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Kaum Ausbildungsqualität, schwierige Arbeitskultur

1,8
Nicht empfohlen
Ex-Auszubildende:rHat 2026 eine Ausbildung zum/zur Kaufmann für Büromanagement im Bereich Vertrieb / Verkauf in Rheinmünster abgeschlossen.

Gut am Arbeitgeber finde ich

Positiv hervorheben kann ich vor allem die Arbeitsumgebung außerhalb des Büros: Der Campingplatz selbst ist schön gestaltet und bietet ein angenehmes Umfeld. Zudem waren die Aushilfen im Team freundlich und hilfsbereit. Darüber hinaus gab es für mich persönlich keine weiteren Punkte, die ich als positiv hervorheben könnte.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Die interne Arbeitskultur war für mich der größte Negativpunkt. Der Umgangston im Büro war häufig laut, respektlos und unprofessionell. Beleidigende, sexistische und diskriminierende Kommentare gehörten leider zum Alltag – sowohl gegenüber Mitarbeitenden als auch gegenüber Kundinnen und Kunden. Wertschätzung oder ein respektvolles Miteinander habe ich nicht erlebt.

Die Ausbildung war kaum strukturiert: Der Hauptausbilder war selten anwesend, es gab keinen Ausbildungsplan, keine Lernziele und keine Schulungen. Mitarbeitende lehnten das Einlernen teilweise aktiv ab („Ich bin nicht dein Ausbilder“), sodass man sich vieles selbst beibringen musste. Rückfragen wurden oft nur oberflächlich beantwortet. Eine schriftliche Übernahmezusage wurde kurz vor Ende zurückgezogen, was zusätzlich belastend war.

Die Arbeitsumgebung im Büro war ebenfalls schwierig: Rauchen direkt im oder vor dem Büro, veraltete Technik, laute Atmosphäre und ein sehr rauer Umgang untereinander. Persönliche Eigenschaften – wie mein veganer Lebensstil – wurden regelmäßig belächelt. Insgesamt fehlten Professionalität, Struktur und Respekt.

Verbesserungsvorschläge

Ich würde empfehlen, die Ausbildung deutlich strukturierter zu gestalten. Dazu gehören ein klarer Ausbildungsplan, definierte Lernziele und feste Ansprechpartner, die wirklich Zeit und Bereitschaft haben, Auszubildende anzuleiten. Es sollte transparent kommuniziert werden, welche Inhalte vermittelt werden, welche nicht und wie realistisch die Chancen auf eine Übernahme sind. Auszubildende sollten nicht als günstige Aushilfskraft betrachtet werden, sondern als zukünftige Fachkräfte, in die man investiert.

Der Umgangston im Büro sollte dringend verbessert werden. Beleidigende, sexistische und allgemein diskriminierende Kommentare dürfen keinen Platz im Arbeitsalltag haben. Ein respektvolles Miteinander zwischen Stammbelegschaft, Aushilfen und Auszubildenden ist essenziell, ebenso ein professioneller und wertschätzender Umgang gegenüber Kundinnen und Kunden.

Auch die Arbeitsumgebung könnte verbessert werden: weniger Lärm, kein Rauchen im Büro, moderne Arbeitsmittel und eine freundlichere Gestaltung der Räume würden die Atmosphäre deutlich heben. Eine klare Struktur, mehr Professionalität und echte Wertschätzung würden den Betrieb langfristig stärken.

Arbeitsatmosphäre

Die Atmosphäre auf dem Campingplatz ist grundsätzlich angenehm, jedoch unterscheidet sich das Büro deutlich davon. Der Raum ist sehr klein, oft laut und durch das Rauchen im Büro oder direkt davor dauerhaft verraucht. Private Gespräche werden häufig so laut geführt, dass Kundinnen und Kunden diese am Telefon mitbekommen, was zu unangenehmen Situationen führt.

