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Evenord 
eG
Bewertung

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Aufsichtsrat blockiert – Zukunft auf der Kippe

3,0
Nicht empfohlen
Mehrfachbewertung
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat zum Zeitpunkt der Bewertung nicht mehr für dieses Unternehmen in Nürnberg gearbeitet und diesen Arbeitgeber mehrfach bewertet. (Mitarbeiter:innen dürfen ihren Arbeitgeber einmal im Jahr bewerten.)

Gut am Arbeitgeber finde ich

Besonders positiv war der direkte Kontakt zu den Kunden. Die Metzger sind ein großartiger Schlag von Menschen – bodenständig, qualitätsbewusst und ehrlich. Mit ihnen zu arbeiten, Ideen auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu finden, hat unglaublich viel Freude gemacht. Ebenso herausragend war der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen, sowohl innerhalb der Teams als auch filialübergreifend. Diese Mischung aus tollen Kunden und einem engagierten, loyalen Team hat den Arbeitsalltag trotz aller Schwierigkeiten zu etwas Besonderem gemacht.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Trotz eines großartigen Teams und treuer Kunden wird das Unternehmen seit Jahren durch interne Machtspiele ausgebremst. Der Aufsichtsrat greift nach meiner Wahrnehmung massiv in das tägliche Geschäft ein – ein Bereich, in dem er laut gängiger Unternehmenspraxis eigentlich nur eine Kontroll- und Beratungsfunktion haben sollte. Über die Vorstände wird jedoch dauerhaft versucht, operative Entscheidungen zu beeinflussen, was zu ständigen Konflikten, Vorstandswechseln und fehlender strategischer Kontinuität führt.
Hinzu kommt eine spürbar geringe Wertschätzung des Aufsichtsrates gegenüber den Mitarbeitenden. Gute Ideen und großes Engagement finden kaum Gehör, Filialschließungen und Personalabbau sind die Folge. Für engagierte Beschäftigte ist es frustrierend zu sehen, wie Chancen vertan und der Einsatz der Belegschaft nicht angemessen honoriert werden. Solange diese Strukturen bestehen, bleibt Evenord aus meiner Sicht ein Arbeitgeber, bei dem Herzblut und Einsatzbereitschaft nicht die Anerkennung erfahren, die sie verdienen.

Verbesserungsvorschläge

Nach meiner Wahrnehmung braucht das Unternehmen einen grundlegenden Neuanfang. Entscheidend wäre ein Aufsichtsrat, der unabhängig agiert, unterschiedliche Meinungen zulässt und den Vorständen echte Gestaltungsfreiheit gibt. Besonders irritierend ist, dass der Aufsichtsrat größtenteils aus aktiven oder ehemaligen Metzgern besteht – also aus Menschen, die den Kern des Geschäfts eigentlich genau kennen sollten. Umso unverständlicher ist es, dass strategische Entscheidungen seit Jahren nicht im Sinne der Branche getroffen werden.
Ebenso dringend wäre ein Umdenken bei der Mentalität des „Selbstbedienungsladens“. Der Aufsichtsrat sollte die Höhe seiner eigenen Vergütungen kritisch hinterfragen und prüfen, ob diese noch zur aktuellen wirtschaftlichen Lage passen. Ein Zeichen des Verzichts oder ein aktiver Beitrag zur Stabilisierung des Unternehmens wäre ein wichtiges Signal an Mitarbeitende und Mitglieder.
Solange diese Strukturen unverändert bleiben, sehe ich kaum Chancen auf nachhaltige Verbesserungen. Ein echter Kulturwandel – inklusive einer neuen, zukunftsorientierten Führungsebene – wäre aus meiner Sicht die einzige Möglichkeit, das Unternehmen wieder auf Erfolgskurs zu bringen.

