Gut am Arbeitgeber finde ich
So wie ich das Unternehmen verlassen musste, kann ich leider nichts Positives berichten.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Als Praktikant:in wurde ich in ein Projekt eingebunden, für das es keine geeigneten Aufgaben gab. Um die Kritik der Entwickler:innen – die ausdrücklich keine Praktikant:innen im Projekt haben wollten – zu umgehen, wurde ich intern sogar als Junior-Entwickler:in dargestellt, wie ich später erfahren habe. Betreuung gab es kaum, Zuständigkeiten waren unklar, und Kritik wurde nicht konstruktiv aufgenommen.
Das Arbeitsklima war extrem belastend: Ich fühlte mich im Team unwillkommen, nach meiner Rückmeldung wurde ich schlechter behandelt, und schließlich musste sogar meine Hochschule eingreifen. Für Studierende ist diese Stelle daher nicht zu empfehlen – sie kann psychisch belastend sein und zu Schlafstörungen oder Depressionen führen.
Im Vergleich dazu mache ich inzwischen ein Praktikum bei einem anderen Unternehmen, in dem sichergestellt wird, dass Praktikant:innen sinnvoll betreut werden und vom Praktikum profitieren. Bei Finatix war dies leider nicht der Fall. Meiner Ansicht nach handelte es sich um ein Paradebeispiel für ein Scheinpraktikum.
Verbesserungsvorschläge
Meine Erfahrungen während des Praktikums waren durchweg negativ. Statt einer angemessenen Betreuung wurde ich in ein Projekt eingebunden, für das es keine geeigneten Aufgaben für Praktikant:innen gab. Gleichzeitig wurde ich gegenüber Kund:innen als vollwertige Entwickler:in dargestellt, obwohl dies nicht meinem Kenntnisstand entsprach.
Besonders problematisch waren:
- Fehlende passende Aufgaben für Praktikant:innen
- Mangelnde Betreuung und unklare Zuständigkeiten („Alle sind für alles verantwortlich“ – am Ende ist niemand zuständig)
- Kommunikation hinter meinem Rücken: Kritiken wurden mit Entwickler:innen besprochen, ohne dass ich beteiligt war
- Missachtung von Vereinbarungen mit der Hochschule und gesetzlichen Vorgaben zum Schutz von Praktikant:innen
- Kein konstruktiver Umgang mit Feedback und Kritik
- Respektloser Umgang und Unstimmigkeiten zwischen mündlichen Zusagen und Realität
- Kein erhaltenes Feedback oder Arbeitszeugnis, obwohl ich ein halbes Jahr Vollzeit gearbeitet habe und obwohl sie dazu verpflichtet sind
- Versuche des Unternehmens, kritische Bewertungen zu löschen, anstatt an Verbesserungen zu arbeiten
Fazit: Aus fachlicher und menschlicher Sicht ist das Praktikum bei diesem Unternehmen nicht zu empfehlen. Studierende sollten diese Stelle sorgfältig prüfen und gegebenenfalls meiden.
Arbeitsatmosphäre
Kuchen und gemeinsames Mittagessen gibt es.
Image
Das Unternehmen versucht, sein Image künstlich zu pflegen, indem es negative Bewertungen auf Kununu löschen lässt – anstatt ehrlich an den Missständen zu arbeiten (wie ich hier mehrmals habe feststellen können).
Work-Life-Balance
Während meines Praktikums wurde ich stark überlastet und unter Druck gesetzt. Gleichzeitig wurden Vergleiche mit früheren Praktikant:innen gezogen, die „richtig hart gearbeitet“ haben, als sei das ein Maßstab für Leistung oder Work-Life-Balance. Meiner Meinung nach spiegelte dies weder eine gesunde Arbeitskultur noch eine angemessene Betreuung von Praktikant:innen wider.
Karriere/Weiterbildung
Während meines Praktikums konnte ich leider kaum fachlich relevante Erfahrungen sammeln. Als Praktikantin sollte mein Fokus darauf liegen, zu lernen und praktische Kenntnisse zu erwerben – nicht, das Unternehmen als billige Arbeitskraft zu unterstützen. Statt programmierbezogener Aufgaben musste ich aber sehr viel Zeit darauf verwenden, mich in das fachgebiet des Kundenunternehmens einzuarbeiten – Wissen, das ich in meiner weiteren Karriere voraussichtlich nicht anwenden werde.
Gehalt/Benefits
Für das geringe Gehalt, das ich während meines Praktikums erhielt, wurden unverhältnismäßig hohe Leistungen von mir erwartet – völlig unangemessen für eine Praktikumsstelle.
