Profitgedanke frisst Unternehmenskultur
Gut am Arbeitgeber finde ich
Hervorragendes Produkt mit einem erstklassigen Ruf am Markt. Zudem ein extrem starker Kollegenzusammenhalt: Das Team (abseits des Top-Managements) ist durchweg supportive, hilfsbereit und sorgt für eine tolle Arbeitsatmosphäre auf kollegialer Ebene.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Besonders enttäuschend ist die aktuelle Führungskultur: Das Management agiert mit extremem Micro-Management, massivem Misstrauen und einer intransparenten Kommunikation, die Mitarbeiter oft vor vollendete Tatsachen stellt. Die Arbeitsatmosphäre leidet massiv unter ständigen Kündigungswellen und einem Klima der Verunsicherung, in dem man sich eher als austauschbare Nummer statt als Mensch wahrgenommen fühlt.
Zudem ist der Workload aufgrund ineffizienter Prozesse und Unterbesetzung kaum in der regulären Arbeitszeit zu bewältigen, wobei Anerkennung für Mehrleistung fast gänzlich fehlt. Die Gehaltsstrukturen sind intransparent und durch starke Ungleichheiten bei gleicher Arbeit geprägt. Es ist bedauerlich zu sehen, wie ein eigentlich hervorragendes Produkt und eine ehemals starke Kultur dem reinen Profitgedanken des Managements geopfert werden.
Verbesserungsvorschläge
Rückbesinnung auf die ursprünglichen Werte: Das Unternehmen war einst ein Ort für Engagement und Eigeninitiative. Das aktuelle Management sollte Profit nicht grundlegend über die Unternehmenskultur stellen. Es braucht wieder einen Raum, von dem alle Parteien profitieren – Mitarbeiter inklusive. Langfristiger Erfolg entsteht durch ein motiviertes Team, nicht durch reine Gewinnmaximierung auf Kosten der Kultur.
Arbeitsatmosphäre
Die Atmosphäre lebt vom starken Zusammenhalt innerhalb der Belegschaft, wird jedoch im Sales-Bereich durch extremes Micro-Management und ein spürbares Misstrauen seitens des Managements massiv belastet. Die permanente Kontrolle verhindert ein freies Arbeiten. Zudem sorgt die extrem hohe Fluktuation – geprägt von regelmäßigen Kündigungswellen – für ein Klima der Verunsicherung. Selbst bei guter Leistung und hohem Engagement herrscht eine ständige Angst um den Arbeitsplatz, was die Stimmung dauerhaft vergiftet.
Kommunikation
Die Kommunikation auf Arbeitsebene ist super, scheitert aber an der Führungsebene. Das Top-Management informiert unzureichend und intransparent; Entscheidungen werden oft ohne Vorwarnung verkündet. Hier zeigt sich bei einigen Führungskräften ein deutliches Defizit in der Kommunikationsfähigkeit, das ihrer Verantwortung nicht gerecht wird.
Kollegenzusammenhalt
Der Zusammenhalt unter den Kollegen ist das absolute Highlight. Man unterstützt sich gegenseitig, ist füreinander da und der Teamspirit ist trotz des Drucks von oben hervorragend. Ohne dieses starke Team wäre die Situation kaum tragbar.
Work-Life-Balance
Aufgrund von Fehlplanung, ständig wechselnden Prozessen und zu dünner Personaldecke war eine gesunde Work-Life-Balance kaum möglich. Das Micro-Management bläht den Aufwand zusätzlich auf. Anerkennung für die dadurch resultierende Mehrarbeit fehlt leider völlig.
Vorgesetztenverhalten
Während die Zusammenarbeit mit direkten Vorgesetzten für mich weitgehend gut funktionierte, enttäuschte das Top-Management auf ganzer Linie. Intransparente Entscheidungen und eine nicht nachvollziehbare Kommunikation prägten den Alltag. Die Wertschätzung gegenüber dem Personal fehlte fast völlig – man fühlte sich eher wie eine austauschbare Nummer als wie ein geschätzter Mitarbeiter.
Interessante Aufgaben
Das Produkt und die technologische Substanz sind hervorragend und bieten an sich ein spannendes Arbeitsumfeld. Umso bedauerlicher ist es, dass die Arbeitskultur durch die aktuelle Führungsebene massiv beeinträchtigt wird. Das Potenzial der interessanten Aufgaben wird durch die strategischen (Fehl-) Entscheidungen und den Führungsstil des Managements leider völlig überschattet.
Umgang mit älteren Kollegen
Wirklich ältere Kollegen gibt es quasi nicht, aber selbst langjährige treue Mitarbeitende werden von einem auf den anderen Tag fristlos gekündigt.
Arbeitsbedingungen
Die technische Ausstattung und das Büro an sich sind modern und auf einem hohen Standard. Allerdings wird die Effizienz durch starre, ständig wechselnde Prozessvorgaben und eine mangelhafte Tool-Integration oft ausgebremst. Die physischen Rahmenbedingungen sind gut, aber die operative Umsetzung ist unnötig kompliziert.
Gehalt/Benefits
Die Gehaltsstrukturen sind absolut intransparent und werden unter Verschluss gehalten. Ein offener Austausch unter Kollegen ist unerwünscht – vermutlich, um die erheblichen Gehaltsunterschiede bei identischem Aufgabenfeld zu kaschieren. Eine faire, nachvollziehbare Entlohnung sieht anders aus.
Image
Außen- und Innendarstellung klaffen weit auseinander. Während das Image nach außen hin glänzt, hat die interne Reputation in den letzten Jahren massiv gelitten. Der Wohlfühlfaktor ist bei einem Großteil der Belegschaft faktisch nicht mehr vorhanden.
Karriere/Weiterbildung
Das Onboarding bestand primär aus einem unausgereiften Online-Kurs zum Durchklicken. Danach fehlt jegliche strukturierte Unterstützung, um sich weiterzuentwickeln oder Defizite gezielt auszugleichen. Einziger Lichtblick war meine direkte Ansprechperson während der Einarbeitung, die fachlich und menschlich jederzeit unterstützte und sich engagiert um alle Fragen kümmerte. Abseits dieses persönlichen Einsatzes ist eine systematische Personalentwicklung kaum vorhanden.