Feedback? Wird nicht ernst genommen
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Auch diese Bewertung wird einen Kommentar erhalten, dass man das Feedback schätzt und man sich kontinuierlich weiterentwickelt. Und dann? Bleibt alles wie es war. So stellt man sich nicht zukunftsorientiert auf. Wer nicht sein Ohr an der Basis hat, zuhört und das Gehörte ernst nimmt und daraus Veränderungen ableitet, verliert diese Basis. Diese Entwicklung erlebe ich hier in einem rasend schnellen Tempo.
Verbesserungsvorschläge
Einfach die 93 Bewertungen lesen und dann überlegen, was das genau bedeutet. Es finden sich so viele Aspekte, die ernst genommen werden sollten. Als Bundesinnungsmeister das Schlusslicht bei kununu mit Blick auf die Bewertung zu sein, ist schon bemerkenswert - aber offenbar toleriert. Nur wenn man Mensch und Feedback schätzt, kann ein Unternehmen funktionieren.
Arbeitsatmosphäre
Die Vielzahl an Bewertungen spricht eigentlich eine klare Sprache: Mit aktuell 93 Bewertungen und einem Durchschnitt von 2,2 Sternen zeigt sich ein durchgehend kritisches Bild. Was jedoch besonders auffällt, ist nicht nur die schlechte Bewertung an sich, sondern der Umgang des Unternehmens damit.
Feedback – egal ob öffentlich über Plattformen oder intern im persönlichen Austausch – scheint keinerlei Wirkung zu entfalten. Kritik wird pauschal abgetan und häufig mit der Begründung relativiert, es handle sich lediglich um frustrierte ehemalige Mitarbeitende. Eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den Inhalten findet offensichtlich nicht statt.
Die Strukturen wirken festgefahren und wenig veränderungsbereit. Statt Impulse zur Verbesserung aufzunehmen, wird an bestehenden Vorgehensweisen festgehalten – unabhängig davon, wie oft und wie deutlich auf Probleme hingewiesen wird. Auch direkt adressiertes Feedback an verantwortliche Stellen führt zu keinen erkennbaren Veränderungen.
Insgesamt entsteht der Eindruck, dass es weder den Willen noch die Offenheit gibt, sich kritisch mit sich selbst auseinanderzusetzen und daraus Konsequenzen zu ziehen.
Image
Weiterempfehlungsquote liegt bei 15%. Das sagt eigentlich ziemlich viel aus
Karriere/Weiterbildung
Nicht vorhanden. Zumindest habe ich das bisher nicht erlebt.
Gehalt/Benefits
Sehr sparsam im Vergleich zu zeitgemäßen Arbeitgeberstandards. Was heißt das ganz konkret?
Du bekommst:
28 Urlaubstage
12 Monatsgehälter
Parkplätze (im Gewerbegebiet jetzt kein Highlight)
Du bekommst nicht:
Kein Urlaubsgeld
Kein Weihnachtsgeld
Keine VWL
Keine betriebliche Altersvorsorge
Kein Jobticket
Kein Jobrad
Keine Kantine oder Essenszulage
Keine Variable/Prämie
Keine Mitarbeiterbefragung
Kein Betriebsrat
Keine Schwerbehindertenvertretung
Keine Gleichstellungsbeauftragte
Keine Duzkultur
Keine Weiterbildung
Keine Zeiterfassung
Kein Homeoffice
Kein Überstundenausgleich
Keine transparente Gehaltsstruktur
Kein Gesundheitsmanagement
Kein Betriebsarzt
Keine Unterstützung bei der Kinderbetreuung
Keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten
Keine Feedbackkultur
Keine zeitgemäße Technik
Keine moderne/zeitgemäße Arbeitsumgebung
Keine Wertschätzung
Kollegenzusammenhalt
Hier misstraut jeder jedem.
Vorgesetztenverhalten
Vor diesem Hintergrund bleibt als Fazit: Wer Wert auf eine konstruktive Feedbackkultur und Entwicklungsmöglichkeiten legt, sollte sich gut überlegen, ob dieses Unternehmen die richtige Wahl ist. Für viele scheint der konsequenteste Schritt zu sein, das Unternehmen zeitnah wieder zu verlassen – oder gar nicht erst dort anzufangen.
Arbeitsbedingungen
Ich habe diese Erfahrung selbst gemacht und konnte auch bei anderen beobachten, dass mir bzw. ihnen bei kritischen Äußerungen nicht zugehört wurde. Statt zu versuchen zu verstehen, worum es eigentlich geht, nachzufragen und ausreden zu lassen, wurde eine Abwehrhaltung eingenommen. Schuldzuweisungen, das Kleinreden oder Negieren von Fehlern sowie persönliche Angriffe sind leider häufig die Reaktionen, die ich hier im Unternehmen erlebe. Grundsätzlich gibt es ein großes Defizit im Zuhören und im Hinterfragen.
Dieser spürbar ausgeprägte Mangel ist aus meiner Perspektive ein Kernproblem, das sich wie ein roter Faden bis in die obersten Ebenen durchzieht. Als Begründung wird häufig die eigene Berufs- und/oder Lebenserfahrung angeführt, verbunden mit dem Hinweis, man lasse sich kein X für ein U vormachen. Man wisse genau, wie man Menschen führt.
Die Fluktuation – nicht nur bei Reinigungskräften, sondern auch bei Fach- und Führungskräften sowie in Stabsstellen – ist ein Beleg dafür, dass das Unternehmen in Bezug auf Führungskultur und Führungskompetenz nicht gut aufgestellt ist. Es fehlt an einer Gesprächs- und Feedbackkultur auf Augenhöhe - und das auf allen Hierarchie-Ebenen.
Gleichberechtigung
Manche sind gleicher als andere – und das auf ganz unterschiedlichen Ebenen. Meinungen werden gebildet, ohne mit den betroffenen Menschen ins Gespräch zu gehen. Leider geschieht dies meist auf dem Rücken der Reinigungskräfte und anderer unterstellter Personengruppen. Wird die Unternehmensleitung darauf aufmerksam gemacht, werden die Ungleichbehandlungen relativiert.
Es gibt zwar eine Antidiskriminierungs-E-Mail-Adresse. Doch wer ist für die Einschätzung bzw. Bewertung der geschilderten Zustände sowie für eine inhaltliche Stellungnahme verantwortlich? Die Unternehmensleitung selbst. Eine unabhängige Instanz, die sich ernsthaft mit den geschilderten Missständen auseinandersetzt, existiert nicht.
Auf der Homepage wird von Werten gesprochen. „Führen nach Werten“ habe ich jedoch nicht erlebt. Vielmehr spielen die Beziehungen zur Unternehmensleitung eine wesentliche Rolle bei Entscheidungsprozessen. Wer dort in einem guten Licht steht, hat einen Freifahrtschein.
Es fehlt an wirksamen Korrektivmechanismen. Daher nutzen so viele Mitarbeitende kununu als letzte Möglichkeit, ihre Unzufriedenheit zu äußern.