Besonders problematisch war eine Aussage wie: „Wir hatten Praktikant:innen, die richtig hart gearbeitet haben.“ Diese Haltung empfand ich als unangemessen, insbesondere da ich trotz persönlicher Belastungen, wie dem T*d meiner Mutter im Januar, keine Auszeit genommen habe. Meiner Meinung nach spiegelt dies eine fehlende Rücksichtnahme und mangelnde Menschlichkeit wider.
Kollegenzusammenhalt
Ich bin sehr enttäuscht über das Verhalten meiner Kolleg:innen. Obwohl sie wussten, dass ich als Praktikantin tätig war, wurde ich intern wie eine Junior-Entwicklerin behandelt. Ich war die einzige im Team, die davon ausging, dass ich als Praktikantin eingesetzt werde – entsprechend meiner Rolle und des vereinbarten Praktikums.
Dieses Vorgehen hat es dem Unternehmen ermöglicht, Praktikant:innen wie reguläre Probe-Angestellte einzusetzen, ohne die gesetzlichen Vorgaben, wie z. B. den Mindestlohn, einzuhalten. Meiner Erfahrung nach trägt die gesamte Teamkultur dazu bei, dass solche Ausbeutung möglich wird.
Umgang mit älteren Kollegen
Während meines Praktikums wurde mir von meiner direkten Vorgesetzten – deutlich jünger als ich – gesagt, dass meine Arbeit mir keinen Spaß machen solle. Ich empfand dies als unangemessen und respektlos, besonders da ich deutlich mehr Arbeitserfahrung mitbrachte. Solche Aussagen tragen nicht zu einem konstruktiven Arbeitsumfeld bei und sind inakzeptabel.
Vorgesetztenverhalten
Nicht reif - sie sagen, dass sie Feedback haben wollen, wenn sie es aber bekommen, werden sie sauer.
Arbeitsbedingungen
Ich bin während meines Praktikums quasi „gecrasht“. Trotzdem durfte ich das Projekt nicht verlassen, weil das Unternehmen mich beim Kunden als normale Arbeitskraft eingesetzt hat – anstatt mich wie eine Praktikant:in zu betreuen. Ich habe sehr hart gearbeitet, ohne jemals ein positives Wort zu hören.
Das Unternehmen behauptet, ich hätte einen Betreuer gehabt – wer das gewesen sein soll, ist mir bis heute unklar. Ich habe meinen Chef per E-Mail gefragt, aber keine Antwort erhalten. Im Vertrag zwischen meiner Hochschule und Finatix wurde HR als meine Betreuerin angegeben, allerdings konnte sie selbst nicht programmieren. Sowohl für mich als auch für meine Hochschule war unklar, wie Betreuung hier eigentlich aussehen sollte.
Kommunikation
Man als Praktikant nicht mit wem man kommunizieren soll, da "alle für alles" verantwortlich sind. Ich habe in meinem Praktikum auch kein Feedback bekommen, was ich bei einem Praktikum für extrem wichtig halte. Nicht mal eine Zusammenfassung am Ende, nur eine Note, die total unbegründet war. Auf meine nachfragenden E-Mails wurden nicht geantwortet.
Gleichberechtigung
Ich hatte das Gefühl, dass ich mir sowohl technisch als auch sozial viel mehr Mühe gegeben habe als der männliche Praktikant, trotzdem aber deutlich schlechter behandelt wurde. Ich habe weniger Unterstützung erhalten und musste ihm sehr viel helfen, ohne selbst die entsprechende Hilfe zu bekommen. Wir wurden immer als eine Einheit betrachtet, obwohl ich viel mehr geleistet habe. Niemand hat mir dafür gedankt, dass ich meine Zeit darauf verwendet habe, ihn einzuarbeiten, anstatt selbst Aufgaben zu bearbeiten und zu lernen.
Wenn ich gesagt hätte, dass es nicht meine Aufgabe sei, ihn einzuarbeiten, hätte man mich als schlechtes Teammitglied angesehen. Ich habe aber bei meiner Hochschule nachgefragt: Es sei während eines Praktikums nicht meine Aufgabe, andere Praktikanten einzuarbeiten; meine Aufgabe war es, selbst zu lernen.
Ich empfinde es als sehr herablassend von Finatix, mich auf diese Weise zu behandeln.
Interessante Aufgaben
Ich musste das Projekt verlassen, da es so uninteressant war, dass ich fast die Branche wechseln wollte. Ich verstehe bis heute nicht, wie man auf die Idee kommt, eine Praktikantin, die ihr erstes Praktikum absolviert, in ein derart ungeeignetes Projekt einzusetzen.