Toxische Arbeitskultur, dafür ganz tolle Team-Kolleg:innen
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr tolle, sympathische Menschen, die auch zu Freunden werden können. Für Werkstudent:innen, Praktikant:innen und Einsteiger:innen ein guter erster Arbeitgeber, da man viel auf einmal lernen kann und auch Freiräume fürs Selbststudium bekommt. Schöne Büroräume, und Bürohunde sind erlaubt. Arzttermine sind auch während der Arbeitszeit möglich.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Keine Benefits, keine klaren Strukturen, viel ungenutztes Potenzial, kein Wunsch nach Veränderungen zum Wohlergehen der Mitarbeiter:innen, obwohl es vielen dort nicht gut geht.
Verbesserungsvorschläge
Mehr Wertschätzung in Form von Benefits. (Nein, wenn man um Benefits im Personalgespräch verhandeln muss, ist es kein Benefit.) Sei es 1× im Monat ein nettes Get-together mit Pizza oder ein Zuschuss zu Urban Sports Club oder dem BVG-Ticket.
Interne Strukturen überdenken: Macht es wirklich Sinn, dass das Projektmanagement größtenteils in der Kreation liegt? Verantwortungen deutlicher klären. Mitarbeiter:innen, denen es offensichtlich nicht gut geht, rechtzeitig Hilfe anbieten, statt mundtot machen zu wollen, wenn es schon zu spät ist.
Arbeitsatmosphäre
Unter den Mitarbeiter:innen meist gut. Schwankt ansonsten sehr, je nach Laune der Geschäftsführer. Stress wird gefördert durch schlechte Organisation der Projekte und Teamleads, die nur Teilzeit da sind. Wertschätzung erfährt man hauptsächlich von Teamleads in Form von netten Worten, da die Geschäftsführung kaum einen Überblick hat, wer welche Aufgabe in einem Projekt bearbeitet. Teams werden sehr unterschiedlich geleitet, geben sich Mühe, aber reagieren auch oft überfordert aufgrund der vielen Aufgaben und Verantwortungen, die auf sie abgewälzt werden. Leider kaum die Bereitschaft, etwas daran zu ändern, auch bei kommunizierten Burn-out-Krankschreibungen. Motto hier: Solange, bis der Nächste kündigt. Mundhalten wird lieber gesehen als Vorschläge zur Veränderung. Schade, da hier so viel Potenzial herrscht aufgrund der tollen und talentierten Mitarbeiter:innen.
Image
Gutes Image insgesamt, Kund:innen bekommen die internen chaotischen Strukturen nicht so oft mit.
Work-Life-Balance
Kommt drauf an, wie die persönliche Einstellung ist. Wenn man sagt, man kann heute nicht länger bleiben, muss es meist jemand anders erledigen. Viel Verständnis für Eltern mit kranken Kindern oder Kita-Schließtagen.
Drei von fünf Tagen sind Agentur-Tage, davon zwei Homeoffice. Allerdings werden Homeoffice-Tage oft von der Geschäftsführung missbilligt.
Karriere/Weiterbildung
Als Berufseinsteiger:in kann man sich hier sehr weiterentwickeln, man lernt viel dazu, vor allem durch Selbstrecherche. Auch persönlich kann man seine eigenen Grenzen gut kennenlernen und sich darin üben, für diese einzustehen. Über Weiterbildungen wird nicht weiter geredet, kann man wohl machen, wenn man sich selbst kümmert. Einen großen beruflichen Aufstieg kann man hier nicht hinlegen, maximal Teamlead werden, was aber angesichts der undurchsichtigen Verantwortung eher nicht erstrebenswert ist.
Gehalt/Benefits
Ist sehr unterschiedlich, à la freier Marktwirtschaft: Wer besser verhandelt, bekommt auch mehr. Leider gibt es keine einheitliche Regelung fürs Jobticket. Es lohnt sich, noch einmal einen Blick auf die Lohnabrechnungen zu werfen, es kamen schon Fehler vor.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Offiziell wird darauf geachtet durch Kunden wie Polizei, Humana und Diakonie. Allerdings wird auch nicht nein gesagt zu Kunden wie Thyssenkrupp Marine Systems, weil man dann doch wirtschaftlich denken muss. Gut ist, dass, wenn man aus ethischen Gründen nicht auf einem Kunden arbeiten will, das auch respektiert wird. Es wird vegetarisch und vegan gekocht.
Kollegenzusammenhalt
Insgesamt gut, allerdings hat es stark nachgelassen. Es fehlen Team-Events die den Zusammenhalt fördern.
Vorgesetztenverhalten
Ganz schwierig, fast toxisch. Die Geschäftsführer nehmen vieles persönlich, teilweise Kontakt auch über WhatsApp.
Teamleads sind Teamleads, weil sie am längsten schon da sind oder niemand anders da war, teilweise besser, teilweise schlechter geeignet. Geben sich große Mühe und haben das Herz am rechten Fleck, aber das reicht leider manchmal nicht.
Arbeitsbedingungen
Es gibt Stehtische, für die die Kreation sehr gekämpft hat, allerdings stehen diese nun in der Beratung mit Erlaubnis zur Mitnutzung und in einem kleinen Raum hinter der Küche, der nicht sehr einladend zum Arbeiten ist. Prinzipiell ist alles da, für Zubehör wie zum Beispiel Mäuse muss man tausendmal nachfragen. Ergonomische Stühle gibt es nicht, dafür aber wilde Kabelstecksysteme und keine farbgetreuen Monitore. Die Beleuchtung ist sehr gut, der Lärmpegel recht unterschiedlich, je nach Auslastung des Büros.
Zweimal die Woche wird von der Buchhalterin/HR gekocht.
Kommunikation
Komplette Katastrophe von allen Seiten. Beratung erledigt meist nur das Nötigste, vermutlich auch aufgrund von Stress. Briefings sind oft nicht eindeutig formuliert, Datenblätter gibt es nur auf Nachfrage. Innerhalb der Teams läuft es durch wöchentliche Stand-ups soweit gut, aber meist hinfällig, weil in der nächsten Stunde schon der nächste nicht eingeplante Notfall wartet. Interne Meetings dauern meist viel zu lange, oft nur Stille mit Warten auf konkrete Ansagen.
Interessante Aufgaben
Unterschiedlich, je nach Team: Die Pitches sind meist interessanter und kreativer, dafür oft mit Überstunden und Last-Minute-Änderungen verbunden. Die Daily-Business-Aufgaben sind oft eintönig, aber dafür etwas stressfreier.