Erfahrungsbericht zum Arbeitgeber
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre wirkte anfangs in Ordnung, entwickelte sich mit der Zeit jedoch zu einem eher toxischen Umfeld. Mitarbeitende, die nicht die erwartete Leistung erbringen, werden schnell übersehen oder wenig wertgeschätzt. Sobald man hingegen gute Ergebnisse liefert, ändert sich der Umgang deutlich und man wird plötzlich von allen freundlich behandelt. Diese starke Abhängigkeit der Wertschätzung von der aktuellen Leistung empfand ich als unangenehm.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist aus meiner Sicht eher schlecht. Überstunden werden zwar nicht ausdrücklich angeordnet, jedoch oft indirekt erwartet. Arbeitstage von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr oder sogar länger sind keine Seltenheit. Besonders für Mitarbeitende mit einem längeren Arbeitsweg kann dies auf Dauer sehr belastend sein. Eine ausgewogene Balance zwischen Berufs- und Privatleben war für mich daher nur schwer möglich.
Umgang mit älteren Kollegen
Der Umgang mit älteren Kolleginnen und Kollegen war aus meiner Sicht respektvoll. Mir sind keine negativen Auffälligkeiten oder Benachteiligungen aufgrund des Alters aufgefallen.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Vorgesetzten habe ich als sehr unterschiedlich erlebt und es hing stark von der jeweiligen Person ab. Einige Führungskräfte waren respektvoll und unterstützend, andere sorgten jedoch für ein eher angespanntes oder sogar toxisches Arbeitsumfeld. Wertschätzung und Umgangston wirkten teilweise stark von der aktuellen Leistung der Mitarbeitenden abhängig, was die Zusammenarbeit erschwerte.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsbedingungen waren für mich dennoch teilweise herausfordernd. Man sitzt den ganzen Tag in einem Großraumbüro mit rund 100 Personen, die gleichzeitig telefonieren. Dadurch kann es zeitweise sehr laut werden und die Konzentration fällt nicht immer leicht.
Während des Onboardings wurde zudem das Thema Pausen und selbst kurze Abwesenheiten, beispielsweise für einen Toilettengang, teilweise sehr streng behandelt.
Kommunikation
Die Kommunikation war sehr wechselhaft und hing stark von der eigenen Leistung beziehungsweise der aktuellen Wahrnehmung durch das Management ab. An manchen Tagen funktionierte der Austausch gut, an anderen wurde man nahezu ignoriert. Es kam vor, dass während eines gesamten Arbeitstages niemand das Gespräch mit mir suchte.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt habe ich insgesamt als in Ordnung empfunden, insbesondere da es meine erste Vollzeitstelle war und ich mich noch am Anfang meiner beruflichen Laufbahn befinde. Allerdings ist es objektiv eher niedrig. Gute Leistungen werden zwar belohnt, jedoch sind dafür oft viele Überstunden und Erfahrung erforderlich, um diese Ergebnisse überhaupt zu erreichen. Aus meiner Sicht steht die geleistete Arbeit insgesamt nicht in einem angemessenen Verhältnis zur Vergütung, es sei denn, man erzielt zusätzlich Provisionen.
Gleichberechtigung
Eine grundsätzliche Gleichbehandlung war vorhanden. Dennoch schien der Umgang mit Mitarbeitenden teilweise stark von ihrer Leistung abhängig zu sein, sodass Personen mit besseren Ergebnissen spürbar bevorzugt behandelt wurden.
Interessante Aufgaben
Man erledigte den ganzen Tag dieselben Tätigkeiten, sodass kaum Abwechslung vorhanden war.

