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Evangelische 
Heimstiftung 
GmbH
Bewertung

Ein Arbeitsumfeld, das mich an meine Grenzen gebracht hat, aus meiner Sicht unzumutbare Bedingungen im Pflegealltag

1,8
Nicht empfohlen
Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung bei Evangelische Heimstiftung in Gemmingen gearbeitet.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Einige wenige Kolleginnen und Kollegen, die trotz allem versucht haben, das Beste aus der Situation zu machen

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die dauerhafte Überlastung, die mangelnde Unterstützung, die fehlende Wertschätzung, die intransparente Kommunikation, die Überforderung von Mitarbeitenden und die dadurch entstehende Gefahr für eine würdevolle Pflege. Für mich war dies ein System, das alle Beteiligten, Bewohner wie Pflegekräfte, unnötig belastet

Verbesserungsvorschläge

Aus meiner Sicht wären grundlegende strukturelle Veränderungen notwendig:
• mehr Personal, damit niemand allein arbeiten muss
• klare Zuständigkeiten und transparente Kommunikation
• echte Unterstützung bei Überlastung
• eine Fehlerkultur, die auf Offenheit statt auf Vertuschung beruht
• Schulung und Anleitung für neue oder unerfahrene Mitarbeitende
• feste Ruhezeiten und Respekt vor Freizeit, Urlaub und Krankheit
• ein Arbeitsumfeld, das Bewohnern und Mitarbeitenden gleichermaßen Sicherheit, Würde und Stabilität gibt

Arbeitsatmosphäre

Ich habe die Atmosphäre im Haus als dauerhaft überlastet, hektisch und emotional extrem belastend erlebt. Vieles wirkte eher wie ein fortlaufender Krisenmodus als ein professionell geführter Pflegebetrieb. Wertschätzung oder ein Mindestmaß an Ruhe waren kaum spürbar. Stattdessen dominierte das Gefühl, ständig gegen strukturelle Missstände anzukämpfen, die scheinbar niemand wirklich angehen wollte

Image

Das äußere Image weicht meines Empfindens nach stark von der Realität ab. Vieles, was nach außen gut klingt, wirkte im Alltag nicht umgesetzt. Nach meinem Eindruck ist das Haus besser vermarktet als geführt

Work-Life-Balance

Für mich gab es so gut wie keine Work-Life-Balance. Ich wurde regelmäßig an freien Tagen, im Urlaub oder während Krankheit kontaktiert, oft mit deutlichem Erwartungsdruck. Das Einspringen schien weniger freiwillig als erzwungen, verbunden mit Schuldgefühlen, wenn man sich nicht verfügbar gemacht hat. Lange Arbeitsphasen ohne Erholung empfand ich als Normalzustand

Karriere/Weiterbildung

Weiterbildungen waren theoretisch vorhanden, praktisch aber kaum realisierbar. Aufgrund der Personalsituation war es gefühlt unmöglich, sich wirklich weiterzuentwickeln

Gehalt/Benefits

Gehalt war in Ordnung, aber die Belastung und Verantwortung standen meiner Meinung nach in keinem Verhältnis dazu. Entwicklungsmöglichkeiten habe ich kaum wahrgenommen, dafür war das System zu sehr mit sich selbst beschäftigt

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Sozialbewusstsein wirkte für mich häufig wie eine Theorie ohne praktische Umsetzung. Unter den realen Bedingungen entstand bei mir nicht der Eindruck, dass das Wohl von Bewohnern und Mitarbeitenden im Mittelpunkt steht.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt im Team war aus meiner Sicht stark belastet. Durch den Dauerstress herrschte eine Atmosphäre, in der jeder irgendwie versucht, zu funktionieren, oft auf Kosten anderer. Kollegiale Unterstützung war eher Ausnahme als Regel. Teilweise habe ich Verhaltensweisen erlebt, die ich persönlich als respektlos oder schlicht unprofessionell empfunden habe. Konflikte wurden selten gelöst, sondern eher ignoriert

Umgang mit älteren Kollegen

Auch ältere Kolleginnen und Kollegen wirkten häufig überfordert. Rücksicht oder Entlastung habe ich persönlich kaum wahrgenommen

Vorgesetztenverhalten

Führung wirkte auf mich distanziert, überfordert oder schlicht desinteressiert. Anliegen wurden zwar angehört, aber selten ernst genommen. Ich hatte oft den Eindruck, dass Missstände lieber ignoriert wurden, solange sie nach außen nicht sichtbar waren. Mitarbeitende, die Probleme offen benannten, standen schnell alleine da. Für mich persönlich fühlte sich das wie eine Kultur an, in der Schweigen belohnt und Engagement bestraft wird

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren für mich einer der härtesten Punkte: wiederkehrende Unterbesetzung, Mitarbeitende allein im Dienst, Auszubildende in Verantwortung, die sie nicht tragen sollten, permanenter Zeitdruck und das Gefühl, dass alles auf Verschleiß läuft. Für mich war es nicht nur eine hohe Belastung, sondern wirkte teilweise gesundheitsgefährdend

Kommunikation

Kommunikation empfand ich als unzureichend, bruchstückhaft und häufig beschönigend. Probleme, die für mich eindeutig sichtbar waren, wurden oft heruntergespielt oder gar nicht angesprochen. Ich hatte den Eindruck, dass Transparenz eher vermieden wurde, sowohl intern als auch gegenüber Angehörigen. Konstruktive Kritik wurde schnell als Unruhe oder Illoyalität interpretiert

Gleichberechtigung

Nach meinem Eindruck wurden Mitarbeitende sehr unterschiedlich behandelt. Manche wurden bevorzugt oder geschont, andere standen bei Problemen ohne Rückhalt da

Interessante Aufgaben

Die Aufgaben in der Pflege wären eigentlich wertvoll und sinnstiftend. Doch durch die dauerhafte Überlastung bestand meine Arbeit oft aus reinem Abarbeiten, ohne Raum für Menschlichkeit, Ruhe oder Qualität

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Arbeitgeber-Kommentar

Camilla KowalczukReferat Personalmanagement

Liebe Kollegin, lieber Kollege,

vielen Dank für dein detailliertes Feedback. Es tut uns wirklich leid zu lesen, dass du deine Zeit bei uns als so belastend empfunden hast.

Besonders deine Punkte zur dauerhaften Überlastung, den Arbeitsbedingungen und der mangelnden Kommunikation nehmen wir sehr ernst. Dass du trotz allem die sinnstiftenden Aufgaben in der Pflege positiv bewertet hast, zeigt uns, dass du mit Herzblut dabei warst - umso bedauerlicher, dass die Rahmenbedingungen dem nicht gerecht wurden.

Deine konkreten Verbesserungsvorschläge sind für uns sehr wertvoll und geben uns eine klare Richtung vor. Themen wie Personalausstattung, transparente Kommunikation und der Respekt vor Arbeitszeiten sind zentrale Punkte, an denen wir arbeiten müssen.

Wir würden uns freuen, wenn du dich persönlich bei der MAV und bei der Hausdirektion melden würdest, um deine Erfahrungen direkt zu besprechen. Nur durch solche offenen Gespräche können wir wirklich etwas verändern.

Viele Grüße
Camilla Neofitov-Kowalczuk
Referat Personalmanagement

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Wie läuft deine Arbeitswoche?

Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.