Arbeitsatmosphäre

Der kollegiale Zusammenhalt war außergewöhnlich – sowohl innerhalb der einzelnen Teams als auch filialübergreifend. Selten habe ich eine so loyale und hilfsbereite Mannschaft erlebt, die trotz aller Widrigkeiten so eng zusammenarbeitet. Gerade weil wir alle wussten, wie unberechenbar die Entscheidungen der Führungsebene ausfallen konnten, rückten die Kolleginnen und Kollegen umso enger zusammen. Diese großartige Zusammenarbeit wurde jedoch ständig von der Angst überschattet, welche Maßnahme oder Personalentscheidung als Nächstes kommt. Das belastete die Stimmung dauerhaft, obwohl das Team selbst alles tat, um ein positives Arbeitsumfeld zu schaffen.

Kommunikation

Informationen wurden zwar regelmäßig angekündigt, tatsächlich umgesetzt wurde jedoch nur wenig. Viele Themen – etwa die Anpassung von Arbeitsverträgen oder die Angleichung von Gehältern, insbesondere bei Fahrpersonal – wurden immer wieder aufgeschoben oder mit Ausreden begründet. Zusagen zogen sich monatelang hin, ohne dass greifbare Ergebnisse folgten. Ein prägnantes Beispiel: Während der Corona-Pandemie, als die Geschäftslage eigentlich stabil war, wurde von allen Mitarbeitenden ein Gehaltsverzicht von zehn Prozent sowie der Wegfall von Urlaubs- und Weihnachtsgeld eingefordert. Diese Maßnahmen wurden ohne echte Transparenz oder nachvollziehbare Begründung durchgesetzt und lagen spürbar auf dem Rücken der Belegschaft.

Kollegenzusammenhalt

Der Zusammenhalt unter den Kolleginnen und Kollegen war außergewöhnlich – sowohl innerhalb der einzelnen Teams als auch filialübergreifend. Trotz ständiger Umstrukturierungen, Unsicherheit und teils schwieriger Führung hielten alle zusammen, unterstützten sich gegenseitig und kämpften bis zum letzten Moment für das Unternehmen. Diese Loyalität und Hilfsbereitschaft habe ich in dieser Form selten erlebt und sie war ein entscheidender Grund, warum mir jeder Schritt in Bezug auf meine weitere berufliche Zukunft besonders schwerfiel.

Work-Life-Balance

Die Arbeit war oft intensiv und zeitlich fordernd, wurde aber von vielen gern geleistet. Zahlreiche Mitarbeitende sahen die Evenord nicht nur als Arbeitgeber, sondern fast als Familienbetrieb und steckten entsprechend viel Herzblut in ihre Aufgaben. Dieses starke persönliche Engagement machte es leicht, auch zusätzliche Stunden zu investieren, weil man das Gefühl hatte, gemeinsam für den Erfolg des Unternehmens zu kämpfen.

Vorgesetztenverhalten

Zu Beginn war das Verhältnis zu den damaligen Vorständen äußerst schwierig – Machtspiele und respektloses Verhalten prägten den Alltag und machten eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nahezu unmöglich. Nach deren Abgang folgten mehrere neue Vorstände, von denen drei ausgesprochen gute Chefs waren: kommunikativ, fair und stets bemüht, den Druck des Aufsichtsrats nicht an die Mitarbeitenden weiterzugeben. Leider wurden gerade diese positiven Führungskräfte zunehmend vom Aufsichtsrat blockiert und letztlich aus dem Unternehmen gedrängt. Man spürte deutlich, wie selbst engagierte und fähige Vorstände an dieser Situation zerbrachen und dass nicht ihre Arbeit, sondern die Strukturen das eigentliche Problem waren.

Interessante Aufgaben

Die Arbeit war abwechslungsreich und hat viel Spaß gemacht, insbesondere durch den engen Kontakt zu den Kunden. Gerade die Metzgereibetriebe sind eine sehr spezielle, aber auch dankbare Kundengruppe. Wer sich dort bewährt hat, konnte ein besonders vertrauensvolles und fast freundschaftliches Verhältnis aufbauen. Umso enttäuschender war es, dass man den Metzgern oft nicht das bieten konnte, was sie tatsächlich benötigten. Für eine Genossenschaft wäre es aus meiner Sicht entscheidend gewesen, die Interessen ihrer Mitglieder in den Mittelpunkt zu stellen, anstatt auf deren Rücken kurzfristige Einsparungen oder Gewinne zu suchen.

