Nicht alles Gold was glänzt - Raum für Verbesserung und Veränderung vorhanden
Gut am Arbeitgeber finde ich
Persönliche Meinung: Dass ein Wille zur Veränderung erkenntlich ist und dass man unabhängig der schulischen Laufbahn eine Chance erhält und sich in viele Themen mit einbringen kann.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Alle Punkte, die ich in meinen Verbesserungsvorschlag aufgenommen habe.
Verbesserungsvorschläge
Persönlich würde ich mir wünschen, dass die Firma ihre Potentiale nicht nur mit Reden, sondern auch Taten besser umsetzt und dass die bekannten Problemfelder und Kritik besser angenommen und auch aktiver angegangen bzw umgesetzt wird. Zu meiner Zeit habe ich eine enorm hohe Fluktuation miterlebt und die mir bekannten Gründe waren meistens sehr ähnlich und offen bekannt und wurden von der GF zwar angehört, aber mMn wenig verstanden und auch etwas planlos versucht zu ändern. Daher würde ich als Verbesserung einen besseren, reflektierten und aktiveren Umgang mit Kritik, eine offenere Fehlerkultur, deutlich mehr Wertschätzung (persönlich, verbal als auch finanziell), mehr Teamevents, eine ehrlich akzeptierte Remote-Kultur, weniger personelles Favoritendenken, mehr Invest in moderne Hardware und Technik allgemein + Büros, weniger Micro-Management der GF, Teamleads, mehr Mitarbeitende (nicht nur Freelancer oder in Portugal), offenere, klarere und transparente Kommunikation sowie transparente und nachhaltige + einheitliche stabile Strategien und vorallem mehr Ehrlichkeit Vertrauen in die Leute und gelebte Empathie, wünschen, damit gerade auch neue (+jüngere) Mitarbeitende länger bleiben wollen.
Arbeitsatmosphäre
Die Arbeitsatmosphäre bei der Global Side, hat sich zu meiner Zeit, mMn leider kontinuierlich verschlechtert. Während Benefits wie Home-Office zu Beginn sehr positiv aufgenommen wurden, habe ich mit der Zeit immer mehr das persönliche Gefühl bekommen, dass remote arbeiten zwar erlaubt aber nicht von allen erwünscht ist, besonders von der Vorgesetztenebene. Auch die Entwicklung im Team, zumindest in meinem Bereich, hat sich für mein Empfinden teilweise sehr toxisch verschlechtert, jedoch muss man auch positiv hervorheben, dass Versuche zur Besserung seitens der Geschäftsführung, unternommen wurden. Grundsätzlich empfand ich die Arbeitsatmosphäre häufig als sehr angespannt.
Kommunikation
Es gab sehr viele (manchmal fast zu viele interne) Meetings, unter anderem Dailys, die grundsätzlich sinnvoll, teilweise jedoch eher ein Statusmeeting waren, was sich wie ein Kontrolltermin anfühlte. Von der Geschäftsführung gab es zu Beginn noch Quartalsmeetings, um die aktuellen Entwicklungen und Strategien der Firma zu präsentieren, jedoch wurden diese leider mit der Zeit abgeschafft und nicht wirklich ersetzt, was den Informationsfluss von GF relativ stark beschränkt hat. Jedoch wurden mit der Zeit monatliche Update-Termine eingeführt, um auch die portugiesischen Kolleg:innen mit einzubeziehen.
Ich persönlich hätte mir oft eine offenere und vorallem schnellere Kommunikation gewünscht. Es entstand häufig der Eindruck, dass Kommunikation zwar erwünscht ist, aber nur wenn sie kritikfrei ist, selbst wenn diese konstruktive gemeint war. Viele wichtige Themen oder Informationen wurden mEn teilweise überhaupt nicht oder sehr spät angesprochen und haben somit einen überdurchschnittlich hohen Flurfunk begünstigt. Ich hätte mir eher ein miteinander statt ein übereinander reden gewünscht.
