Viel Potenzial, aber zu wenig Transparenz und Mitarbeiterfokus
Gut am Arbeitgeber finde ich
Sehr guter Bewerbungsprozess und professionelles HR-Onboarding. Attraktive Produkte, spannende Aufgaben und grundsätzlich viele sympathische Kollegen. Homeoffice und Flexibilität sind ebenfalls große Pluspunkte.
Besonders positiv fand ich die Benefits sowie die Company Events und Offsites. Auch das Gehalt war für mich absolut okay.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Vor allem die fehlende Transparenz und Kommunikation. Strategien ändern sich teilweise sehr kurzfristig, Informationen werden nicht immer klar zwischen Teams und Führungsebenen weitergegeben und Prozesse sind häufig unnötig kompliziert.
Auch die Feedbackkultur empfand ich teilweise als problematisch: Man erhält lange positives Feedback und erfährt später, dass intern offenbar doch Kritik vorhanden war. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass Probleme nicht offen und direkt angesprochen werden.
Hinzu kommen organisatorische Probleme in mehreren Teams und wenig Arbeitsplatzsicherheit durch teilweise überraschende Personalentscheidungen oder Umstrukturierungen.
Trotz der starken Produkte, guten Benefits und interessanten Aufgaben würde ich das Unternehmen deshalb nicht unbedingt Menschen empfehlen, denen ein langfristig sicherer Arbeitsplatz, transparente Kommunikation und eine strukturierte Mitarbeiterentwicklung besonders wichtig sind.
Verbesserungsvorschläge
Deutlich mehr Transparenz bei Strategieänderungen, Personalentscheidungen und Unternehmenszielen. Kommunikation zwischen CEO, Heads und Teams verbessern und Verantwortlichkeiten klarer definieren.
Prozesse sollten vereinfacht werden, und Verbesserungsvorschläge aus den Teams sollten ernster genommen werden.
Außerdem sollte stärker in Mitarbeitende investiert werden: besseres fachliches Onboarding, Weiterbildung und gezieltere Nutzung vorhandener Kompetenzen und Marktkenntnisse.
Wenn man in neuen europäischen Märkten langfristig erfolgreich sein möchte, braucht es meiner Meinung nach mehr Geduld, lokales Verständnis und Vertrauen in die Mitarbeitenden, die diese Märkte kennen.
Arbeitsatmosphäre
Am Anfang wirkt alles sehr positiv: Der Bewerbungsprozess und das HR-Onboarding waren wirklich sehr gut und vermitteln einen professionellen, wertschätzenden Eindruck. Im Arbeitsalltag war dieser Eindruck für mich leider nicht immer derselbe. Viele Kolleg sind sympathisch, aber durch Homeoffice, interne Unsicherheiten und teilweise indirekte Kommunikation kann die Atmosphäre auch distanziert oder unangenehm werden. Besonders schwierig fand ich, dass nach außen oft alles sehr positiv dargestellt wird, während Kritik teilweise erst später oder über Umwege sichtbar wird.
Image
Nach außen sehr stark. Produkt, Branding, Social Media und Gesamtauftritt wirken modern, attraktiv und erfolgreich. Genau deshalb ist die Diskrepanz zu manchen internen Themen wie Kommunikation, Organisation, Transparenz und Arbeitsplatzsicherheit meiner Meinung nach besonders auffällig.
Work-Life-Balance
Durch Homeoffice und flexible Arbeitsbedingungen grundsätzlich gut. Allerdings können kurzfristige Prioritätswechsel, unklare Prozesse und teilweise chaotische Organisation den Arbeitsalltag unnötig stressig machen. Der Stress entsteht meiner Meinung nach weniger durch die Aufgaben selbst als durch fehlende Struktur und ständig wechselnde Anforderungen.
Karriere/Weiterbildung
Hier sehe ich deutliches Verbesserungspotenzial. Meiner Erfahrung nach wird zu wenig geschaut, welche individuellen Fähigkeiten, Erfahrungen oder Marktkenntnisse Mitarbeitende mitbringen und wie diese langfristig genutzt werden können. Weiterbildung scheint keine besonders hohe Priorität zu haben.