Gleichberechtigung

Unter der ursprünglichen Führung gab es spürbare Ungleichbehandlungen und teilweise diskriminierendes Verhalten, was das Arbeiten für viele erschwert hat. Mit dem Wechsel der Vorstände änderte sich dies jedoch deutlich. In der Zeit danach habe ich keine Benachteiligungen oder Diskriminierungen mehr erlebt – Gleichbehandlung war gelebter Standard und kein Thema mehr.

Umgang mit älteren Kollegen

Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen war respektvoll und ohne Benachteiligung. Wertschätzung im täglichen Miteinander war selbstverständlich. Allerdings wurde ihr Erfahrungsschatz bei Entscheidungen oft zu wenig einbezogen. Manche Hinweise oder Anregungen – besonders in Bezug auf langjährige Großkunden – hätten dem Unternehmen wertvolle Impulse geben können, wurden aber häufig nicht ausreichend genutzt.

Arbeitsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen waren hervorragend. Das Firmengebäude ist modern, großzügig und hochwertig ausgestattet – vom Parkettboden bis zur technischen Ausstattung ist alles auf hohem Niveau. Allerdings ist das Gebäude nach meiner Einschätzung deutlich überdimensioniert für die tatsächliche Unternehmensgröße. Die alte Führung genehmigte sich hier unter anderem sogar einen aufwendig angelegten Fischteich für mehrere Tausend Euro – ein Detail, das sinnbildlich für fehlende wirtschaftliche Vernunft steht. Diese Investitionen wurden vom Aufsichtsrat durchgewunken, obwohl das Geld aus Mitarbeitersicht weitaus sinnvoller in Personal oder nachhaltige Projekte hätte fließen können.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

Das Firmengebäude entspricht hohen energetischen Standards und verfügt über eine eigene Solaranlage. Auch der Fuhrpark ist modern und erfüllt aktuelle Umweltauflagen. Von freiwilligen oder über das gesetzlich Notwendige hinausgehenden Umweltinitiativen habe ich jedoch nichts bemerkt. Während das Tochterunternehmen (Evenord-Bank) in diesem Bereich deutlich aktiver ist, beschränkte sich die Evenord eG nach meiner Wahrnehmung weitgehend auf Pflichtmaßnahmen.

Gehalt/Benefits

Gehälter und Sozialleistungen wurden stets pünktlich und zuverlässig gezahlt – oft sogar einige Tage vor Monatsende. Wer geschickt verhandelte, konnte sich ein gutes Gehalt sichern. Allerdings galt das nicht für alle Bereiche: Insbesondere im Verkauf und im Fahrpersonal lagen die Gehälter nach meiner Wahrnehmung eher unter dem branchenüblichen Niveau.

Image

Das öffentliche Ansehen der Evenord hat in den letzten Jahren stark gelitten. Viele langjährige Kunden – insbesondere Metzgereien – zeigen sich enttäuscht und zweifeln offen an der Zukunft des Unternehmens. Bereits unter der alten Führung wurden Filialen geschlossen, und auch unter der aktuellen Leitung mussten erneut ein Standorte aufgegeben werden. Die Schließung der Filiale Weiden hat zahlreiche Kunden hart getroffen und sorgt für anhaltenden Unmut. Diese Entwicklungen haben den einst guten Ruf nachhaltig beschädigt und lassen sich aus meiner Sicht kaum noch umkehren.

Karriere/Weiterbildung

Karrieremöglichkeiten gab es praktisch nicht. Wer einmal auf einer Position war, blieb dort – Aufstiegschancen waren nahezu ausgeschlossen. Auch beim Thema Weiterbildung zeigte das Unternehmen wenig Interesse. Abgesehen von gesetzlich vorgeschriebenen Schulungen, etwa den Pflichtmodulen für Fahrer, wurden kaum Fortbildungen angeboten oder gefördert.

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Anonym · Sieh, ob’s deinen Kolleg:innen auch so geht.