Kaltakquise am Limit: Hohe Fluktuation und null Work-Life-Balance
Gut am Arbeitgeber finde ich
Das Produkt an sich ist prinzipiell in Ordnung und lässt sich im Ansatz gut verkaufen.
Außerdem ist das Team im Außendienst angenehm multikulturell und international durchmischt.
Viel mehr Positives gibt es allerdings nicht zu berichten, da die Rahmenbedingungen extrem belastend sind.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Bei der Kaltakquise in den Läden merkt man schnell, wie stark das Image der Firma bereits gelitten hat. Viele Ladeninhaber berichten genervt davon, dass ständig verschiedene Mitarbeiter von Flatpay vor ihrer Tür stehen. Dieser extrem aggressive Vertriebsansatz hinterlässt vor Ort oft verbrannte Erde und macht die Arbeit vor Ort nur unnötig schwer.
Verbesserungsvorschläge
Druck und ständige WhatsApp-Nachrichten spürbar reduzieren, um echte Feierabende und eine gesunde Work-Life-Balance zu respektieren.
Führungskräfte sollten echtes Coaching und strukturierte Weiterbildung bieten, statt rein auf Verkaufszahlen zu pochen.
Eine nachhaltige Unternehmenskultur schaffen, die auch ältere Mitarbeiter einbindet und Leistung ohne ständige Überstunden wertschätzt.
Arbeitsatmosphäre
Die Kultur ist extrem einseitig und rein performanceorientiert. Anstelle eines echten Teamgeists oder einer wertschätzenden Zusammenarbeit dreht sich alles ausschließlich um Umsatzzahlen und den nächsten Abschluss. Die Motivation basiert primär auf Konkurrenzdenken und künstlich erzeugtem Druck über Chatgruppen. Werte wie Mitarbeiterfürsorge, nachhaltiges Arbeiten oder gegenseitige Unterstützung spielen im Alltag praktisch keine Rolle. Wer nicht bereit ist, sein gesamtes Privatleben den Vorgaben unterzuordnen, passt nicht in dieses System.
Kommunikation
Die interne Kommunikation verlagert sich fast komplett auf Slack und zusätzliche WhatsApp-Gruppen im Team. Statt geordneter Abläufe dominiert auf beiden Kanälen ein ständiger Erfolgs- und Abfragedruck bezüglich der Verkaufszahlen. Relevante Informationen gehen in der Flut an täglichen Nachrichten schnell unter, und ein wirklich konstruktiver Austausch findet kaum statt.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt im Team existiert eigentlich nur unter denjenigen, die regelmäßig ihre Verkaufszahlen liefern. Wer die Vorgaben erreicht, wird in den Gruppen gefeiert und eingebunden, wer hinterherhinkt, bleibt schnell außen vor. Es herrscht eine starke Ellbogenmentalität, da am Ende doch jeder primär auf die eigenen Zahlen schauen muss.
Work-Life-Balance
Von einer ausgewogenen Work-Life-Balance kann absolut keine Rede sein. Viele Kollegen arbeiten regelmäßig am Samstag und teilweise sogar sonntags, um noch Installationen beim Kunden durchzuführen. Zudem ziehen sich die Arbeitstage und Kundentermine für viele nicht selten bis tief in die Nacht hinein.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten der Führungskräfte ist stark launisch und von schwankendem Leistungsdruck geprägt. Statt sachlichem Coaching und echter Unterstützung erlebt man je nach Zahlenlage ein sehr sprunghaftes, oft herablassendes Auftreten. Wer liefert, wird kurzzeitig hochgejubelt, wer die Quoten nicht erreicht, spürt sofort Härte und eisigen Druck.
Interessante Aufgaben
Die täglichen Aufgaben bieten kaum Abwechslung oder inhaltliche Tiefe. Der Arbeitsalltag besteht fast ausschließlich aus stupider Kaltakquise und dem ständigen Nachjagen von Verträgen. Raum für kreative Ansätze, eigenverantwortliche Projekte oder persönliche Entwicklung gibt es im Grunde überhaupt nicht.
Gleichberechtigung
Das Team ist zwar international und kulturell sehr durchmischungsstark besetzt, was positiv auffällt. Allerdings spiegelt sich Vielfalt nicht in der Altersstruktur wider: Ältere Kolleginnen und Kollegen fehlen im Team nahezu komplett. Das Arbeitsumfeld richtet sich rein an ein sehr junges, belastbares Profil, wodurch eine echte generationenübergreifende Mischung fehlt
Umgang mit älteren Kollegen
Gibt es nicht.
Arbeitsbedingungen
Die Arbeitsumgebung ist stark von ständiger digitaler Präsenz geprägt. Das Arbeitsleben verlagert sich fast vollständig in WhatsApp-Gruppen, wodurch eine ruhige oder fokussierte Arbeitsatmosphäre kaum möglich ist. Statt klar strukturierter Arbeitsabläufe dominiert eine permanente Unruhe durch den fortlaufenden Benachrichtigungs und Leistungsdruck auf den mobilen Endgeräten auch weit über den eigentlichen Feierabend hinaus.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Von Umwelt- oder Nachhaltigkeitsbewusstsein ist im Arbeitsalltag nichts zu spüren. Symbolisch dafür steht das Bild am Headquarter in Berlin, wo durch Kooperationen mit Lieferdiensten wie Wolt gefühlt für jeden einzelnen Mitarbeiter separat ein eigener Fahrer vorfährt, statt gesammelte Bestellungen oder nachhaltige Lösungen zu nutzen. Ein echtes Bewusstsein für Ressourcenschonung oder soziale Verantwortung sucht man vergebens.
Gehalt/Benefits
Karriere und Weiterbildung gibt es hier nur über reine Verkaufszahlen, echte Schulungen fehlen völlig.
Richtig gutes Geld verdienen nur die Topverdiener, die bis spät in den Abend schuften.
Wer normale Arbeitszeiten einhält, geht beim Gehalt weitgehend leer aus.
Sozialleistungen oder faire Aufstiegsmöglichkeiten abseits vom reinen Umsatzdruck gibt es nicht.
Image
Das Ansehen des Unternehmens leidet spürbar unter dem aggressiven Vertriebsansatz und der hohen Fluktuation. Bei der Kaltakquise vor Ort schlägt einem oft genervtes Wiedererkennen entgegen, da schon unzählige Mitarbeiter zuvor die Läden abgeklappert haben. Nach außen mag das Marketing glänzen, doch in der Praxis hinterlässt dieser Vertriebsstil viel verbrannte Erde bei den Gewerbekunden.
Karriere/Weiterbildung
Echte Karrierechancen oder strukturierte Weiterentwicklungsprogramme sucht man hier vergebens. Man wird ohne fundiertes Training ins kalte Wasser geworfen, und „Aufstieg“ bedeutet meist nur, noch mehr Verkaufsdruck zu übernehmen. Statt individueller Förderung zählt einzig die kurzfristige Performance, nachhaltiges Lernen oder berufliche Entwicklung spielen keine Rolle.