Kollegenzusammenhalt
Teilweise sehr gut, teilweise sehr schlecht. Es gab wie in den meisten Firmen einige, mit denen man sich super verstanden hat und andere eher weniger. Leider gab es meiner Einschätzung nach zum Teil auch sexistische Kommentare von ein paar Kollegen, was besonders schade und äußerst unangebracht im Hinblick auf die teilweise sehr jungen und weiblich dominierten Teams war.
Persönlich hatte ich auch den Eindruck, dass es ein starkes Favoriten-Denken und behandeln der Geschäftsführung von einigen Kolleg:innen gab und wenn man nicht Teil des "Kreises" war, wurde man weniger positiv aufgenommen.
Teamevents fanden eine Zeit lang sehr häufig statt, was den Kolleg:innen Zusammenhalt meiner persönlichen Meinung nach, sehr gefördert hatte, jedoch wurden diese im Laufe des Jahres 2024 immer weniger - Begründung ausgeblieben. Positiv hervorzuheben sind jedoch die Unternehmenstage in Portugal.
Work-Life-Balance
Die Möglichkeit auf Home-Office (3 Tage die Woche) bestand, jedoch wurde das mMn von manchen (besonders höhere Ebene) nicht immer gerne gesehen und es gab keine klare Linie bezüglich der Office-Tage. Zu Beginn waren es 2 feste Tage - unterschiedlich gehandhabt in den Teams - dann keine mehr bzw. in Absprache mit den Teammitgliederen. Ich hätte mir da tatsächlich gewünscht, dass es keinen subtilen Zwang gibt ins Office zu gehen, sondern eher den zweiten Ansatz zu verfolgen, dass alle erwachsene und eigenverantwortliche Personen sind, die selbst einschätzen können, wann Office Tage sinnvoll sind und einen Mehrwert schaffen und wann nicht. Die Arbeitszeiten konnte man je nach Kundentermin flexibel gestalten, jedoch erschien es so, dass es von der Geschäftsführung teilweise nicht gern gesehen wurde, wenn man (auch wichtige) Arzttermine etc. in die Arbeitszeit legt, auch wenn diese die Arbeit und wichtige Termine nicht gefährdet haben. Grundsätzlich war es jedoch natürlich auch Projektabhängig, wie viel Life-Balance noch blieb. Jedoch gab es leider keine wirkliche Kontrolle bzw. Rücksicht was Überstunden betraf. Zeiterfassung erfolgte digital und eigenständig.
Vorgesetztenverhalten
Auch wenn grundsätzlich meistens ein sehr respektvoller Umgang verbal stattfand, hatte ich persönlich zumindest beruflich gesprochen, nicht menschlich, leider keine guten Erfahrungen mit meinen Vorgesetzten. Es entstand zum Teil der Eindruck bei mir von Favoritenbehandlung in Bezug auf andere Teammitglieder, es gab starke Ansätze von Micro-Management, wenig Vertrauen und wenig Wertschätzung und Lob der einzelnen Arbeit der Teammitglieder. Zudem wurden teilweise nicht alle Mitarbeiter- Gespräche angekündigt bzw. als solche gekennzeichnet und erfolgten unter falschen Vorwänden und auch der Ablauf der Mitarbeitergespräch war für mich teilweise sehr fragwürdig und empfand diesen als empathielos. Ich persönlich hätte mir noch eine weitere vermittelnde Ebene zwischen Mitarbeiter:innen und Geschäftsführer:innen gewünscht, jedoch befand sich dies zu meiner Zeit noch in der Ausarbeitungsphase.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben im Projekt waren denke ich wie in jeder Firma teilweise sehr spannend, teilweise einfach notwendig wie Dokumentation, Statustermine etc. Die Global Side hat verschiedene Produkte und dadurch hat man auch die Möglichkeit in andere Bereiche einzutauchen und neben den Projekten gibt es auch viele interne Themen, mit denen man sich eigenverantwortlich beschäftigen kann. Ein Stern Abzug gibt es jedoch für die teilweise Masse an Aufgaben, da man im Team den Personalmangel oft gespürt hat und für die teilweise noch veralteten Prozesse und Technologien, die eingesetzt wurden.
Grundsätzlich haben mir jedoch meine Aufgaben Spaß gemacht und ich konnte mich freiwillig - sofern es von der GF gewünscht war - in Themen mit einbringen.