Die Büroausstattung ist veraltet, Drucker und Computer funktionierten lange nur eingeschränkt. Verbesserungsvorschläge wurden zunächst nicht ernst genommen, später aber umgesetzt, sobald neue Mitarbeitende diese äußerten. Die Räume wirken insgesamt dunkel und trostlos, ohne Gestaltung oder angenehme Arbeitsumgebung. Zusätzlich steht der Server im selben Raum, was die Geräuschkulisse weiter verstärkt.

Auch der Umgangston trägt zur belastenden Atmosphäre bei: Hinter der Rezeption wird im Büro oft laut über Kundinnen und Kunden gesprochen, und gelegentlich wird man selbst vor ihnen kritisiert oder belächelt. Insgesamt empfand ich die Arbeitsatmosphäre im Büro als sehr unangenehm und nicht förderlich für eine Ausbildung.

Karrierechancen

Karrierechancen sind im Freizeitcenter Oberrhein aus meiner Sicht nur sehr begrenzt vorhanden. Mir wurde zunächst schriftlich zugesichert, nach der Ausbildung übernommen zu werden, diese Zusage wurde jedoch etwa zwei Monate vor der Abschlussprüfung zurückgenommen. Da der Betrieb und das Büro sehr klein sind, es keine klaren Zuständigkeiten oder Abteilungen gibt und nahezu alle Entscheidungen ausschließlich durch die Geschäftsführung getroffen werden, bestehen kaum echte Entwicklungsmöglichkeiten. Karriere bedeutet hier aus meiner Erfahrung vor allem eine mögliche Gehaltsanpassung.

Zudem entsteht der Eindruck, dass man nur dann als engagiert wahrgenommen wird, wenn man sehr viel Freizeit investiert und regelmäßig unbezahlte Überstunden leistet. Themen wie Urlaub, pünktliches Gehen oder das Ausgleichen von Überstunden werden nicht gerne gesehen. Wertschätzung scheint stark an die Menge der geleisteten Arbeit gekoppelt zu sein, nicht an die Qualität oder den Ausbildungsfortschritt.

Arbeitszeiten

Die Arbeitszeiten waren für mich belastend, da ich während der gesamten Ausbildung jeden Samstag ohne Ausnahme eingeteilt war. In den Sommermonaten kamen zusätzlich Sonntagsdienste hinzu. Offiziell hieß es, diese Einsätze seien freiwillig, jedoch empfand ich den Druck, sie zu übernehmen, als deutlich spürbar. Für mich fühlte es sich nicht wie eine echte Wahlmöglichkeit an. Eine ausgewogene Verteilung der Wochenenddienste oder Rücksichtnahme auf die Belastung während der Ausbildung fand nicht statt.

Überstunden gehörten zum Alltag. Es war üblich, länger zu bleiben, und wer pünktlich ging oder Überstunden ausgleichen wollte, wurde häufig – sowohl offen als auch hinter dem Rücken – belächelt oder kritisiert. Dadurch entstand eine Kultur, in der erwartet wurde, dass man regelmäßig freiwillig länger arbeitet, ohne dass diese Zeiten offiziell erfasst oder wertgeschätzt wurden. Für mich war das weder transparent noch fair.

Ausbildungsvergütung

Die Vergütung während der Ausbildung war grundsätzlich durchschnittlich bis gut, insbesondere weil man durch regelmäßige Sonntagsdienste zusätzlich etwas verdienen konnte. Allerdings musste man seine Arbeitszeiten selbst dokumentieren, und es wurde nicht gerne gesehen, wenn man auch kurze Überstunden – etwa zehn Minuten – korrekt mit aufschrieb. Insgesamt herrschte eine Kultur, in der erwartet wurde, dass man gelegentlich freiwillig länger bleibt, ohne dass diese Zeiten offiziell erfasst oder ausgeglichen wurden. Das empfand ich als unausgewogen und nicht transparent.

