Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Themen und Projekte des Unternehmens sind grundsätzlich interessant und gesellschaftlich relevant. Auch einige Kollegen habe ich als freundlich und hilfsbereit erlebt. Inhaltlich gibt es durchaus spannende Ansätze.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Den Umgang mit Praktikanten und insbesondere das Verhalten der Führungsebene. Ich habe den Umgang teilweise als herablassend und wenig wertschätzend erlebt. Dazu kommt ein aus meiner Sicht sehr traditionelles Führungsverständnis, das nicht zu dem modernen und progressiven Image passt, das das Unternehmen nach außen vermittelt. Nach sechs Wochen Pflichtpraktikum war für mich deshalb sehr klar, dass ich dort keinen Tag länger arbeiten möchte.
Was ich besonders problematisch finde: Ein Arbeitsumfeld, in dem Menschen nicht auf Augenhöhe behandelt werden, wirkt sich meiner Meinung nach zwangsläufig auch auf die Qualität der Arbeit aus. Wenn Praktikanten vor allem als günstige Arbeitskräfte gesehen werden, wenig Anleitung erhalten und gleichzeitig mit einem herablassenden Umgang konfrontiert sind, entsteht am Ende aus meiner Sicht auch kein wirklich gutes Produkt. Kreativität, Eigeninitiative und Motivation lassen sich nicht dauerhaft aus Menschen herauspressen. Gerade in einer kreativen Branche, in der gute Ergebnisse von Zusammenarbeit, Vertrauen und kreativer Freiheit leben, halte ich diesen Führungsstil für kontraproduktiv.
Verbesserungsvorschläge
Der Umgang mit Praktikanten sollte grundlegend überdacht werden. Praktikanten sollten nicht primär als billige Arbeitskraft betrachtet werden, sondern als Menschen, die sich fachlich und persönlich weiterentwickeln möchten. Dafür braucht es klare Betreuung, regelmäßiges Feedback, echte Lernmöglichkeiten und vor allem einen respektvollen Umgang auf Augenhöhe. Ob mit so einer Herangehensweise am Ende eine konstante Qualität entsteht ist fraglich.
Auch das Führungsverständnis sollte meiner Meinung nach dringend modernisiert werden. Gerade von einem Unternehmen, das nach außen für gesellschaftlichen Fortschritt, Nachhaltigkeit und Veränderung steht, würde ich erwarten, dass diese Werte auch intern gelebt werden.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre empfand ich insgesamt als eher unangenehm. Gerade im Umgang mit Praktikanten fehlte mir häufig die Wertschätzung. Praktikanten werden vor allem als günstige Arbeitskräfte gesehen. Das nach außen vermittelte moderne, progressive Image des Unternehmens passt nicht zur tatsächlichen Arbeitsatmosphäre.
Image
Das Unternehmen hat nach außen ein modernes, gesellschaftlich engagiertes und progressives Image. Nach meinen sechs Wochen Praktikum hatte ich allerdings den Eindruck, dass dieses Bild mit der internen Realität teilweise deutlich auseinandergeht. Besonders der Umgang mit Praktikanten und das teilweise sehr traditionellen und rückschrittigen Verständnisse haben mich enttäuscht.
Work-Life-Balance
Die Erwartungen an Praktikanten waren teilweise hoch, während Wertschätzung und Lernmöglichkeiten für mich nicht im gleichen Verhältnis standen.
Karriere/Weiterbildung
Für mich als Praktikantin gab es kaum erkennbare Möglichkeiten zur persönlichen oder fachlichen Weiterentwicklung. Der Schwerpunkt lag aus meiner Sicht deutlich stärker auf dem Erledigen von Aufgaben als auf dem gezielten Vermitteln von Wissen oder dem Aufbau eigener Kompetenzen.
Gehalt/Benefits
Als Pflichtpraktikantin gab es für mich keine nennenswerten Benefits. Angesichts der Aufgaben und Erwartungen an Praktikanten hätte ich mir zumindest eine angemessene Wertschätzung der geleisteten Arbeit gewünscht.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Das Unternehmen beschäftigt sich stark mit gesellschaftlichen und ökologischen Themen und vermittelt nach außen ein entsprechend bewusstes Bild. Einige dieser Themen fand ich auch tatsächlich interessant. Gleichzeitig habe ich eine deutliche Diskrepanz zwischen dem nach außen vermittelten sozialen Anspruch und meinem persönlichen Erleben im Umgang mit Mitarbeitern und insbesondere Praktikanten wahrgenommen.
Kollegenzusammenhalt
Mit den meisten Kollegen kam ich gut zurecht. Innerhalb des Teams gab es durchaus nette Kontakte und gegenseitige Unterstützung. Gleichzeitig hatte ich den Eindruck, dass die hierarchischen Strukturen den Zusammenhalt teilweise erschweren.
Umgang mit älteren Kollegen
Es sind faktisch keine älteren Kollegen vorhanden, abgesehen von der Führung. Ich persönlich habe nach sechs Wochen sehr klar gemerkt, dass ich unter diesen Verhältnissen keinen einzigen Tag länger arbeiten möchte.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungsebene war für mich der mit Abstand größte Kritikpunkt. Insbesondere der Umgang mit Praktikanten wirkte auf mich häufig herablassend. Einige Kommentare empfand ich als deutlich jenseits dessen, was ich von einem professionellen Arbeitsumfeld erwarten würde. Ich hatte nicht das Gefühl, als angehende Fachkraft ernst genommen zu werden, sondern eher als jemand, der möglichst viel Arbeit erledigen soll. Gerade von einem Unternehmen, das sich nach außen modern, gesellschaftlich fortschrittlich und nachhaltig präsentiert, hätte ich hier deutlich mehr erwartet.
Arbeitsbedingungen
Die grundlegenden Arbeitsbedingungen waren in Ordnung. Was mir allerdings deutlich gefehlt hat, waren Wertschätzung, klare Kommunikation und ein professioneller Umgang mit Praktikanten. Für mich war deshalb die Atmosphäre und der Umgang miteinander wesentlich problematischer als die eigentlichen Rahmenbedingungen der Arbeit.
Kommunikation
Die Kommunikation empfand ich als einen der größten Kritikpunkte. Der Umgangston von oben herab war durchweg unangenehm. Kommentare vonseiten der Führung, die ich während meines Praktikums erlebt habe, empfand ich mehrfach als unangebracht und respektlos. Ein offener Austausch auf Augenhöhe war für mich nicht erkennbar.
Gleichberechtigung
Ich habe die Kommunikation und den Umgang innerhalb der Hierarchien nicht als wirklich gleichberechtigt auf Augenhöhe erlebt. Besonders als Praktikantin hatte ich häufig das Gefühl, in der Hierarchie ganz unten zu stehen und entsprechend behandelt zu werden. Das hat für mich nicht zu dem modernen und progressiven Anspruch gepasst, den das Unternehmen nach außen vermittelt.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben waren teilweise interessant und ich konnte auch Einblicke in verschiedene Bereiche bekommen. Allerdings hatte ich mir von einem Pflichtpraktikum deutlich mehr fachliche Anleitung und Entwicklungsmöglichkeiten erhofft. Vieles war eher nur das Abarbeiten von Aufgaben, bei denen der praktische Nutzen für meine eigene Ausbildung nicht immer im Vordergrund stand.