Großes Potenzial – aber leider viel zu wenig Veränderungswille auf Leitungsebene
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kolleginnen und Kollegen, die den ursprünglichen Teamgeist und die Motivation noch bewahren, tragen das Unternehmen in vielen Bereichen. Ich wünsche mir für sie und alle zukünftigen Mitarbeitenden, dass sich strukturell etwas verbessert und das Durchhalten langfristig belohnt wird.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Aus Sicht vieler Mitarbeitender wirkt die Geschäftsführung mit der bestehenden Struktur überfordert. Ob dies an mangelnder Kapazität oder fachlicher Überforderung liegt, bleibt unklar. Leider führen selbst kritische Rückmeldungen und eine hohe Kündigungsrate nicht zu sichtbaren Veränderungen.
Verbesserungsvorschläge
Verbesserungspotenzial besteht in nahezu allen Bereichen. Besonders auf der Führungsebene wäre ein Neuanfang wünschenswert, da weder der Wille zur Veränderung noch aktive Maßnahmen für organisatorische Verbesserungen sichtbar sind. Intern vorhandene Expertise wird oft nicht zielgerichtet genutzt – sogar eigens geschaffene Rollen zur Unternehmensentwicklung stoßen auf Hürden, statt gefördert zu werden.
Arbeitsatmosphäre
Die allgemeine Stimmung im Unternehmen ist häufig angespannt. Viele Mitarbeitende empfinden das Betriebsklima als belastend, insbesondere weil auf Führungsebene kaum Anstrengungen erkennbar sind, dem aktiv entgegenzuwirken. Auch bei hoher Fluktuation bleiben spürbare Gegenmaßnahmen oder Unterstützungsangebote für die Teams aus.
Kommunikation
Ein dauerhaftes Problem stellt die interne Kommunikation dar. Wichtige Informationen werden teils gar nicht oder nur verzögert weitergegeben, während viele Dinge über inoffizielle Kanäle wie den Flurfunk kursieren. Zwar gibt es monatlich ein Web-Meeting mit allen Abteilungen, doch wird dieses oft als wenig nützlich wahrgenommen, da wirklich relevante Inhalte – wie finanzielle Kennzahlen – ausgeklammert werden.
Kollegenzusammenhalt
Innerhalb einzelner Teams herrscht oft ein gutes, kollegiales Verhältnis. Allerdings bestehen unter den Gruppen teils deutliche Unterschiede im Zusammenhalt. Frühere Rivalitäten zwischen den Standorten haben zwar abgenommen, sind aber nicht vollständig ausgeräumt.
Work-Life-Balance
Die Work-Life-Balance ist ein klarer Pluspunkt. Flexible Arbeitszeit- und Homeoffice-Regelungen bieten einen gewissen Freiraum. Allerdings fehlt es an klarer Kontrolle und Konsequenz bei Regelverstößen, was dazu führt, dass manche Mitarbeitende die Spielräume übermäßig ausnutzen – z. B. durch verlängerte Pausen oder das Missachten der Kernarbeitszeiten.
Vorgesetztenverhalten
Das Verhalten und die Kompetenz der Führungskräfte sind sehr unterschiedlich ausgeprägt. In mehreren Bereichen ist zu beobachten, dass Verantwortung nicht immer zielgerichtet übernommen wird. Entscheidungen – auch auf Geschäftsführungsebene – werden häufig lange hinausgezögert, wieder verworfen oder mehrfach umgestoßen, was zu Frust und Planungsunsicherheit führt. Mitarbeitende müssen oft mehrfach nachhaken, um Klärung oder Fortschritte zu erzielen.
Interessante Aufgaben
Die Aufgaben variieren stark zwischen standardisierten Prozessen („Schema F“) und Bereichen, in denen eigene Ideen eingebracht werden können. Leider wird Eigeninitiative nicht immer anerkannt oder honoriert, was bei vielen zu Demotivation führt. Ob jemand acht Stunden aktiv arbeitet oder nur das Nötigste erledigt, hat selten spürbare Konsequenzen. Auch ist oft nicht klar, welche Aufgaben eigentlich in den Verantwortungsbereich einzelner Mitarbeitender fallen – selbst auf Leitungsebene.
Gleichberechtigung
In Bezug auf das Geschlecht ist eine grundsätzlich ausgewogene Verteilung gegeben. Auffällig sind jedoch Unterschiede in der individuellen Behandlung: Manche Mitarbeitende haben offensichtlich mehr Freiheiten als andere. Auch beim Gehalt gibt es innerhalb der Abteilungen spürbare Ungleichheiten. Kritische Äußerungen gegenüber der Geschäftsführung scheinen mitunter zu Nachteilen in der Behandlung zu führen.
Umgang mit älteren Kollegen
Obwohl der Altersdurchschnitt eher jung ist, werden Mitarbeitende aller Altersklassen wertschätzend behandelt und in die Teams integriert.
Arbeitsbedingungen
Die Hardware ist modern und erfüllt die Anforderungen. Leider sind die Beschaffungsprozesse oft träge und wenig transparent, was gerade bei neuen Mitarbeitenden zu Verzögerungen führt. Die Büros sind ansprechend gestaltet, allerdings fehlt am Standort Hannover eine Klimatisierung. 2024 wurde angekündigt, mobile Klimageräte zu beschaffen – bisher ist dies aber nicht erfolgt und das Thema liegt offenbar unbearbeitet bei der Geschäftsführung.
Gehalt/Benefits
Das Gehalt wird individuell ausgehandelt. Wer beim Einstieg schlecht verhandelt oder keine guten Argumente für Nachverhandlungen vorbringen kann, riskiert, langfristig unter Marktwert zu liegen. Eine jährliche Gehaltsanpassung wird zwar durchgeführt, die Höhe wirkt jedoch oft intransparent und reicht meist nicht aus, um die Inflation auszugleichen.
Image
Im Außenverhältnis – insbesondere bei Kommunen und öffentlichen Verwaltungen – genießt das Unternehmen nach wie vor einen guten Ruf. Intern ist jedoch ein anderes Bild spürbar: Die Herausforderungen auf organisatorischer und technischer Ebene sind bekannt, werden aber selten offen thematisiert oder konsequent angegangen. Der positive Ruf beruht vor allem auf engagierten Mitarbeitenden, die sich trotz aller Hürden weiterhin mit großem Einsatz einbringen.
Karriere/Weiterbildung
Karrierechancen sind durch die flache Hierarchie begrenzt. In einigen Fällen wurden Mitarbeitende in verantwortungsvolle Positionen befördert, ohne dass deren Eignung zuvor hinreichend erkennbar war. Bleibt die Leistung dann aus, kann dies zu Überlastung und langfristigen Ausfällen führen. Weiterbildungsangebote sind nicht systematisch organisiert.