Gerade bei internationalen Märkten wäre es sinnvoll, stärker in lokales Know-how und die Entwicklung der entsprechenden Mitarbeitenden zu investieren, statt hauptsächlich kurzfristige Umsatzresultate zu erwarten.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt war für ein Berliner Unternehmen meiner Meinung nach absolut in Ordnung. Die Benefits gehören sogar zu den besten, die ich bisher bei einem Arbeitgeber erlebt habe. Auch Company Events und Offsites waren wirklich sehr gut.
Kritisch sehe ich allerdings die Priorisierung von Investitionen. Für große Marketingmaßnahmen oder prominente Testimonials scheint viel Budget vorhanden zu sein, während Weiterbildung und Entwicklung der eigenen Mitarbeitenden vergleichsweise wenig priorisiert werden.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Da es kein klassisches eigenes Büro gibt, sondern vor allem Coworking-Flächen in Berlin, kann ich die Nachhaltigkeit des internen Büroalltags schwer beurteilen. Die Produkte selbst würde ich allerdings nicht als nachhaltig einschätzen. Deshalb sehe ich hier keinen besonders starken Nachhaltigkeitsfokus des Unternehmens.
Kollegenzusammenhalt
Grundsätzlich habe ich viele nette, hilfsbereite und sympathische Kolleg kennengelernt. Wie gut der Zusammenhalt ist, hängt aber stark vom jeweiligen Team ab. Im Homeoffice ist es außerdem schwieriger, Beziehungen aufzubauen und Dynamiken richtig einzuschätzen. Insgesamt war mein persönlicher Kontakt zu vielen Kolleg aber positiv.
Umgang mit älteren Kollegen
Okay
Vorgesetztenverhalten
Sehr abhängig von der jeweiligen Führungskraft. Auf Unternehmensebene hätte ich mir aber deutlich mehr Transparenz und langfristige Planung gewünscht. Personalentscheidungen und Umstrukturierungen können sehr plötzlich kommen und sind für Mitarbeitende nicht immer nachvollziehbar. Dadurch entsteht wenig Gefühl von Sicherheit. Außerdem hatte ich teilweise den Eindruck, dass kurzfristige Business-Ziele stärker gewichtet werden als langfristige Mitarbeiterentwicklung.
Arbeitsbedingungen
Homeoffice ist ein großer Vorteil. Das fachliche Onboarding war in meinem Fall allerdings schwach. Gerade remote hatte ich relativ schnell das Gefühl, vieles selbst herausfinden zu müssen, statt strukturiert in Prozesse, Tools und Verantwortlichkeiten eingeführt zu werden. Das kann natürlich je nach Team unterschiedlich sein.
Zusätzlich sind viele interne Prozesse unnötig kompliziert. Veränderungen oder Vereinfachungsvorschläge werden meiner Erfahrung nach nicht immer offen aufgenommen. Organisatorische Probleme in einzelnen Teams haben außerdem häufig Auswirkungen auf andere Teams.
Kommunikation
Für mich einer der größten Schwachpunkte. Die Kommunikation zwischen Teams funktioniert häufig nicht gut, und Informationen scheinen teilweise auch zwischen CEO, Heads und Teams verloren zu gehen oder unterschiedlich weitergegeben zu werden. Strategien und Prioritäten können sich sehr kurzfristig ändern, ohne dass transparent erklärt wird, warum. Dadurch entstehen unnötige Unsicherheit, Doppelarbeit und Missverständnisse. Auch Feedback sollte deutlich direkter und ehrlicher kommuniziert werden.
Gleichberechtigung
In meinem persönlichen Arbeitsalltag habe ich hier keine größeren negativen Erfahrungen gemacht.
Interessante Aufgaben
Definitiv positiv. Die Produkte sind attraktiv, modern und machen Spaß. Die Aufgaben können kreativ, abwechslungsreich und spannend sein. Gleichzeitig kann die Arbeit stressig werden, weil Wachstum und Ergebnisse teilweise sehr schnell erwartet werden, auch wenn Prozesse, Ressourcen oder lokale Marktkenntnisse noch nicht ausreichend aufgebaut wurden.

