wertschätzung erfahren. - Qualitätsmanagement/-sicherung hinsichtlich des Unterrichts und der Unterrichtsgestaltung und Reflexion mit Lehrkräften hätte ich erwartet. Habe keine Feedback-Kultur erlebt. Kein Betriebsrat.
Kommunikation
Unklare Kommunikationsstrukturen und fragwürdige Methoden. Mitarbeiter wurden nicht regelmäßig über Ergebnisse, Erfolge und Gewinne informiert, sondern eher über Wünsche und Vorstellungen. - Dilettantisch bezüglich Personalführung und Leitung. Vorgesetzte fuhr in Urlaub ohne vorher wichtige terminliche Angelegenheiten mit MA zu besprechen. Folgen von Planungschaos trugen die MA! - Notwendige Informationen über Arbeit habe ich nicht regelmäßig erhalten, sondern meist selbst recherchieren müssen. - Keine Einarbeitung bzw. kein Onboarding bei meiner Einstellung! - Ich habe ein Gespräch in einem einschüchternden Setting erlebt, in dem es - laut Ankündigung - um die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Verwaltung sowie Kursplanung gehen sollte. Während des Gesprächs saß ich mit fünf weiteren Kolleginnen aus Verwaltung und Leitung (1:5) in einem von innen abgeschlossenen (!) Raum, denen ich als Lehrkraft mein "Fehlverhalten" hinsichtlich der Kursplanung erklären sollte. Meine Aufgabe war das Unterrichten, nicht die Kursplanung.
Gleichberechtigung
Keine Erfahrung damit gemacht.
Interessante Aufgaben
Ich empfand die Arbeitsbelastungen als nicht gerecht aufgeteilt. Die Anzahl der Teilnehmenden in den Kursen variierte von Lehrkraft zu Lehrkraft stark und blieb nicht konstant. Einfluss auf die Ausgestaltung des eigenen Aufgabengebietes konnte ich durch Eigeninitiative, Improvisation und Kreativität nehmen. Arbeitgeber war nicht daran interessiert. - Eine Reflexionsrunde für Lehrkräfte zur Besprechung von Leistungsständen und Entwicklungen einzelner Lernenden, wie ich es aus seriös arbeitenden Bildungseinrichtungen kenne, gab es nicht.