Absolut katastrophal
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Ich habe beim GOP Varieté-Theater Bonn angefangen und wurde bereits nach einer Woche wieder gekündigt. Was mich daran besonders enttäuscht hat war, dass mir in dieser einen Woche überhaupt keine faire Möglichkeit gegeben wurde, mich in meine Position einzuarbeiten oder zu zeigen, was ich leisten kann.
Von Anfang an hatte ich mehrfach Fragen und habe wiederholt angesprochen, dass ich mich nicht ausreichend unterstützt und teilweise komplett auf mich allein gestellt fühle. Trotzdem wurde mir nichts erklärt oder gezeigt. Mir ist bis heute nicht einmal klar, was genau mein Aufgaben- und Verantwortungsbereich sein sollte oder was konkret von mir erwartet wurde.
Statt einer strukturierten Einarbeitung hatte ich durchgehend das Gefühl, einfach nur ein mit einem Jobtitel glorifizierten Kellner zu spielen.
Letztendlich bestand meine Tätigkeit fast ausschließlich daraus, im laufenden Betrieb mitzuhelfen – ohne dass mir die eigentlichen Aufgaben, Abläufe und Verantwortlichkeiten meiner Position vernünftig vermittelt wurden.
Nach gerade einmal einer Woche wurde mir dann mitgeteilt, dass man sich das anders vorgestellt habe und es so nicht funktionieren würde. Eine Woche reicht meiner Meinung nach nicht aus, um einen neuen Mitarbeiter in einer verantwortungsvollen Position angemessen einzuarbeiten, geschweige denn, um fundiert beurteilen zu können, ob er für die Stelle geeignet ist – insbesondere dann nicht, wenn gleichzeitig keinerlei Unterstützung oder Einarbeitung stattfindet.
Besonders enttäuschend finde ich daher weniger die Tatsache der Kündigung an sich, sondern die Art und Weise, wie mit der Situation umgegangen wurde. Von einem professionellen Arbeitgeber hätte ich gerade in der Anfangsphase eine strukturierte Einarbeitung, konkrete Aufgaben und regelmäßiges Feedback erwartet. Das habe ich leider überhaupt nicht erlebt.
Noch wesentlich irritierender als die fehlende Einarbeitung war für mich allerdings das Arbeitsklima.
Bereits innerhalb dieser wenigen Tage ist mir aufgefallen, wie viel untereinander und übereinander gelästert wird. Ich wurde mehrfach von Mitarbeitern vor bestimmten Kollegen gewarnt und bekam sehr schnell den Eindruck, dass innerhalb des Teams unendlich viel Unruhe und Unzufriedenheit herrscht.
Besonders problematisch fand ich, dass mir ausgerechnet der Restaurantleiter selbst bereits mehrfach sagte „Du wirst sehr schnell merken, warum ich den Job der Gastro-Leitung nicht haben wollte.“ Außerdem wurde mir von ihm von häufigen Wechseln in den Leitungspositionen der Gastronomie berichtet, was nun Rückblickend bei dem Arbeitsklima absolut nachvollziehbar ist.
Auch über den Direktor des GOP wurde mir von Mitarbeitern eine für mich sehr befremdliche Wahrnehmung vermittelt: Er wünsche sich wohl immer wieder ein möglichst junges Team, um die Mitarbeiter anschließend nach seinen Vorstellungen zu formen und habe Schwierigkeiten mit Mitarbeitern, die eine eigene Meinung vertreten. Rückblickend frage ich mich durchaus, ob meine sehr klare Kommunikation, mein wiederholtes Ansprechen fehlender Unterstützung und mein offenes Vertreten meiner eigenen Meinung möglicherweise nicht besonders gut in dieses Führungsverständnis gepasst haben.
Auch der Umgang der langjährigen Mitarbeiter untereinander wirkte auf mich sehr seltsam. Teilweise wurde mir ausdrücklich geraten, mich von bestimmten Personen fern zu halten oder mir von ihnen nichts sagen zu lassen.
Besonders hängen geblieben ist mir eine Situation, in der der Restaurantleiter und eine Mitarbeiterin sich ein High Five gegeben haben, nachdem sie festgestellt hatten, dass eine andere Kollegin am nächsten Tag in den Urlaub geht. Besonders von einer Führungsposition finde ich dieses Verhalten absolut unangebracht.
Nach nur fünf Tagen dort hatte ich bereits mehr interne Konflikte, Warnungen vor Kollegen und Geschichten über die Führung mitbekommen, als ich es in vielen anderen Arbeitsverhältnissen über einen wesentlich längeren Zeitraum erlebt habe.
Mein persönlicher Eindruck: Hier gibt es nicht nur ein Einarbeitungsproblem, sondern offenbar ein grundlegendes Problem mit Kommunikation, Führung und Arbeitsklima.
Die Kombination aus fehlender Einarbeitung, unklaren Erwartungen, mangelnder Unterstützung und einer für mich sehr unangenehmen Teamkultur hat letztendlich dazu geführt, dass ich bereits nach wenigen Tagen einen völlig anderen Eindruck von diesem Arbeitgeber hatte als noch nach meinem Probearbeiten.
Unterm Strich war diese Erfahrung für mich sehr enttäuschend. Ich hatte mich bereits nach wenigen Tagen selbst nach anderen Stellen umgesehen, weil ich mich dort überhaupt nicht wohlgefühlt habe. Rückblickend bin ich deshalb ehrlich gesagt froh, dass mir die Entscheidung abgenommen wurde – die Kündigung war für mich eher eine Befreiung als ein Verlust. Ich würde den Arbeitgeber nach dieser Erfahrung nicht weiterempfehlen.