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Bewertung

Stellenabbau, Governance-Defizite und verlorene Werte

2,8
Nicht empfohlen
Ex-Angestellte/r oder Arbeiter/inHat bis 2020 im Bereich PR / Kommunikation bei GFT Technologies SE in Stuttgart gearbeitet.

Schlecht am Arbeitgeber finde ich

Ich würde GFT als Arbeitgeber heute nicht mehr empfehlen.

Ich wurde freigestellt, nachdem man mir über Monate diverse Projekte gegeben hatten, die dann in der Schublade landeten. Auf diverse Vorschläge von mir, wie ich mich sinnvoller einbringen könnte, wurde nicht eingegangen. Mein direkter Vorgesetzter hat sich während des Kündigungsprozesses respektvoll, anständig und professionell verhalten. Umso enttäuschender war der Umgang auf der darüberliegenden Führungsebene: Der Abteilungsleiter, der die Entscheidung getroffen hatte, war während des gesamten Prozesses für mich nicht erreichbar. Bei einer so einschneidenden Entscheidung erwarte ich von einer Führungskraft, Verantwortung zu übernehmen und dem betroffenen Mitarbeiter persönlich gegenüberzutreten.

Auch mein Eindruck von der Unternehmensleitung ist negativ. In einer wirtschaftlich und technologisch schwierigen Lage habe ich keine überzeugende strategische Orientierung erlebt. Entscheidungen wirkten zunehmend kurzfristig. Langfristige Planung habe ich nur in Form von finanziellen Zielen erlebt, aber nicht als Strategie, wie diese erreicht werden können.

Hinzu kommen aus meiner Sicht erhebliche Defizite bei der Corporate Governance. Formale Zuständigkeiten und tatsächliche Einflussmöglichkeiten erschienen mir nicht immer klar voneinander getrennt. Wichtige Entscheidungen wirkten stark vom Verwaltungsratsvorsitzenden und seinem persönlichen Umfeld geprägt - also Personen, die formal keine operative Rolle im Unternehmen haben. Dadurch entstand für mich der Eindruck intransparenter Entscheidungswege und einer ungesunden Konzentration von Einfluss.

Gleichzeitig haben Werte wie Zusammenarbeit, Rücksichtnahme und Menschlichkeit, die GFT früher aus meiner Sicht stark geprägt haben, spürbar an Bedeutung verloren. Auch die öffentliche Selbstdarstellung einzelner Führungspersönlichkeiten schien teilweise mehr Aufmerksamkeit zu erhalten als die Sorgen der Beschäftigten oder eine nachvollziehbare Perspektive für das Unternehmen.

Das alles hat mein Vertrauen nachhaltig beschädigt. Bewerberinnen und Bewerber sollten im Auswahlprozess deshalb sehr genau nach dem Führungsverständnis, den tatsächlichen Entscheidungswegen, der strategischen Ausrichtung und dem Umgang mit Beschäftigten in schwierigen Situationen fragen.

Verbesserungsvorschläge

Wer sich gerne unterwirft, eigenständiges Denken einstellen und den Claqueur fürs Top-Management machen will, kann bei GFT weit kommen.

Arbeitsatmosphäre

Werte wie Kooperation und Respekt haben das Unternehmen früher stark geprägt. Davon ist nicht viel übrig.

Kommunikation

Rein Top down. Von unten darf gejubelt werden, Meinung und Expertise von Mitarbeitern sind nicht gefragt.

Kollegenzusammenhalt

In einzelnen Teams gut, abteilungsübergreifend oft antagonistisch.

Vorgesetztenverhalten

Einzelnen Vertretern des Top-Management geht es vor allem um die Selbstdarstellung. Eine kohärente Strategie, wie das Unternehmen seine Ziele erreichen will, habe ich nicht gesehen.

Umwelt-/Sozialbewusstsein

War früher ein wichtiges Thema, inzwischen wird jedem schnellen Euro nachgelaufen, ohne einen Gedanken daran, welche Folgen das hat und was das mit dem Selbstverständnis des Unternehmens und der Mitarbeiter macht.


Work-Life-Balance

Interessante Aufgaben

Gleichberechtigung

Umgang mit älteren Kollegen

Arbeitsbedingungen

Gehalt/Benefits

Image

Karriere/Weiterbildung

HilfreichHilfreich?1Zustimmenstimmt zuMeldenTeilen

Arbeitgeber-Kommentar

Nina Brosius, Managerin Employer Branding
Nina BrosiusManagerin Employer Branding

Liebe ehemalige Kollegin/ Lieber ehemalige Kollege,

vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, deine Erfahrungen so ausführlich zu schildern.

Es tut uns leid, dass du deine Zeit bei GFT und insbesondere den Trennungsprozess so erlebt hast. Gerade in herausfordernden Situationen ist uns ein respektvoller,
transparenter und wertschätzender Umgang wichtig. Umso mehr bedauern wir, dass wir diesem Anspruch aus deiner Sicht nicht gerecht geworden sind.

Es freut uns, dass du das Verhalten deiner direkten Führungskraft während des Kündigungsprozesses positiv hervorhebst. Gleichzeitig nehmen wir deine kritischen Anmerkungen zu Kommunikation, Entscheidungswegen und Führung ernst. Auch wenn wir nicht jede Einschätzung teilen, verstehen wir, dass diese Erfahrungen dein Vertrauen in GFT nachhaltig beeinflusst haben.
Wir arbeiten kontinuierlich daran, unsere Zusammenarbeit, unsere Führungskultur und unsere internen Kommunikationsprozesse weiterzuentwickeln. Offenes Feedback – auch wenn es kritisch ist – hilft uns dabei, Verbesserungspotenziale zu erkennen und daraus zu lernen.

Für deinen weiteren beruflichen und persönlichen Weg wünschen wir dir alles Gute und viel Erfolg.

Viele Grüße
Nina

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