Außen Hui - Innen Pfui: Große Enttäuschung nach einem Mega-Recruiting-Prozess
Gut am Arbeitgeber finde ich
Super recruiting, flexibles Arbeiten, viele loyale und richtig gute Köpfe.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Es war ein kurzes Gastspiel für mich – auf das ich mich riesig gefreut hatte. Die Stelle passte, mein Team mochte ich sofort, und ich hatte richtig Lust, die Mission von Glow mitzutragen. Der Recruiting-Prozess war super professionell und schnell – eine echte Lobeshymne auf meine Hausaufgabe. Und dann kam alles anders.
Meine Aufgabe: ein neues Team und meine neue Rolle in die bereits mit 100.000 km/h fliegende Marketingmaschine bei Glow zu integrieren. Onboarding? Essentiell, das war allen klar. Ich ging von einem regelmäßigen Sparring mit meiner Vorgesetzten aus.
Meine Vorgesetzte jedoch – jung und ziemlich unsicher – legte den unterirdischsten Management- und Führungsstil an den Tag, den ich je erlebt habe. Onboarding: rein schriftlich. In zwei Monaten gab es genau zwei Gespräche à 50 Minuten. Auf Fragen: genervte Antworten, oft in Frageform. Dann fiel sie wochenlang aus, kam zurück im "silent mode", persönliche Kommunikation war nicht möglich. Dafür wurde der OOTD gern im General-Channel auf Slack besprochen und auf Insta gepostet – dafür war offensichtlich Zeit und Motivation da.
Ich habe früh gemerkt, dass die mit mir besprochene Verantwortung längst von drei anderen Kolleg:innen in anderen Abteilungen übernommen wurde. Ich habe das sofort geflaggt, Lösungen angeboten – nichts passierte. Nur unterschwellige Konflikte, Spannung, Unsicherheit, ständige Fragen, Chaos. Null Kommunikation. People Management? Fehlanzeige. Innovatives Brand Management? Leider auch – das übernimmt bei Glow KI oder Copy von anderen Brands.
Als ich um ein Feedbackgespräch bat, kam die Antwort: „Wir können ja per Slack sprechen und KI nutzen, um uns besser auszudrücken.“ Ernsthaft?
Ich sollte laut Gründer „eng eingearbeitet werden“ – nach zwei Terminen verschwand er. Wortlos. Im ersten Monat las ich dann eine Kununu-Bewertung: Jemand wurde „von jetzt auf gleich“ gekündigt, alle Zugänge gekappt – ohne Feedback. Ich hatte ein mulmiges Gefühl, versuchte es wegzuschieben. Die Gründer reden öffentlich so ausgiebig über Kultur, Kommunikation und People Management…
Und dann musste ich es selbst erleben. Nach nur 2,5 Monaten. Du wählst dich abends in einen Call ein, für den du noch Überstunden gemacht hast – und sitzt dann dort mit deiner Chefin und einer Chief of Staff, die dich ohne Vorwarnung kündigen.
Natürlich habe ich mich an HR gewandt, an die Gründer – alles sinnlos. Es herrscht eine Prozesslosigkeit, eine ausgeprägte Hierarchie und eine unfassbare Ignoranz für Probleme im Team. Kein Unternehmen für mich – und ich empfehle es niemandem weiter, der im Job mehr entscheiden möchte als über seine Emojis am Ende jeder Slack-Nachricht.
Verbesserungsvorschläge
Gestaltet die Arbeitsumgebung so, dass ihr nicht euch selbst und die Mitarbeiter verbrennt. Es sind Menschen, die für Euch arbeiten. Und wenn Gründer mit BurnOUt Beiträgen auf LinkedIn protzen heisst es nicht, dass jeder andere unbedingt auch krank werden will, wenn man mal bei Glow25 landet.
Hebt Eure Hierarchie auf, lasst die Mitarbeiter eigenständiger arbeiten und besetzt die Führungsebene mit FÜHRUNGSMenschen.
Arbeitsatmosphäre
Inbesondere im Marketing, welches sinnlos aufgeteilt ist und wo viele Rollen nicht definiert sind und dazu noch Führungskräfte kaum kommunizieren - nicht gut. Viel Druck, keine Prozesse - super für Chaosliebhaber!
Kommunikation
Glow25 ist absolut eine hierarchische Organisation. Entscheidungen können nur von C und D Level getroffen werden. Hauptr-Kommunikationskanal: Slack mit 1 Mio Channels, wo keiner mehr durchblickt. Transparente, verständliche, zeitnahe interne Kommunikation - existiert nicht. Kommunikation zu Projekten, Briefings - spärlich und unprofessionell. Wer schon etwas länger arbeitet - wird sich wahrscheinlich schwer tun.
Kollegenzusammenhalt
Je nach Abteilung. An sich schon gut, aber ich frage mich, wie viel Ehrlichkeit/ Authentizität ist bei allem dabei.
Work-Life-Balance
Je nach Abteilung. Im Marketing (Brand) super schwierig. Zu wenig Personal, zu große Pläne, zu viel Druck. Überstunden sind normal. Ihc hatte in 2,5 Monaten über 35.
Vorgesetztenverhalten
Einfach unterirdisch! Natürlich nicht alle, aber in meinem Fall - leider ja. Lange so was nicht gesehen.
Interessante Aufgaben
Wenn sie definiert sind - ist es alles mega spannend.
Gleichberechtigung
Hierarchisch.
Arbeitsbedingungen
Remote first und somit sehr flexibel.
Image
Haben aktuell gutes Image
Karriere/Weiterbildung
In der Abteilung Brand wird das von der Vorgesetzten proaktiv geblockt.