Gleichberechtigung
Diversität gibt es in der Firma - was ich als sehr positiv empfinde - jedoch merkt man natürlich auch die teilweise stark konservative Branche und wie bereits erwähnt gab es auch meines Erachtens den ein oder anderen sexistischen Vorfall mit Kollegen, was auch offen im Team angesprochen und kommuniziert wurde, weshalb ich hier leider nicht mehr als 3 Sterne vergeben kann. Jedoch war mein Team von einer erfreulich hohen Frauenquote gekennzeichnet und jungen Mitarbeitenden.
Umgang mit älteren Kollegen
Ich konnte zu meiner Zeit keinen negativen Umgang mit den älteren Kollegen feststellen.
Arbeitsbedingungen
Leider recht alte Büros mit blauem alten Teppichböden und wenig moderner Innenausstattung bzw Interieur. Neue Hardware wurde, soweit ich das erlebt habe, eher auf dringende Nachfrage/Bitte bestellt, Laptops, Headsets und Maus/Tastaturen wurden regelmäßig von vergangenen Kolleg:innen an neue weitergereicht - man hatte den Eindruck, dass finanziell da eher gespart wurde.
Es gibt einen Gemeinschaftsraum mit Tischkicker und Billard, was auch gerne in der Mittagszeit oder für interne Events genutzt wurde.
Die Lage des Büro ist jedoch mit Anbindung an die U4 ganz gut und vielen Buslinien am Arabellapark.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Mülltrennung fand meiner Meinung nach eher keine statt.
Das Firmenauto ist ein Benziner (kein E-Auto) und durch Kunden im Deutschen Raum wird auch öfter mal das Flugzeug gebucht. Jedoch wird auch versucht, die meisten Termine beim Kunden vor Ort mit dem Zug zu planen, was mMn jedoch eher Kosten - statt Umwelt-Gründe hatte. Dazu gibt es zumindest die Möglichkeit einer Bahncard und dem Deutschlandticket. Da, wie zuvor erwähnt, auch aus Kostengründen viel gebrauchte Hardware im Einsatz war, kann man das mit einem Schmunzeln zumindest auch als nachhaltig verbuchen. Leider wird sich meines Wissens nach, wenig im Sozialen Bereich engagiert in Bezug auf Spenden oder Kooperationen oder der Charta der Vielfalt.
Es gab noch die Möglichkeit zu Lease a Bike.
Gehalt/Benefits
Ich konnte mich in Bezug auf das Gehalt nicht beschweren, jedoch lag es dennoch denke ich im Vergleich für die Branche eher im unteren Mittel und es gab soweit ich das Beurteilen konnte, sehr ungleiche Gehaltsverteilungen unter den Mitarbeitenden ohne klare Transparenz und ohne nachhaltigen Entwicklungsplan. Es erschien mir teilweise sehr willkürlich. Zusätzliche Leistungen in Deutschland waren lediglich das Jobticket und bei Bedarf die Bahncard 25. Es gab angeblich ein Prämien-Modell, jedoch wurde mir dies zu Beginn ebenfalls nicht ganz klar und verständlich bzw. einheitlich kommuniziert. Es gab bisher kein Weihnachts- oder Urlaubsgeld.
Image
In der Branche würde ich sagen hat die Global Side es geschafft, sich ein gutes Image aufzubauen, ist jedoch sehr stark in seiner Nische und daher auf dem gesamten Markt eher unbekannt.
Karriere/Weiterbildung
Es gibt die Möglichkeit eines Weiterbildungsbudget pro Person, welches auch problemlos genutzt werden kann und mit Absprache auch überschritten, sollte die Weiterbildung beruflich und persönlich Sinn machen.
Karriere ist jedoch eher schwieriger, da die Firma mit knapp 30 (teilweise in Portugal) zu meiner Zeit, Mitarbeitenden eher klein/familiär ist und daher gewisse Positionen entweder bereites vergeben sind oder (noch) nicht existieren. Im Consulting könnte man theoretisch von Junior - Mid bis Senior arbeiten, jedoch gab es zu meiner Zeit keinen klaren Stufenentwicklungsplan diesbezüglich.
