Tolle Kollegen, schwache Kommunikation. Punkt.
Gut am Arbeitgeber finde ich
Die Kollegen im Team sind überwiegend super. Wie eine kleine Familie, jeder hat seine Qualitäten, Eigenarten und Macken aber man mag sich.
Wobei auch hier die Leute anfangen zu gehen, die schon lange dabei waren.
Schlecht am Arbeitgeber finde ich
Die Führung ist chronisch schlecht in der Kommunikation, was immer wieder für große Irritationen auf allen Ebenen führt.
Das Gehalt ist wirklich nicht gut. Mein Gehalt lag immer unter dem Durchschnittsgehältern wenn man recherchiert, auch bei längerer Beschäftigung.
Wenn der Arbeitsdruck dementsprechend niedrig wäre könnte man sich damit abfinden.
Dadurch, dass die Geschäftsleitung immer umsatzorientierter denkt, ist die Arbeit vom Aufwand her das Geld nicht mehr wert.
Verbesserungsvorschläge
Eine stärkere Ausrichtung auf Umsatz, Auslastung und Kennzahlen ist sehr spürbar.
Auch wenn es prinzipiell in Ordnung ist (hier geht es nämlich ums Geldverdienen, um zu überleben), geht dieser Wandel aktuell auf Kosten der Belegschaft. Eine klare und ehrliche Kommunikation ist hier notwendig, um auch die langjährigen Kollegen mitzunehmen, statt sie auf der Strecke zu verlieren.
Arbeitsatmosphäre
Insgesamt in Ordnung. Man hat meistens sehr nette Kollegen um sich. Auch in stressigen Phasen ist man noch nett zueinander. Die Fehlerkultur ist auch ganz ok, wobei es sich über die Jahre etwas verschlechtert hat.
Work-Life-Balance
Das läuft insgesamt gut, sofern man die Arbeit ordentlich erledigt, ist der Arbeitsort einem fast komplett frei überlassen. Hängt aber von Abteilung und vom Vorgesetzten ab.
Die Arbeitszeiten sind semi flexibel. Es gibt eine Kernarbeitszeit, während der erwartet wird, dass man erreichbar ist. Somit kann man etwa 2 von 8 täglichen Arbeitsstunden flexibel legen. Auch das hängt stark vom Vorgesetzten ab.
Umwelt-/Sozialbewusstsein
Es gibt einzelne Nachhaltigkeitsaktionen, die sicherlich wohl gemeint sind, die für mich aber eher symbolisch wirken. Von der Honigbienenkolonie auf dem Dach profitiert am meisten das Image der Firma und der Imker.
Man kann sein E-Auto aufladen. Ob das eine Initiative der Firma oder dem Vermieter war ist unklar, aber es ist da.
Karriere/Weiterbildung
Viele Schulungen wurden seit 2023 nicht weiterverfolgt oder geplant.
Die Geschäftsleitung nannte es mal charmant "Investitionsschulden", die man im Blick habe. Damit sollte man sagen, dass man budgetgetrieben ist, stärker als sonst.
Viele Aufstiegschancen gibt es sonst nicht. Das sind womöglich die Vor- und Nachteile einer flachen Hierarchie.
Kollegenzusammenhalt
Der ist definitiv gegeben. Viele Kollegen setzten sich aktiv für einander ein und halten zusammen. Mitarbeiter-Events, also solche, die gerne besucht werden, sind üblicherweise von engagierten Kollegen organisiert.
Vorgesetztenverhalten
Nicht alle schlecht, teilweise fragwürdig. Manchen fehlt es offenbar an Menschenkenntnis oder Empathie, was dazu führt, dass die Führungsqualität stark leidet.
Wobei man auch die Vorgesetzten teilweise in Schutz nehmen muss, da häufig die Geschäftsleitung unklare Ansagen gemacht hat.
Arbeitsbedingungen
Laptop, Handy, eine Tasse...
Manche bekommen mit Glück einen höhenverstellbaren Schreibtisch im Büro, manche nicht. Zusätzliche Ausstattung hing aber spürbar vom Budget und Einzelfallentscheidungen ab.
Die Büroflächen sind ganz hübsch, im Gebäude wurden neue Büroräume angemietet. Man kriegt eigentlich immer einen Arbeitsplatz.
Obstkorb und Tischkicker gibt's natürlich auch, die dürfen bei keiner Firma in Deutschland fehlen.
Kommunikation
Sehr ausbaufähig. Strategische Ziele und Prioritäten werden nicht klar und konsistent kommuniziert. Es wirkt häufig so, als ob Informationen im mittleren Management nicht vollständig ankamen. Also arbeitet jedes Team so gut es geht für sich selbst, was für Konflikte zwischen Kollegen geführt hat.
Sonst ist der Flurfunk, bzw. inoffizielle Kanäle, die beste Informationsquelle, die man hier haben kann.
Die HR Abteilung hat alle Hände voll zu tun und ist sichtlich überlastet.
Beispiel: Ein Arbeitszeugnis kann sich über viele Monate hinziehen, selbst bei wiederholter Nachfrage.
Gehalt/Benefits
Im unteren Durchschnitt.
Es gibt kein 13. Gehalt, Autoleasing wird vom Gehalt abgezogen, 1x jährlich gibt's immerhin 600 Euro Urlaubsgeld. Dann gibt es noch Firmen/Abteilung/persönliche Ziele. Pro Jahr kann man da nochmal paar hundert oder niedrige Tausender dazuverdienen. Jährliche Gehaltsanpassungen können beim jährlichen Mitarbeitergespräch verhandelt werden. Eine jährliche Inflationsanpassung gibt es nicht.
Bei betrieblicher Altersversorge leistet die Firma gute Arbeit, je nach Betriebsszugehörigkeit wird es monatlich bezuschusst.
Im öffentlichen Dienst bekommt man - je nach Stelle - mehr Gehalt geboten. Die wenigsten sind wegen des Geldes hier.
Interessante Aufgaben
Im Wandel der IT gibt es immer neue Herausforderungen. Trotzdem sind bis auf paar Ausnahmen die Aufgaben nicht wirklich abwechslungsreich. Intern gibt es immer genug zu erledigen, wenn man nach Abwechslung sucht.