Die Ausbilder

Die Ausbildungsqualität entsprach nicht den Erwartungen. Der Geschäftsführer als Hauptausbilder war kaum im Betrieb und zeigte kein erkennbares Interesse an meinem Ausbildungsfortschritt oder meinen schulischen Leistungen. Persönliche Betreuung fand faktisch nicht statt, und an schulischen Ausbildertreffen nahm niemand teil. Ein Ausbildungsplan, klare Lernziele oder Schulungen gab es nicht.

Die Mitarbeitenden, die mich im Alltag hätten anleiten sollen, waren aufgrund der hohen Arbeitsbelastung nicht auf diese Rolle vorbereitet. Rückfragen wurden zwar gehört, aber selten fundiert beantwortet. Teilweise wurde das Einlernen sogar aktiv abgelehnt. Dadurch musste ich mir viele Inhalte selbst beibringen und Fehler machen, um überhaupt etwas zu lernen.

Zudem wurde eine schriftliche Übernahmezusage kurz vor Ausbildungsende zurückgenommen, was für mich sehr enttäuschend war.

Spaßfaktor

Während meiner Ausbildung gab es leider kaum Momente, die man als „Spaßfaktor“ bezeichnen könnte. Der Arbeitsalltag war stark vom Tagesgeschäft geprägt, oft hektisch und ohne Raum für Lernphasen oder positive Teamerlebnisse. Eine motivierende oder abwechslungsreiche Gestaltung des Ausbildungsalltags fand nicht statt.

Aufgaben/Tätigkeiten

Ein Großteil meiner Aufgaben bestand aus Rezeptionstätigkeiten: Buchungen, Gästekontakt, gleichzeitige Bearbeitung von Beschwerden und allgemeines Tagesgeschäft. Diese Aufgaben hatten kaum Bezug zum Ausbildungsrahmenplan für Büromanagement. Fachliche Lerninhalte oder kaufmännische Tätigkeiten wurden kaum vermittelt. Handlungsspielraum gab es nicht – bei Reklamationen musste strikt nach Vorgaben gearbeitet werden, und jede Entscheidung war mit der Geschäftsführung abzustimmen. Dadurch war eigenständiges Arbeiten kaum möglich.

Variation

Die Aufgaben waren zwar vielfältig im Sinne des Tagesgeschäfts, hatten jedoch kaum Bezug zum eigentlichen Ausbildungsberuf Büromanagement. Ein Großteil der Tätigkeit fand an der Rezeption statt: Buchungen anlegen, Gäste einchecken, gleichzeitig Beschwerden entgegennehmen und allgemeine Abläufe koordinieren. Bei Reklamationen bestand praktisch kein Handlungsspielraum, da man sich strikt an vorgegebene Regeln halten musste und jede Entscheidung mit der Geschäftsführung abgestimmt werden sollte. Das empfand ich persönlich als wenig kundenfreundlich und nicht förderlich für eigenständiges Arbeiten. Ein strukturierter Ausbildungsplan oder Einblicke in kaufmännische Bereiche waren nicht vorgesehen.

Respekt

Der respektvolle Umgang fehlte im Arbeitsalltag deutlich. Der Ton im Büro war oft rau und laut, und es kam regelmäßig zu beleidigenden, sexistischen und rassistischen Äußerungen gegenüber Kundinnen, Kunden und Mitarbeitenden. Diese Kommentare wirkten unprofessionell und belastend. Als Auszubildender wurde man kaum ernst genommen, persönliche Eigenschaften wurden belächelt, und auch mein veganer Lebensstil wurde häufig zum Thema gemacht.

Zusätzlich fehlte jegliche Wertschätzung durch die Geschäftsführung: Es gab weder ein „Viel Glück“ vor der Prüfung noch eine Nachfrage danach, wie sie verlaufen ist. Für mich zeigte das klar, dass echtes Interesse am Ausbildungsfortschritt nicht vorhanden war.

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